Donnerstag, 28. Mai 2009
Bis 2050 völlig verschwunden
Das Ende des Regenwaldes
Seit der Ankunft der Europäer um 1500 wurden 93 Prozent des brasilianischen Regenwaldes zerstört.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
Der Regenwald an Brasiliens Atlantik-Küste wird einer Studie zufolge in gut 40 Jahren vollständig verschwunden sein, wenn die Zerstörung im derzeitigen Tempo fortgesetzt wird.
Trotz Kampagnen gegen die Abholzung im Osten Brasiliens seien seit dem Jahr 2000 jährlich weiterhin 34.000 Hektar Wald zerstört worden, zitierte die örtliche Presse aus einer Studie der Stiftung SOS Mata Atlantica und des Forschungsinstituts INPE. In diesem Tempo werde der atlantische Wald, der das artenreichste Ökosystem der Erde sei, bis 2050 völlig zerstört sein, warnte INPE-Forscher Flavio Jorge Ponzoni. Die Entwaldung sei "außer Kontrolle", kritisierte Studienautorin Marcia Hirota.
Bei der Ankunft der Europäer in Brasilien im Jahr 1500 erstreckte sich der Regenwald über die gesamte Atlantik-Küste. Mittlerweile sind davon 93 Prozent zerstört. Schuld daran sind vor allem die Landwirtschaft und die Holzwirtschaft. Im Juni 2008 hatte der brasilianische Umweltminister Carlos Minc gesagt, die Flächen würden vor allem für den Soja-Anbau und die Viehzucht entwaldet.
Die Abholzung des Regenwaldes ist gefährlich, weil der Wald CO2 speichert, dessen Freisetzung den weltweiten Klimawandel verstärkt. Außerdem dient der brasilianische Regenwald 130 Millionen der 190 Millionen Einwohner des Landes als Wasserspeicher. Im April hatten etwa 50 Umweltorganisationen, Unternehmen, Universitäten und Regionalregierungen einen Pakt zur Aufforstung des Atlantik-Waldes geschlossen.
AFP
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