Wissen
(Foto: picture alliance / dpa)

Von Vögeln und illegalen Hochzeiten: Woher kommt der Valentinstag?

Von Fabian Maysenhölder

Der 14. Februar gilt als Fest der Liebenden - am Valentinstag wird geturtelt, was das Zeug hält. Aber was ist so besonders an diesem Datum? Die Suche nach einer Antwort auf diese Frage führt mehr als 2000 Jahre in die Vergangenheit.

Blumen, Pralinen, Kerzen, ein romantisches Abendessen – viele Paare gönnen sich am 14. Februar ganz bewusst die Zweisamkeit. Es ist schließlich Valentinstag, da gehört sich das so. Doch wieso eigentlich? Wie wurde der 14. Februar eigentlich zu dem besonderen Tag für Liebende? Ist der Siegeszug des Valentinstags nichts anderes als eine gelungene Marketingstrategie der Blumenindustrie - ähnlich dem gelungenen Coca-Cola-Coup, der uns den rot-weißen Weihnachtsmann beschert hat? Nein, so einfach ist es nicht.

Video

Die Bezeichnung "Valentinstag" geht zurück auf die christliche Legende vom heiligen Valentin, der im dritten Jahrhundert als Priester in Rom gelebt haben soll. Gesicherte Quellen zu seiner Person gibt es aber kaum. Das ist schon daran erkennbar, dass es auch Erzählungen über einen anderen Valentin gibt, der nicht Priester in Rom, sondern Bischof im heutigen Terni gewesen sein soll. Bis heute ist unklar, ob es sich bei den beiden tatsächlich um zwei unterschiedliche Personen handelt, oder ob es nur einen von beiden wirklich gab.

Illegale Trauungen und Rosengeschenke?

Erst im Mittelalter tauchen schließlich im wahrsten Sinne des Wortes "blumige" Erzählungen über Valentin von Rom auf: Der Priester soll entgegen den Anweisungen des römischen Staats christliche Trauungen durchgeführt haben, auch von Paarberatungen bei Krisen ist die Rede. Verliebten soll er Rosen geschenkt haben. Valentin wurde, so bezeugen es Märtyrerberichte, am 14. Februar 268 in Rom hingerichtet. In einigen späteren Erzählungen sind vor allem die Trauungen gegen die Anweisungen des Staates der Grund, warum Kaiser Claudius Gothicus (268-270) Valentin schließlich enthaupten ließ.

Insbesondere die Erzählungen über die illegalen Trauungen und die verschenkten Blumen sind historisch nicht nachprüfbar und äußerst fragwürdig. Denkbar ist auch, dass diese erst nachträglich als Legende auf Valentin übertragen wurden, als es entsprechende "Liebesbräuche" um den 14. Februar bereits gab. Wahrscheinlich ist, dass zwar der Ursprung des Namens "Valentinstag" auf den christlichen Märtyrer zurückgeht, das Brauchtum jedoch aus einem heidnischen Zusammenhang kommt.

Heidnische Bräuche: Verlobung nach Los

Im antiken Rom wurde Mitte Februar sowohl das Fest des Hirtengottes Lupercus gefeiert als auch das der Göttin Juno, die als Göttin der Geburt, Ehe und Fürsorge galt. Im Rahmen des Lupercus-Festes war es üblich, junge Frauen und Männer per Losentscheid auf Zeit miteinander zu verbinden. Für diese "Liebes-Lotterie" stand der Liebesgott Amor Pate. Für die Göttin Juno wurden am 14. Februar Blumenopfer dargebracht – Grund für dieses Datum war, dass zu dieser Zeit die Paarungszeit der Vögel beginnt.

Im späteren Mittelalter war es schließlich vor allem in England und Nordfrankreich Brauch, am 14. Februar - vermutlich zurückgehend auf das Lupercus-Fest – seinen "Valentin" oder seine "Valentine" zu finden. Entweder per Los, oder aber es galt die erste Begegnung des Tages. Die beiden waren dann ein Jahr lang verlobt, um sich anschließend wieder zu trennen – oder zu heiraten.

Der 14. Februar war also schon lange vor der Zeit des heiligen Valentins, von dem wir eigentlich fast nichts wissen, mit diversen Bräuchen unterfüttert. Valentin wurde im Laufe der Zeit zum Patron der Jugend und der Liebenden, volkstümliche Erzählungen rankten sich um sein Leben und Wirken - denkbar, dass dies nur geschah, weil bereits diverse Bräuche existierten.

Nach Amerika kam der Valentins-Brauch schließlich über angelsächische Auswanderer - um dann nach dem zweiten Weltkrieg mit der fortschreitenden Amerikanisierung auch in Deutschland Fuß zu fassen. Ob der Valentinstag seine zunehmende Popularität nun der Kommerzialisierung oder einer besonderen romantischen Veranlagung der Menschen verdankt, sei einmal dahingestellt. Sein historischer Kern jedenfalls liegt  mehr als 2000 Jahre in der Vergangenheit.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen