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Drei Sondermodelle nach 67 Jahren Jetzt geht der Defender wirklich

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Ein letztes Mal gibt es den Defender: als Arbeitstier, als Retro-Modell und als Luxusausführung. Das lassen sich die Briten aber auch teuer bezahlen.

Fast sieben Jahrzehnte hat das knorrigste aller Fahrzeuge durchgehalten: der Land Rover Defender. Ende 2015 wird die Produktion endgültig eingestellt und durch ein komplett neues Modell ersetzt. Doch zuvor gibt es das alte Eisen in einer Sonderedition.

Dass es ihn nach fast 70 Jahren überhaupt noch gibt, ist so etwas wie eine Laune der Automobilgeschichte. Schon mehrfach schienen die Tage des klassischen Land Rover gezählt - schließlich debütierte er in seiner ersten Evolutionsstufe schon 1948. Erst im Jahre 1990 wurde ihm vom Marketing die Modellbezeichnung Defender verpasst.

Drei Sondermodelle

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Es gibt kein Gelände, das der Defender nicht kann.

Mit drei Sondermodellen seines klassischen Geländewagens Defender feiert Land Rover nun das Ende einer Ära. Der kantige Allrader kommt in den nächsten Monaten in einer speziellen Edel-Edition, in beinharter Offroad-Ausführung und als nostalgisches Retro-Modell auf den Markt. Ende 2015 endet dann die Produktion des britischen Urgesteins.

Die drei Sondermodelle sollen jeweils einen Aspekt des Defender besonders betonen. Die "Autobiography"-Ausführung setzt im April mit umfangreicher Ausstattung, Lederausstattung und Zweifarblackierung auf die Luxus-Karte und erhält zudem eine auf 150 PS aufgerüstete Version des 2,2-Liter-Dieselmotors. Die Preise sollen bei stattlichen 64.000 Euro liegen. Die "Heritage"-Edition bietet ab Herbst nostalgische Elemente wie die klassische grün-weiße Lackierung und einen Retro-Kühlergrill. Für den Antrieb sorgt die Standardausführung des Diesels mit 122 PS. Der Preis liegt hier bei 40.000 bis 45.000 Euro.

Die Leistungsfähigkeit im Gelände steht ebenfalls ab dem Herbst beim Sondermodell "Adventure" im Fokus. Das unterstreicht unter anderem ein zusätzlicher Unterfahrschutz, zudem gibt es LED-Scheinwerfer und Lederausstattung. Auch hier kommt der Standard-Diesel zum Einsatz, der Preis soll rund 45.000 bis 50.000 Euro betragen.

Das Flair eines Arbeitstiers

Der nur mit großem Widerwillen und erheblicher Verzögerung dem Zeitgeschmack angenäherte Land Rover vermittelt noch heute – und dabei ist es eigentlich egal, in welcher Ausstattung er daherkommt - das Flair eines Arbeitsgerätes für entbehrungsreiche Expeditionen. Tatsächlich verfügt der Brite über die Eigenschaft, selbst moderne Technik in der subjektiven Wahrnehmung um Jahrzehnte altern zu lassen. Zwar trägt der Defender seit 2012 einen modernen 2,2-Liter-Turbodiesel mit 122 PS unter der Haube, der hat aber nichts mit den Aggregaten aus den modernen Land Rover-Typen gemein.

Immerhin wandelt er den Treibstoff nicht mehr zu großen Teilen in Geräusch und Vibration um, wie es sein Vorgänger mit 2,4 Litern tat. Der zeigte sich nie als Kostverächter. In der Regel konsumierte er um die 11 Liter auf 100 Kilometer. Auch der Vortrieb ist bescheiden. Das neue Triebwerk wird bei 145 km/h abgeregelt, das Alte bereits bei 130 km/h. Bei Modellen vor 2012 kommt hinzu, dass das knochige Getrag-MT82-Getriebe trotz des lärmenden Motors, sich mit schabenden Lagergeräuschen in den Vordergrund zu spielen versteht.

Der Land Rover, dem erst 1990 der Zusatz Defender zu Teil wurde, wird seit 1948 gebaut. In knapp einem Jahr hat die robuste Technik dann allerdings endgültig ausgedient – auch weil die neuen EU-Vorgaben zum Fußgängerschutz mit der kantigen Karosserie nicht mehr einzuhalten sind. Land Rover prüft jedoch, ob das Modell außerhalb Europas in kleiner Stückzahl weiter gebaut und verkauft werden kann. 2016 dürfte es zudem eine Neuauflage des Modells für Europa geben – dann natürlich mit moderner Technik.

Quelle: ntv.de, hpr/sp-x

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