Auto

Hohe Nachfrage nicht befriedigt Opel baut nicht genug Elektro-Mokkas

Opel_512163.jpg

Viele Kunden hätten gern einen Mokka-e - doch Opel kommt Berichten zufolge mit der Produktion nicht hinterher.

(Foto: Opel)

Es ist ein Erfolg, der Opel schmerzt: Endlich erlebt der Autobauer einen Nachfrageboom für eines seiner Modelle, doch dann ist er nicht in der Lage, diesen zu befriedigen. Es geht um ein Elektro-SUV.

Der krisengebeutelte Autobauer Opel darf sich über einen unerwarteten Erfolg freuen: Die Elektro-Variante des Modells Mokka verkauft sich momentan so gut, dass Opel mit der Produktion nicht hinterherkommt. Wie das "Handelsblatt" berichtet, verschickte das Unternehmen Absagen an Kunden, die das Klein-SUV mit Elektromotor geordert hatten. Aufgrund einer "Überbuchung" müsse die Bestellung storniert werden, zitiert die Zeitung aus einem Schreiben an einen Interessenten. In diesem Jahr könne Opel das Modell nicht mehr liefern, ein Liefertermin könne nicht angegeben werden.

Dem Bericht zufolge bestätigte Opel, dass "einige Varianten des Mokka-e" ausverkauft sind. Das gelte aber nicht für alle Ausstattungslinien. Auch Benzin- und Dieselmodelle seien noch lieferbar. Im "Handelsblatt" heißt es, Opel biete stattdessen den Kleinwagen Corsa als Elektroauto "zu Schleuderpreisen" an.

Doch darauf gingen viele Kunden nicht ein. Sowohl bei Käufern als auch beim Unternehmen sei der "Frust vernehmbar". Angesichts jahrelanger Absatzflaute sei es "bitter", den Mokka-e nicht im gewünschten Umfang liefern zu können, werden Konzernkreise zitiert. Bei der Kalkulation der Produktion im französischen Poissy habe man zu konservativ gedacht. Der PSA-Konzern, zu dem Opel gehört, baut dort auch das Schwestermodell, den DS 3 Crossback.

2020 Boomjahr für Elektroautos

Rechnet man die E-Auto-Prämie von 9000 Euro ein, ist der Mokka-e schon für 23.400 Euro zu haben und damit eines der günstigeren Elektroautos. Der ID.3 von VW kostet abzüglich der Prämie noch gut 25.000 Euro und ist auch kein SUV. Noch deutlich günstiger sind Kleinwagen wie der Corsa-e (mit Prämie für knapp 20.000 Euro zu haben) oder Kleinstwagen wie der VW Up (mit Prämie ab ca. 12.000 Euro).

Mehr zum Thema

Im vergangenen Jahr erlebte Deutschland einen nie dagewesenen Boom bei den Elektroautos. So wird jeder fünfte zwischen Januar und Oktober neu zugelassene Pkw zumindest teilweise mit Strom angetrieben. Laut einem Bericht der Deutschen Energie-Agentur (Dena) verdoppelte sich der Marktanteil im Vergleich zum Vorjahr. Dazu zählen aber auch Hybrid-Antriebe. Mehr als 120.000 reine Elektroautos wurden in den ersten zehn Monaten des Jahres 2020 demnach zugelassen.

Gründe für das Anziehen der Nachfrage sind neben der Prämie auch immer strengere Schadstoffgrenzwerte, höhere Steuern für konventionelle Antriebe und ein wachsendes Netz an Lademöglichkeiten. Zudem ist unklar, wie wertstabil Neuwagen mit Benzin- oder Diesel im Tank noch sein werden, da sich die ganze Branche in Richtung E-Mobilität bewegt.

Quelle: ntv.de, vpe