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R 400 - Der Name ist Programm Der Über-Golf debütiert in China

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Mit dem neuen Golf R 400 zeigen die Wolfsburger auf der Auto China eine echte Kampfmaschine.

Holger Preiss

Der Golf GTI wurde bereits durch das Familienmitglied Seat Leon Cupra pulverisiert. Jedenfalls die Leistungsparameter. Jetzt aber treten die hauseigenen Tuner der Volkswagen R GmbH an, alles Dagewesene in den Schatten zu fahren. In China präsentierten sie den R 400. Eine Kampfansage an die Straße und an den Rundkurs.

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In den weit ausgestellten Radkästen sind neue 19-Zoll-Alufelgen untergebracht, die während der Fahrt die Luft auf die Bremsen schaufeln.

(Foto: Holger Preiss)

Mit wirklich neuen Fahrzeugen hält sich Volkswagen im Augenblick zurück. Dafür ist es schon eine liebgewordene Tradition, den Klassenstar in loser Folge in ein Über-Auto zu verwandeln. Erst im vergangenen Jahr präsentierte die R GmbH den Golf VII mit Leistungsparametern, die in dieser Klasse jenseits von Gut und Böse liegen. Mit knackigen 300 PS fuhr die Kampfmaschine seinerzeit vor und auch die anderen Werte sprachen für sich. Von 0 auf Tempo 100 ging es in 4,9 Sekunden. Das Drehmoment liegt bei 380 Newtonmetern und die Spitzengeschwindigkeit bei abgeregelten 250 km/h.

400 PS auf 1420 Kilogramm

Das hat alles keinen Wert mehr, denn in China ließen die hauseigenen Tuner einen echten Über-Golf vorfahren. R 400 nennen die Wolfsburger ihre Studie und weisen mit dem Namen schon auf das Wesentliche hin: 400 PS ziehen die Tuner aus dem 2-Liter-Hochleistungsmotor des lediglich 1420 Kilogramm schweren Golfs. Das entspricht einem Leistungsgewicht von 3,55 Kilogramm pro PS. Entsprechend sportlich ist der Vortrieb, wenn die 450 Newtonmeter auf alle vier Räder verteilt werden. In 3,9 Sekunden katapultiert das Aggregat mit den Genen des WRC-Rennsportmotors den Bestseller auf Tempo 100. Die Spitze liegt bei abgeregelten 280 km/h.

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Nicht mehr vier, sondern zwei zentrierte Endrohre hat der Kraftprotz.

Damit der Über-Golf nicht von der Straße abhebt, wurde der Allradantrieb mit einer Haldex-5-Kupplung verbandelt. Damit wird die Kraft auf alle vier Räder verteilt, bevor Schlupf auftritt. Während der Vortrieb bei geringer Last ausschließlich über die Vorderräder erfolgt, wird bei ausreichendem Schub die Hinterachse in Sekundenbruchteilen gekoppelt. Neben der längs sperrenden Haldex-Kupplung dienen die elektronischen Helferlein um ESP und XDS als Quersperre. Entsprechend der fahrerischen Passion kann das ESP auch auf Sport gedrückt oder für die Rennstrecke ganz ausgeschaltet werden.

Hoheitszeichen in Gelb und Schwarz

Rennstreckentauglich sind auch die neu entwickelten 19-Zoll-Alufelgen, deren Einsätze wie Luftschaufeln zur Kühlung der Bremsanlage fungieren. Um der veränderte Einpresstiefe zu entsprechen, mussten die Tuner die Felgen deutlich nach außen setzen und die Karosserie an jeder Seite um jeweils 20 Millimeter verbreitern. Die neu gestalteten Kotflügel sind eine Reminiszenz an den legendären Rallye-Golf G60. Die Seitenpartie wird von einem umlaufenden Splitter aus Sichtkarbon geprägt, der dem Motorsport entlehnt ist. Dementsprechend mussten auch die Schweller angepasst werden. Der Designsprache von GTI und GTE folgend ziert den Super-Golf jetzt eine gelbe Linie in der Front.

Gelb und Schwarz sind auch die bestimmenden Farben im Innenraum. Daneben wurde mit Karbonapplikationen nicht gespart. Karbonleder veredelt die Türeinfassungen. Die Ziernähte hingegen sind in "Lemongelb" gehalten. Anders als beim Golf R zieren das Heck nicht mehr vier, sondern nur zwei polierte Endrohre. Allerdings haben die einen Durchmesser von 110 Millimetern und ragen leicht nach oben. Eine längst vergessene Tugend für extreme Sportlichkeit.

Für Sportlichkeit steht auch der schwarze Doppelspoiler, der aus zwei Ebenen besteht, zwischen denen das dritte Bremslicht integriert wurde. Wer jetzt aber glaubt, allen anderen Verkehrsteilnehmern mit dem R 400 die Rücklichter zu zeigen, muss enttäuscht werden. Noch handelt es sich um eine Studie. Doch wie sagte VW-Entwicklungschef Heinz-Jakob Neußer bei der Präsentation auf der Auto China: "Wir haben ihn. Jetzt müssen wir ihn nur noch bauen".

Quelle: n-tv.de

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