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Briefe aus dem Outback II "Ich habe derzeit viel Glück"

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Feld-Betankung: Kai-Uwe Stoye gibt seinem Discovery Sport das nötige Futter.

(Foto: Busse/Textfabrik)

Das Gros der Australier lebt an der Küste. Was hinter ihnen, also "back" liegt, ist uninteressant, also "out". So entstand der Begriff "Outback". Dorthin führt sechs deutsche Teilnehmer ihre Land Rover Experience Tour. Auf n-tv.de berichten sie von ihren Eindrücken.

Brandgeruch liegt in der Luft. Hier und da zügeln noch kleine Flammen, winden sich zuckend in hellrotem Flackern einen Hang hinauf. Die wiederkehrenden Brände im Outback haben eine ökologische Funktion und werden oft bewusst herbeigeführt, weil das ausgedörrte Gras Platz machen muss für frisches Grün. Mitte bis Ende November ist Regenzeit, dann sprießt es an allen Ecken und Enden.

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Fast täglich rollt der Konvoi an loderndem Feuer und verkohltem Holz vorbei.

(Foto: Busse/Textfabrik)

Im Northern Territory, einem Gebiet rund viermal so groß wie Deutschland, leben nicht einmal 250.000 Menschen, mehr als 100.000 davon in der Regionalhauptstadt Darvin. Viele Teile des östlich gelegenen Arnhem Lands dürfen nur mit Sondergenehmigungen befahren werden, eines von vielen Zugeständnissen, die der Staat gegenüber den Ureinwohnern macht. Mal eben im Supermarkt Brot und Aufschnitt für 50 Personen holen, fällt also aus.

Kulinarisches im Outback

Für das leibliche Wohl der Experience-Teilnehmer sind René Linke und Paul Neukirch verantwortlich, zwei gestandene Köche, denen planvolles Zubereiten von erlesenen Speisen ebenso vertraut ist wie das Improvisieren. Angetrieben von dem Ehrgeiz, ihren Gästen auch in der unwirtlichsten Umgebung perfekte Mahlzeiten zu kredenzen, fehlt es beim Frühstück weder an Croissants und Nugatcreme, noch an Rührei und gebratenem Speck. Zum Dinner gehört selbstverständlich frisches Gemüse, dazu werden mal Scampis, mal Lammkoteletts oder Rib-Eye-Steaks aufgetischt.

Allerdings könnten sie ihre Kochkunst wohl kaum ausüben, wäre da nicht der Service-Lkw, der wie Herz und Hirn eines gesunden Körpers den reibungslosen Ablauf der jeweiligen Campstopps gewährleistet. Auf einem Fahrgestell deutscher Herkunft, das mit fast 500 PS und 6x6-Allradantrieb ausgestattet ist, ließ Expeditions-Leiter Dag Rogge außer zwei je einen Kubikmeter großen Kühlzellen auch einen Stromgenerator, einen Terabyte-Rechner nebst WLAN-Router, einen Notarztplatz mit Defibrillator, Stauraum für mehrere Bierzeltgarnituren und einen 500-Liter-Frischwassertank installieren. Natürlich sind mehrere Kettensägen an Bord, denn für den vier Meter hohen Truck muss der lichte Raum zwischen den Bäumen oft freigeschnitten werden. Die Köche können außerdem auf zwei Gas-Grilleinheiten sowie einen Elektro-Backofen zurückgreifen.

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Für den 22 Tonnen schweren Versorgungs-Lkw gibt es mehr Herausforderungen als nötig.

(Foto: Busse/Textfabrik)

Keine Regel ohne Ausnahme: Kurz nach Beginn der Tour ist der Weg durch den Busch so schlecht, dass der Truck nur im Schneckentempo voran kommt. Die Folge: Zur vereinbarten Zeit hat er den am Meer gelegenen Übernachtungsplatz noch nicht erreicht. Das Malheur ahnend, hat sich jedoch schon ein eifriger Land-Rover-Mitarbeiter auf den Weg zum 60 Kilometer entfernten Lebensmittel-Händler gemacht. Drei Minuten vor Ladenschluss erleichtert er den hocherfreuten Kaufmann um mehrere Kilo Salat, Wurst, Käse, Konserven, Brot und Getränke.

Kai-Uwe Stoye sieht es mit Appetit und Neugier: Für den Fitnesstrainer und Ernährungsberater, der einen Tag vor der Abreise seinen 29. Geburtstag feierte, ist die Land Rover Experience so eine Art zusätzliches Geschenk. "Ich bin ganz zufällig im Internet auf die Ausschreibung gestoßen und dachte, versuch's einfach mal." Erfahrung im Offroad-Fahrten hatte der gelernte Bankkaufmann bis dahin nicht. "Ich habe in den letzten Monaten viel Glück mit meinen Vorhaben und auch diesmal hat es geklappt", so Stoye lächelnd.

280 Kilometer durch die Alpen

Nachdem er nämlich den Job in der Bank aufgegeben hat, ging er in die Schweiz. Inzwischen arbeitet er in einem Fastenhaus auf Sylt. Um sich selber fit zu halten, setzt sich Stoye gern auf sein Mountainbike. Einer der Höhepunkte für ihn ist der Trans Alpin Run. Das sind 280 Kilometer durch die Berge mit 16.000 Metern Höhenunterschied. "Körperlich bin ich, glaub ich, ganz gut aufgestellt. Aber erst, seit ich meine Ernährung umgestellt habe." Früher, so erzählt Stoye, hatte er unter allerlei Krankheiten zu leiden. Unter anderem Asthma und Hautprobleme. "Seit ich mich gesund ernähre, ist das alles verschwunden." Ihm hat die Veränderung geholfen. Andere zu bekehren ist aber nicht sein Ziel: "Man muss es selber wollen."

Die Fahrt durch Australien nimmt der junge Mann als das, was sie ist: ein geführtes Abenteuer. "Das Offroad-Fahren war ja neu für mich, prompt habe ich mich im knöcheltiefen Sand festgefahren. Fand ich aber nicht schlimm, ich wusste ja, gleich sind die Land-Rover-Leute mit der Winde da." Insofern sind die Risiken berechenbar und Stoye hat im Vorfeld nicht groß darüber nachdenken müssen, ob er dieses Abenteuer wagt oder nicht. Auch nicht über die Verpflegung, die so wichtig für sein Wohlbefinden ist. "Wenn nötig, kann ich mich die ganze Zeit von Obst ernähren – muss ich aber nicht. Es ist schon toll, was die beiden Köche René und Paul hier draußen so alles für die Mahlzeiten zaubern."

Am 29.11. und am 6.12. wird Norman Adelhütte in "PS - Das Automagazin" (immer sonntags um 08.10 Uhr bei n-tv) die Geschichte des Trails durch das Outback im Bewegtbild präsentieren. Ein Roadmovie gibt dann einen detaillierten Einblick in die Land Rover Experience Tour.

Quelle: ntv.de, aufgezeichnet von Axel F. Busse