Der TagBericht: AfD-Politiker schleust rechtsextremen Aktivisten bei Bundeswehrübung ein
Der AfD-Verteidigungspolitiker Hannes Gnauck hat offenbar einen Aktivisten der rechtsextremen "Identitären Bewegung" bei einer nicht öffentlichen Bundeswehrübung eingeschleust. Vor dem "Multiplikatorentag" des Heeres in Munster am 5. Mai soll Gnauck Jannis George über den Verteidigungsausschuss des Bundestags als Begleitung für sich angemeldet haben. Das berichtet der "Spiegel". Die Einladung richtete sich demnach an Abgeordnete, Rüstungsinsider und Wissenschaftler. Auf dem Übungsplatz wurden Systeme vorgeführt, die die Armee anschaffen will. Obwohl ein Film- und Fotografierverbot herrschte, veröffentlichte George diverse Bilder auf seinem Instagram-Account, die bis heute online sind. Das sei dem Bericht zufolge auch dem Militärgeheimdienst MAD aufgefallen. George ist laut "Spiegel" in der völkischen Szene gut vernetzt und arbeitet für eine Medienagentur, die für den AfD-Kandidaten Ulrich Siegmund in Sachsen-Anhalt aktiv war. Auch davon finden sich Eindrücke auf seinem Instagram-Account. Im Herbst 2025 verlor George wegen Sicherheitsbedenken seinen Hausausweis für den Bundestag, den er für einen Job bei einer AfD-Abgeordneten besaß. Hintergrund war eine Verurteilung unter anderem wegen Volksverhetzung und Hausfriedensbruchs, die noch nicht rechtskräftig ist.
Gnauck selbst reagierte auf X auf den "Spiegel"-Artikel: "Ist das hohl", schrieb der Bundestagsabgeordnete. "Der Multiplikatoren-Tag in Munster, der von der Bundeswehr ausgerichtet wurde, war extra für Mitarbeiter von Bundestagsabgeordneten angesetzt. An diesem Tag haben übrigens alle Mitarbeiter von sämtlichen Fraktionen Fotos und Videos gemacht." Es sei bezeichnend, dass personenbezogene Daten, Gästelisten und so weiter aus dem Verteidigungsministerium an den "Spiegel" gelangt seien. "Vielleicht sollten die Kollegen des MAD dort mal ansetzen." Auf den Umstand, dass er einen Rechtsextremisten angemeldet hatte, der nicht mehr Zutritt zum Bundestag hat, ging Gnauck nicht ein.