Gebrauchte

Renault Laguna gebraucht Franzose mit Mängeln

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Den Laguna Typ G gibt es auch als Kombi.

(Foto: Renault)

Der Renault Laguna bietet viel Platz und Komfort für die ganze Familie und ist bereits ab 1500 Euro als Gebrauchtwagen zu haben. Doch kann der Franzose auch unterm Blech überzeugen?

Limousinen aus Frankreich bieten vor allem eins: viel Komfort. Beim Renault Laguna ist das nicht anders, nicht nur beim Fünftürer, sondern auch beim Kombi. Auch bei den Gebrauchtwagenpreisen können die Franzosen meist glänzen. Das ist beim ersten Laguna ab 1994 so, und auch der Type G, gebaut zwischen 2001 und 2007, ist mittlerweile günstig zu haben. Doch wo Licht ist, ist auch Schatten - und der ist beim Laguna die Verarbeitungsqualität, wie der Gebrauchtwagen-Check zeigt.

Karosserie: Den Laguna (Type G) gab es als Limousine und Kombi. Die zweite Generation des Mittelklasse-Franzosen ist vor allem durch ein graues Element zwischen Motorhaube und Kühlergrill zu erkennen, im Volksmund "Nasenpflaster" genannt. Vor allem der Kombi war in Deutschland beliebt und ist auf dem Gebrauchtwagenmarkt häufig zu finden. Auf den bis zu 4,71 Metern Länge finden nicht nur fünf Personen ausreichend Platz, sondern auch genügend Gepäck für die lange Reise. Verschiedene Ausstattungsniveaus und Designlinien bringen zum Teil Luxus in die Mittelklasse. In der Basisversion aber ist der Laguna eher nüchtern ausgestattet. Interessenten sollten deshalb mindestens eine der mittleren Ausstattungen Expression oder Dynamic wählen.

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Weiß zu glänzen, hat aber auch seine Schattenseiten: der Laguna von Renault.

(Foto: Renault)

Antrieb: Die Auswahl an Motoren ist beim Laguna groß. Zwischen sieben Benzinern und fünf Dieselmotoren konnten Kunden damals wählen, die Leistung reicht vom 1,9-Liter-Diesel mit 92 PS, über den Basisbenziner mit 107 PS bis zum 3,0-Liter-Turbobenziner mit 207 PS. Doch nur die wenigsten Antriebe sind empfehlenswert. Die Basismotoren sind mit der mindestens 1,3 Tonnen schweren Karosserie schnell überfordert und die großen Benziner sind sehr durstig. Mit der goldenen Mitte, dem 2,0-Liter-Vierzylinder mit 135 PS oder 140 PS und dem 1,9-Liter-Diesel mit 120 PS ist man gut unterwegs. Ab 2003 gab es dafür auch Rußfilter. Doch die Triebwerke sind nicht alle besonders zuverlässig. Bei den Dieseln gibt es häufig Probleme mit dem Turbolader, verschlissenen Kupplungen und der Einspritzpumpe. Auch die Getriebe vertragen anscheinend das hohe Drehmoment nicht und machen oft Ärger. Interessenten sollten darauf bei der Probefahrt achten.

Ausstattung und Sicherheit: Der Laguna bietet Komfort und Sicherheit. Sechs Airbags und ESP zählen von Anfang an zur Serienausstattung. Beim Euro-NCAP-Crashtest erzielte der Franzose 2003 fünf Sterne. Die Sitze sind weich und bequem, nerven auch auf längeren Fahrten nicht. Gewöhnungsbedürftig ist jedoch die gefühllose Lenkung, die wenig Rückmeldung über die Straße gibt. Praktisch zeigt sich das schlüssellose Zugangssystem – wenn es denn funktioniert, und das ist nicht immer der Fall. Wer auf Nummer sicher gehen will, sucht sich ein Auto mit konventionellem Zugangssystem.

Die Qualität: In diesem Kapitel wird es düster. Zu den Problemen bei Motor, Getriebe und dem schlüssellosem Zugangssystem kommen noch die verschleißanfällige Lenkung und die labilen Achsgelenke. Beim TÜV-Mängelbericht schneidet der Laguna G deshalb deutlich schlechter ab als der Durchschnitt. Bei der Probefahrt sollte man das Radio ausstellen und auf Klappergeräusche im Frontbereich achten. Auch die Blinkeranlage funktioniert nicht immer einwandfrei, die Handbremse zieht oft nur einseitig. Die Bremsenscheiben sind oft verschlissen. Dafür ist Rost beim Laguna kein Problem, weder an der Karosserie noch an der Auspuffanlage. Auch Inkontinenz an Motor oder Getriebe ist eher selten.

Fazit: Groß und günstig ist der Renault Laguna. Ab 1500 Euro wird der Franzose angeboten. Doch ein vermeintlich preiswertes Angebot kann schnell teuer werden. Vor allem dann, wenn die Vorderachse und die Lenkung im Lauf der Jahren nicht überholt wurden. Interessenten sollten auf jeden Fall eine intensive Probefahrt unternehmen und auf Klappergeräusche achten.

Quelle: n-tv.de, sp-x

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