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Die Gelbfiebermücke überträgt das Virus.
Die Gelbfiebermücke überträgt das Virus.(Foto: AP)

Reisewarnung für Schwangere: Zika-Virus breitet sich aus

Das von Mücken übertragene Zika-Virus hat die USA erreicht. Eine Infektion ist nicht tödlich, könnte für Babys im Mutterleib aber sehr gefährlich sein. Experten warnen Schwangere deshalb vor Reisen nach Lateinamerika.

In New York sind drei Menschen in New York positiv auf das Zika-Virus getestet worden. Die Patienten waren alle kürzlich in Gebiete gereist, in denen das von Mücken übertragene Virus verbreitet ist, das zu Fehlbildungen bei Embryos führen kann, wie die New Yorker Gesundheitsbehörde mitteilte. Demnach hat sich ein Patient bereits wieder vollständig erholt, während die beiden anderen auf dem Weg der Besserung seien. In den gesamten USA gibt es damit etwa ein Dutzend Fälle.

Bei Erwachsenen verlaufen Zika-Infektionen in der Regel relativ harmlos. In bis zu 80 Prozent der Fälle bleibt die Infektion unbemerkt. In den anderen Fällen ähneln die Symptome einer Grippe: Die Infizierten leiden unter Fieber, Kopfschmerzen und Muskelbeschwerden. Außerdem kann Hautausschlag auftreten. Bindehautentzündungen und Augenschmerzen sind ebenfalls möglich, ebenso wie Schwellungen an Händen oder Füßen.

Bislang wurde noch kein Todesfall im Zusammenhang mit Zika gemeldet. Für Schwangere ist das Virus aber gefährlich: Es kann sich auf das ungeborene Kind übertragen und möglicherweise zu Hirnfehlbildungen und Mikrozephalie führen, einem abnormal kleinen Kopf - geistige Behinderungen sind die Folge.

Reisen "möglichst vermeiden"

Gegen die Erkrankung gibt es weder eine Impfung noch ein Heilmittel. Die US-Gesundheitsbehörden raten Schwangeren deshalb von Reisen in viele Regionen in Südamerika und der Karibik ab, wo das Virus auftritt. Zuletzt wurden Fälle von Zika-Infektionen aus mehreren Ländern und Regionen Mittel- und Südamerikas gemeldet, darunter Brasilien, Kolumbien und Mexiko.

Auch deutsche Experten empfehlen Schwangeren, vor Reisen in die betroffenen Länder Lateinamerikas abzusehen. Die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin (DTG) und das Auswärtige Amt raten, Reisen in die Ausbruchsgebiete "möglichst zu vermeiden". Sollten Reisen unvermeidlich sein, müssten sich Schwangere konsequent vor Mückenstichen schützen. Wenn schwangere Frauen bereits in betroffenen Gebieten unterwegs gewesen seien, sollten sie ihren Frauenarzt bei der Vorsorgeuntersuchung darauf hinweisen, wie das Berliner Robert Koch-Institut empfiehlt.

Viele Fälle in Kolumbien

Allein in Kolumbien wurden seit Oktober vergangenen Jahres mehr als 11.000 Ansteckungen mit Zika-Viren nachgewiesen, hatte das Gesundheitsministerium des Landes kürzlich mitgeteilt. Parallel dazu meldeten brasilianische Behörden einen sprunghaften Anstieg von Schädel-Fehlbildungen bei Säuglingen. Ein Zusammenhang mit Zika wird vermutet - eine Mikrozephalie kann allerdings verschiedene Ursachen haben, zum Beispiel eine Rötelninfektion während der Schwangerschaft oder Genmutationen.

Die Regierung in Kolumbien teilte am Donnerstag mit, dass bislang 560 nachweislich mit dem Zika-Virus infizierte Schwangere registriert wurden. Mehr als 100 hätten ihre Kinder bereits zur Welt gebracht, sagte der stellvertretende Gesundheitsminister Fernando Ruiz. Mikrozephalie-Fälle seien dabei bisher nicht bekannt geworden. Möglicherweise würden neurologische Schäden aber erst innerhalb der nächsten Monate festgestellt.

Das Virus wurde erstmals 1947 in Uganda bei einem Affen entdeckt. Benannt ist es nach einem südlich der ugandischen Hauptstadt Kampala gelegenen Wald. Das Zika-Virus gehört ebenso wie die Viren des Gelbfiebers und des Dengue-Fiebers zur Familie der Flaviviridae. Der erste Fall beim Menschen wurde nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 1968 bekannt. Übertragen wird das Virus durch infizierte Stechmücken, darunter der Gelbfiebermücke (Aedes aegypti) und der Asiatischen Tigermücke (Aedes albopictus).

Quelle: n-tv.de

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