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Alle Nobelpreisträger erhalten eine Urkunde, eine Goldmedaille und ein Preisgeld. Seit 2012 beträgt die Summe rund 878.000 Euro.
Alle Nobelpreisträger erhalten eine Urkunde, eine Goldmedaille und ein Preisgeld. Seit 2012 beträgt die Summe rund 878.000 Euro.(Foto: picture alliance / dpa)

Zahlen, Fakten, Wissenswertes: Wie der Nobelpreis bislang verliehen wurde

Die Nobelsaison 2014 hat begonnen. Seit 1901 wird der Nobelpreis verliehen. Welches Land verzeichnet inzwischen die meisten Geehrten? Wie alt war der jüngste? Wie viele Frauen haben den Preis bekommen? Wer lehnte ab? Hier gibt es Antworten.

Preise: Die vom schwedischen Industriellen Alfred Nobel gestifteten Preise werden seit 1901 in den Kategorien Physik, Chemie, Medizin, Literatur, Frieden und seit 1968 auch im Bereich Wirtschaft verliehen.

Länder: Mit 255 Preisträgern verzeichnen die USA mit großem Abstand die meisten Auszeichnungen. Auf den folgenden Plätzen kommen Großbritannien (93 Preisträger), Deutschland (80), Frankreich (51), Schweden (28), Russland (27) und Polen (26).

Geschlechter: Bislang wurden 805 Männer, aber nur 45 Frauen ausgezeichnet - darunter Marie Curie zweimal. Der Wirtschaftspreis ging bisher nur einmal an eine Frau: 2009 an die US-Ökonomin Elinor Ostrom. Mit dem Physikpreis wurden bislang 191 Männer, aber nur zwei Frauen geehrt.

Die Jüngsten: Erst 25 Jahre alt war der Brite Lawrence Bragg, als er als bislang jüngster Mensch 1915 den Physiknobelpreis zusammen mit seinem Vater William erhielt. Der Deutsche Werner Heisenberg bekam 1932 den Physikpreis mit 31 Jahren. Der Brite Rudyard Kipling wurde 1907 als bislang jüngster Mensch mit 42 Jahren mit dem Literaturpreis ausgezeichnet.

Die Ältesten: Der in Russland geborene US-Bürger Leonid Hurwicz erhielt 2007 als bisher ältester Menschen den Nobelpreis (Wirtschaft) mit 90 Jahren; er starb wenige Monate später. Die britische Autorin Doris Lessing setzte 2007 einen neuen Altersrekord beim Literaturnobelpreis. Sie war 87 Jahre alt, als sie mit der Auszeichnung geehrt wurde; sie starb im November 2013.

Familien: Unter den bisherigen Preisträgern sind sechs Vater-Sohn-Paare sowie ein Vater-Tochter- und ein Mutter-Tochter-Paar. Auch vier Ehepaare wurden schon mit Nobelpreisen bedacht. Im Blickpunkt steht dabei die Familie Curie: Das Ehepaar Pierre und Marie erhielt 1903 den Physiknobelpreis, Marie Curie wurde zudem 1911 in Chemie geehrt. Die gemeinsame Tochter Irène Joliot-Curie und ihr Ehemann Frédéric Joliot erhielten den Chemiepreis 1935.

Sprachen: Die Träger des Literaturnobelpreises schrieben am häufigsten Prosa, wobei die vorherrschende Sprache Englisch war (27 Ausgezeichnete), gefolgt von Französisch und Deutsch (jeweils 13), Spanisch (11), Schwedisch (7), Italienisch (6), Russisch (5), Polnisch (4), Norwegisch und Dänisch (jeweils 3) sowie Griechisch und Japanisch (jeweils 2).

Eingesperrt: Drei Träger des Friedensnobelpreises waren bei Bekanntgabe ihrer Auszeichnung inhaftiert: der deutsche Pazifist und Journalist Carl von Ossietzky 1935, die myanmarische Oppositionelle Aung San Suu Kyi 1991 und der chinesische Dissident Liu Xiabao 2010. Suu Kiy konnte im Juni 2012 ihre Dankesrede für den Nobelpreis in Oslo nachholen.

Nominierungen: In diesem Jahr wurden 278 Nominierungen für den Friedensnobelpreis eingereicht - so viele wie noch nie. Mit Ausnahme des Gewinners werden die Namen der Nominierten erst nach 50 Jahren bekanntgegeben.

Abgelehnt: Sechsmal verweigerten Preisträger bislang die Annahme der Auszeichnung. So lehnte der Franzose Jean-Paul Sartre 1964 den Literaturnobelpreis ab, und der vietnamesische Ministerpräsident Le Duc Tho wies 1973 den Friedensnobelpreis zurück, weil er ihn nicht mit US-Außenminister Henry Kissinger teilen wollte.
In den übrigen Fällen geschah die Verweigerung nicht freiwillig: Die Nazis zwangen Richard Kuhn (Chemie, 1938), Adolf Butenandt (Chemie, 1939) und Gerhard Domagk (Medizin, 1939) zur Ablehnung. 1958 sorgten die sowjetischen Behörden dafür, dass Boris Pasternak den Literaturnobelpreis nicht annahm.

Quelle: n-tv.de

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