Wissen
Astronomen wollen die von Einstein vorhergesagten Gravitationswellen erstmals direkt messen. Über Einstein@home ist es Hobbyforschern möglich, den Wissenschaftlern dafür Rechenleistung zur Verfügung zur stellen.
Astronomen wollen die von Einstein vorhergesagten Gravitationswellen erstmals direkt messen. Über Einstein@home ist es Hobbyforschern möglich, den Wissenschaftlern dafür Rechenleistung zur Verfügung zur stellen.(Foto: Dana Berry/SkyWorks Digital/CFA Harvard)
Freitag, 26. Dezember 2014

"Bürger schaffen Wissen": Zu Hause ein bisschen Einstein sein

Sie helfen bei der Suche nach Gravitationswellen, zählen Vögel, sammeln Mücken oder messen die Luftqualität: Immer mehr Menschen werden zu Hobbyforschern, die ihre Ergebnisse zentralen Online-Datenbanken zur Verfügung stellen.

Die Plattform heißt Citizen Science, gestartet ist sie vor einem halben Jahr, und eine erste Zwischenbilanz ist positiv: Die Initiatoren freuen sich über eine rege Nachfrage von Hobbyforschern. "Der Zuspruch ist deutlich größer als wir erwartet haben", sagte David Ziegler von "Bürger schaffen Wissen". Mittlerweile sind 34 verschiedene Projekte auf der Plattform vertreten, die teils regional, teils ortsunabhängig arbeiten. "Eine genaue Rückmeldung, wie viele Bürger insgesamt mitmachen, haben wir aber leider noch nicht", sagt Ziegler.

Einige Projekte hob Ziegler als besonders bemerkenswert und nachgefragt hervor: So suchen Geschichts- und Namensforscher Informationen über historische und vielleicht schon fast vergessene Ortsnamen, die dann in einen zentralen Online-Atlas (GOV) eingehen. Vor allem bei Schulklassen beliebt ist auch die sogenannte Sense-Box: Aus einem Selbstbau-Set mit vorgefertigten Teilen basteln die Teilnehmer eigene kleine Umweltmessstationen - und speisen die Daten über Luftqualität, Verkehrsaufkommen oder Lärmbelastung dann in eine große Online-Karte ein.

Das "Animal Tracker"-Projekt der Vogelwarte Radolfzell wurde jüngst sogar preisgekrönt: Via Smartphone-App können Spaziergänger dabei mit Sendern ausgestattete Zugvögel orten - und ihre ergänzenden Beobachtungen zum Zustand der Tiere dann ins Wissensnetz laden. Die Online-Plattform wird gemeinsam von Wissenschaft im Dialog und dem Museum für Naturkunde Berlin betreut und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem Stifterverband für die deutsche Wissenschaft gefördert.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen