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Peugeot startet Versuch in Berlin Mit "Mu" mehr Mobilität

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Mit dem Mobilitätsprogramm will Peugeot seine Elektroautos bekannt machen.

Peugeot will Großstädter mobil machen und startet in Berlin ein Carsharing-Programm: Gegen erkaufte Punkte können Elektroautos sowie Roller und Fahrräder genutzt werden.

Auf Griechenland sind derzeit viele Europäer nicht gut zu sprechen. Den französischen Hersteller Peugeot schreckt das nicht und er hat ausgerechnet den griechischen Buchstaben "mü" gewählt, um ein neues Mobilitätskonzept vorzustellen. Die Franzosen bieten ihre Autos, Roller und Fahrräder künftig in einer Art Carsharing-Programm an. Das "Mu" steht im Griechischen auch für Bewegung schlechthin und soll in Deutschland nicht zuletzt die Elektroautos der Marke populär machen.

Viele Großstädter haben kein eigenes Auto. Peugeot will sie mit seinem Konzept nun trotzdem mobil machen. In der französischen Hauptstadt Paris gibt es das Programm schon seit Anfang Januar. Im Kern geht es darum, dass mit Hilfe einer dem Prepaidkarten-System vergleichbaren Kundenkarte Mobilitätspunkte gekauft und anschließend in die Nutzung von Autos, Motorrollern oder Fahrrädern investiert werden können. Auch in den französischen Städten Nantes, Brest, Lyon und Rennes sind inzwischen Aktionen nach dem Pariser Vorbild gestartet worden. In den ersten zwei Monaten fanden rund 1000 Neugierige das Angebot interessant genug, um sich registrieren zu lassen. Mittlerweile gebe es "100.000 Anfragen sowie 1200 Mietverträge und eine starke Steigerung im April", sagte Nadège Faul bei der Präsentation des Projekts in Berlin. Faul ist bei Peugeot verantwortlich für den Bereich Mobilitäts-Services.

Standorte in drei Bezirken

In der deutschen Hauptstadt hat Peugeot vier Standorte in drei Bezirken für das Pilotprojekt ausgewählt. In Lichtenberg, zweimal in Wilmersdorf und in Schöneberg können die potenziellen Kunden mit dem Sammeln ihrer Mobilitätspunkte beginnen. Während jedoch in Paris über 300 Fahrzeuge zur Verfügung stehen, ist das Angebot in Berlin überschaubar. Oliver Kurtz, Projektverantwortlicher für "Mu" in Deutschland, nennt die Größenordnung: "Wir haben zunächst 43 Pkw und leichte Nutzfahrzeuge im Programm sowie acht Fahrräder, zwei Elektrofahrräder und sechs Scooter". Besonders interessant wird das Konzept, wenn das Ende des Jahres startende Elektroauto Peugeot Ion in den Fahrzeugpool aufgenommen wird. Dann kann plötzlich jedermann ein E-Mobil mieten, denn der hohe Kaufpreis stellt so keine Hürden mehr dar.

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Auch auf zwei Rädern geht's durch die Hauptstadt.

Was sich der Nutzer an Fahrten auf die Kundenkarte lädt, richtet sich natürlich nach seines finanziellen Möglichkeiten und Mobilitätswünschen. Ein "Mu"-Punkt kostet 20 Cent, also bekommt man für zehn Euro 50 Punkte. Dafür kann man sich einen Tag lang das Elektrofahrrad leisten. Wer lieber Auto fährt, zahlt für einen Tag im Peugeot 308 einen Betrag von 65 Euro oder 325 Punkte. In den Kosten für ein Auto sind zum Beispiel die Kasko- und Haftpflichtversicherungsbeiträge enthalten. Im Gegensatz zur Praxis vieler Autovermietungen sind hierbei die gefahrenen Kilometer nicht begrenzt, aber "der Wagen muss natürlich ordnungsgemäß und vollgetankt wieder abgegeben werden", so Oliver Kurtz. Durch die Erfahrungen in Frankreich kennt Kurtz seine potenziellen Kunden auch schon recht gut.

Neues Coupé schon dabei

Es haben sich im Wesentlichen drei Gruppen von Nutzern zu erkennen gegeben: Das eine sind Nutzer, die wegen der Freude am Autofahren neugierig werden, die zweite hat kein eigenes Auto und braucht den Wagen nur für einen bestimmten Zweck. Die dritte Gruppe nutzt das Angebot wegen eines akuten und nicht geplanten Mobilitätsbedürfnisses. Große Erwartungen setzt Peugeot in den neuen Kompakt-Sportwagens RCZ; der rassige 2+2-Sitzer steht in diesem Rahmen für 100 Euro Miete pro Tag zur Verfügung.

Beim ausgedehnten Trip ins Wochenende ist zumindest eins sicher: Die Entfernungen werden deutlich größer sein als die Distanz, die Wissenschaftler in ihrer Praxis dem griechischen Buchstaben "mü" beimessen: Es ist der millionste Teil eines Meters.

Quelle: ntv.de