mit Sarah PlatzDas war Donnerstag, der 12. Juni 2025
Liebe Leserinnen und Leser,
Mehr als 240 Menschen kamen ums Leben, als ein Passagierflugzeug von Air India am Mittag in ein Wohngebiet im Westen Indiens stürzte. Was zu dem Unglück führte, ist noch vollkommen ungeklärt. Sicher ist bisher nur, dass die Maschine kurz nach dem Start vom Flughafen in Ahmedabad an Höhe verlor, schließlich in ein Gebäude krachte und in Flammen aufging. Dass ein Passagier dieses Geschehen überlebte, gleicht einem Wunder:
Zum Abschluss des Tages möchte ich Ihnen außerdem diese Themen ans Herz legen:
Hatte Dreamliner genug Schub? Experte sieht "offensichtliches" Problem bei Flugzeugabsturz
Geopolitik des 21. Jahrhunderts: Die Ostsee ist keine "lauwarme Badewanne" mehr Von Andrea Sellmann
Verbotene Bücher: Die USA entledigen sich ihrer Klassiker Von Sabine Oelmann
Warum Barça ihn nicht mehr will: Marc-André ter Stegen versteht die Welt nicht mehr Von Sebastian Schneider
Ich wünsche Ihnen einen schönen Rest-Abend, bis bald!
Fragwürdiger Vorfall: US-Senator in Handschellen aus Pressekonferenz gezerrt
Der oppositionelle Senator Alex Padilla ist zum Verlassen einer Pressekonferenz der Heimatschutzministerin Kristi Noem gezwungen und aus dem Raum gezerrt worden. Sicherheitskräfte drückten ihn zu Boden und legten ihm Handschellen an, nachdem er versuchte, der Ministerin eine Frage zu stellen. "Ich bin Senator Alex Padilla, ich habe Fragen an die Ministerin", sagte der demokratische Politiker Padilla während der Pressekonferenz. Noem sprach dort über Proteste in Los Angeles gegen das Vorgehen von Präsident Donald Trump gegen Migranten.
Der Vorgang ruft auch Kritik unter den Republikanern von Trump hervor. "Senator Padilla ist ein großer, hochgewachsener Mann, und zu sehen, wie er aus diesem Raum gezerrt wurde, ist falsch und krank", sagt die republikanische Senatorin Lisa Murkowski im Kapitol. Der Minderheitsführer im Senat Chuck Schumer erklärt: "Ich habe gerade etwas gesehen, das mir den Magen umgedreht hat - die Misshandlung eines US-Senators." Er fordert: "Wir brauchen sofort Antworten darauf, was zum Teufel da passiert ist."
Trump droht: Autozölle könnten schon bald noch weiter steigen
US-Präsident Donald Trump hat mit einer Erhöhung seiner Autozölle gedroht. "Vielleicht erhöhe ich diese Zölle in naher Zukunft", sagte Trump bei einem Auftritt im Weißen Haus. Je höher die US-Zölle seien, desto wahrscheinlicher sei es, dass ausländische Autounternehmen ihre Werke in den USA bauten.
Trump hat einen Aufschlag von 25 Prozent auf importierte Autos und Autoteile verhängt. Erleichterungen bei den Autoteilen gibt es für Hersteller, die ihre Fahrzeuge in den USA endmontieren. Sie können sich einen Teil der Zölle rückerstatten lassen. Die Abgabe für fertige Autos trat Anfang April in Kraft, die für Teile folgte Anfang Mai. Aus der Industrie gab es Warnungen vor drastischen negativen Folgen und Preiserhöhungen.
Türkin stellt Sauerstoffgerät der Bettnachbarin ab - und wird ausgewiesen
Eine 75 Jahre alte Türkin, die in einem Mannheimer Krankenhaus ihrer Bettnachbarin das Sauerstoffgerät abschaltete, darf in die Türkei ausgewiesen werden. Ihr Verhalten sei eine schwerwiegende Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung, erklärte das Verwaltungsgericht im baden-württembergischen Karlsruhe nun. Sie war 2023 wegen versuchten Totschlags verurteilt worden.
Das Mannheimer Landgericht stellte damals fest, dass sie bei einem Klinikaufenthalt wegen Corona im November 2022 auf der Isolierstation gleich zweimal das Sauerstoffgerät ihrer Nachbarin abgeschaltet hatte. Sie habe sich von den Alarmtönen des Geräts gestört gefühlt.
Die 79 Jahre alte Bettnachbarin starb einige Tage später.
Die Frau sitzt seit ihrer Festnahme Ende November 2022 in Haft. Im August vergangenen Jahres wies das Regierungspräsidium Karlsruhe sie aus Deutschland aus. Dagegen zog die Frau vor Gericht, wo sie aber keinen Erfolg hatte.
Das Verwaltungsgericht kam zu der Überzeugung, dass von ihr die Gefahr ausgehe, dass sie weitere ähnliche Straftaten begehen könne.
Trump feiert sich für Handeln in L.A. - Stadt wäre "zu Tatort" geworden
Nach den tagelangen Protesten in Los Angeles hat US-Präsident Donald Trump sein Eingreifen für eine mutmaßliche Beruhigung der Lage verantwortlich gemacht. Die kalifornische Küstenstadt habe dank des von ihm angeordneten Militäreinsatzes die vergangenen zwei Nächte "sicher und wohlbehalten" überstanden, erklärt Trump nun auf "Truth Social". "Unsere großartige Nationalgarde hat mit ein wenig Hilfe der Marines die Polizei von Los Angeles in die Lage versetzt, ihre Arbeit effektiv zu erledigen", erklärt der US-Präsident. Ohne diesen Einsatz wäre die Stadt zu "einem Tatort, wie wir ihn seit Jahren nicht gesehen haben" geworden.
Gegen den Willen des demokratischen Gouverneurs von Kalifornien hatte Trump zuvor Soldaten der Nationalgarde und der US-Eliteeinheit Marines nach Los Angeles beordert, um anhaltenden Proteste gegen seine Abschiebepolitik zu beenden.
Verfolgungsjagd bei 5 km/h - Bagger flieht vor Polizei
Eine Verfolgungsjagd in South Carolina dürfte den beteiligen Beamten noch lange im Gedächtnis bleiben. Ein Bagger flieht vor den Polizeiwagen, nachdem er ein Auto beschädigt hat. Die verfolgen ihn ausdauernd. Den Flüchtigen aus den Augen zu verlieren, ist aufgrund der Geschwinidkgeit auch nicht möglich.
Kartellamt stoppt Tönnies-Plan
Das Bundeskartellamt hat dem Fleischverarbeitungsunternehmen Tönnies eine Übernahme von weiteren Schlachthöfen in Deutschland untersagt. Tönnies wollte vom niederländischen Unternehmen Vion die Standorte Buchloe im Ostallgäu, Crailsheim in Franken und Waldkraiburg in Oberbayern kaufen - doch diese Übernahme hätte laut Kartellamt die Marktposition des Unternehmens in den betroffenen Regionen "bedenklich verstärkt". So habe das Unternehmen bereits eine dominierende Position bei der Schlachtung und Verarbeitung von Schweinen in Deutschland.
Gegen den Beschluss können die Unternehmen noch Beschwerde beim Oberlandesgericht Düsseldorf einreichen. Das Familienunternehmen Tönnies mit Sitz in Rheda-Wiedenbrück beschäftigt mehr als 20.000 Menschen, der Umsatz 2023 betrug etwa 7,8 Milliarden Euro.
Schafe in Berliner Wohnung geschlachtet - Polizei findet blutige Messer
Zwei gestohlene Schafe sind in einer Wohnung in Berlin geschlachtet worden. Ein drittes Schaf konnte von der alarmierten Polizei gerettet werden.
Vor dem Haus im Ortsteil Köpenick hatte ein Transporter gehalten, wie die Polizei mitteilt. Die drei Schafe wurden demnach ausgeladen und in eine Wohnung getragen.
Die Polizisten fanden in der Wohnung die beiden getöteten Schafe, mehrere blutige Messer und Schalen. Im Badezimmer habe das dritte Schaf noch lebend auf dem Boden gelegen. Es habe Hinweise auf eine Misshandlung der Tiere vor der Tötung gegeben, so die Polizei.
Die Schafe sollen demnach im Landschaftspark Herzberge in Berlin-Lichtenberg, wo eine Schafherde gehalten wird, gestohlen und an einen 41-jährigen Mann verkauft worden sein.
Grazer Amokläufer rasselte durch Psycho-Test beim Militär
Der Amokschütze von Graz ist 2021 beim österreichischen Bundesheer durch die psychische Tauglichkeits-Prüfung gefallen. Er sei bei der Musterung als psychisch untauglich für den Wehrdienst befunden worden, bestätigte der Sprecher des Bundesheers, Michael Bauer, auf X. Eine Weitergabe dieser Daten von der Musterung an Dritte sei dem Bundesheer nicht erlaubt, so Bauer weiter. Der 21-Jährige hatte laut Polizei seit dem Frühjahr eine Waffenbesitzkarte, die für den Kauf einer Pistole nötig ist. Für die Waffenbesitzkarte musste der junge Mann wiederum vorher einen Test auf seine psychische Eignung machen, den er bestand.
Sieben Minuten Horror: Amokläufer von Graz plante Tat bis ins Detail
Der Amokläufer von Graz hat den siebenminütigen Amoklauf bis ins letzte Detail geplant, wie die Ermittler bekannt geben. Zunächst habe der Amokschütze im 2. Stock des Gebäudes des Gymnasiums wahllos auf Menschen geschossen, sagte Lohnegger. Danach sei er in den 3. Stock gegangen und habe die inzwischen von innen verriegelte Tür aufgeschossen. Praktisch zeitgleich mit dem Eintreffen der Polizei habe er sich mit einem Schuss in den Kopf selbst getötet. Der 21-Jährige habe noch genügend Munition gehabt, seinen Amoklauf fortzusetzen, sagte der Leiter des Landeskriminalamts Steiermark, Michael Lohnegger.
Bei einer Hausdurchsuchung am Wohnort des Angreifers entdeckten Ermittler auch eine Rohrbombe, die allerdings nicht funktionstüchtig war. Aus den gefundenen Dokumenten gehe hervor, dass dem 21-Jährigen die Zeit fehlte, die Bombe funktionstüchtig zu machen, so der LKA-Leiter. Zu den meisten Opfern habe der Täter keine nahe Beziehung aus seiner Schulzeit gehabt. Nur die getötete Lehrerin habe ihn unterrichtet, hieß es. Alle bisher ausgewerteten Unterlagen gäben weiterhin keinen Hinweis auf ein Motiv.
Air India meldet Überlebende nach Flugzeugabsturz
Bei dem katastrophalen Flugzeugabsturz in Indien gab es nach Angaben der Fluglinie Überlebende. "Die verletzten Passagiere wurden von den örtlichen Behörden in die nächstgelegenen Krankenhäuser gebracht", sagte Airline-Chef Campbell Wilson in einer Video-Stellungnahme auf X. Genaue Zahlen zu Verletzten und Toten gibt es bislang nicht. Zuvor hieß es, alle Insassen seien ums Leben gekommen.
SPD widerspricht CSU-Forderung: Palantir-Gründer Peter Thiel ist "Demokratiefeind"
Die mögliche bundesweite Einführung einer Analysesoftware zur polizeilichen Verbrechensbekämpfung hat für eine Debatte zwischen Union und SPD gesorgt. Während die CSU die Nutzung der Software Vera bei Bundespolizei und Bundeskriminalamt (BKA) befürwortet, lehnt die SPD die Einführung strikt ab. Die Plattform des US-Herstellers Palantir habe sich beim bayerischen Landeskriminalamt bereits bewährt - "was in Bayern bereits funktioniert, sollte auch auf Bundesebene zur Kriminalitätsbekämpfung eingesetzt werden", sagte die CSU-Innenpolitikerin Mechthilde Wittmann dem "Handelsblatt". Sie verwies darauf, dass unter bayerischer Federführung mit Palantir ein Rahmenvertrag abgeschlossen worden sei, der Bund und Ländern den "unkomplizierten Einstieg" in das System erlaube. "Diese Möglichkeit sollte genutzt werden."
Der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Sebastian Fiedler, erwiderte im "Handelsblatt": "Industriepolitik für ein einzelnes US-amerikanisches Unternehmen finde ich generell problematisch." Hinzu komme, dass der Palantir-Gründer Peter Thiel dem Verwaltungsrat des Unternehmens vorstehe. Der Tech-Milliardär sei "ein Demokratiefeind von besonders bedrohlichem Kaliber", sagte Fiedler.
Boeing-Ingenieur warnte vor möglichen Sicherheitslücken bei Dreamliner
Nach dem Flugzeugabsturz in Indien werden erneut Sicherheitsbedenken zu Flugzeugen des Herstellers Boeing laut. Bei der jüngst verunglückten Maschine der Fluglinie Air India handelt es sich um einen 787 Dreamliner, mit dem es laut der Datenbank der US-Flugsicherung bisher keine tödlichen Unfälle gegeben hat. Im April des vergangenen Jahres gab die US-Luftfahrtbehörde FAA jedoch bekannt, dass sie schwere Sicherheitsbedenken eines Boeing-Ingenieurs hinsichtlich der Maschine untersuche. Dies berichtet nun die "New York Times". Demnach könnten Teile des Rumpfs der 787 Dreamliner nicht ordnungsgemäß miteinander verbunden sein. Der Ingenieur Sam Salehpour erklärte, dass große Teile von verschiedenen Herstellern stammen und deswegen nicht genau zusammenpassen. In der Folge können sie nach Tausenden von Flügen auseinanderbrechen.
Boeing erklärte damals, es habe umfangreiche Tests an den Dreamlinern durchgeführt und "festgestellt, dass dies kein unmittelbares Problem für die Flugsicherheit darstellt". Es ist unklar, wie viele Flüge das Air-India-Flugzeug absolviert hatte. Laut Aufzeichnungen von Flightradar24 war das Flugzeug mehr als zehn Jahre alt.
Hochzeiten, Todesfälle & Corona - AfD erringt Teilsieg vor Gericht
Die AfD ist mit einem Antrag gegen eine im Jahr 2021 in Sachsen erlassene Corona-Verordnung vor Gericht teilweise erfolgreich gewesen. Der Verfassungsgerichtshof des Freistaats Sachsen entschied in Leipzig, dass insbesondere die im Frühjahr 2021 angeordnete Teilnehmerbegrenzung bei Eheschließungen und Beerdigungen sowie die nächtliche Ausgangssperre verfassungswidrig gewesen seien. Andere Maßnahmen der Landesregierung zum Schutz der Bevölkerung vor dem Coronavirus waren demnach hingegen mit der Landesverfassung vereinbar.
Der Antrag von 38 AfD-Abgeordneten des früheren Sächsischen Landtags in dem Normenkontrollverfahren richtete sich gegen Corona-Schutzverordnungen vom 26. Januar 2021 und 12. Februar 2021. Damit wurden unter anderem Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen, eine nächtliche Ausgangssperre, ein Alkoholverbot in der Öffentlichkeit und die Schließung verschiedener Einrichtungen wie Gaststätten angeordnet sowie der Teilnehmerkreis von Versammlungen, Eheschließungen und Trauerfeiern beschränkt.
Polizei: Täter von Graz lebte zurückgezogen in virtueller Shooter-Welt
So sicher wie das Amen in der Kirche kommt nach einem Amoklauf auch die "Killerspiel"-Debatte. Die Gaming-Branche dürfte angesichts der ewig gleichen ritualisierten Diskussionen wieder rotieren.
Der Amokläufer von Graz war laut Polizei ein leidenschaftlicher Spieler von Ego-Shooter-Spielen. Er sei ein sehr introvertierter Mensch gewesen, der sehr zurückgezogen gelebt habe, sagte der Leiter des Landeskriminalamts Steiermark, Michael Lohnegger. Alle bisher ausgewerteten Unterlagen gäben weiterhin keinen Hinweis auf ein Motiv. Zu den Opfern habe der Täter keine Nahbeziehung aus seiner Schulzeit gehabt. Nur die getötete Lehrerin habe er gekannt. Der 21-jährige Täter sei bei dem siebenminütigen Amoklauf in seiner ehemaligen Schule mit einer Pistole der Marke Glock, einer am Schaft abgesägten Doppelflinte und einem Jagdmesser bewaffnet gewesen, hieß es. Der junge Mann verübte vor Ort Suizid.
Schichtwechsel
Ich hoffe, Sie liegen längst in der Sonne, liebe Leserinnen und Leser. Mein Kollege Alex Schultze tut nun jedenfalls genau das und ich übernehme den späten "Tag". Der Eiskaffee steht bereit - dann schauen wir doch mal, was dieser Nachmittag zu bieten hat. Haben Sie Anregungen, Fragen oder Kritik für mich? Schreiben Sie mir doch gerne an: dertag@ntv.de.
Los geht's!
Keine Überlebenden bei Flugzeugabsturz - auch viele Tote am Boden
Das im Westen Indiens abgestürzte Passagierflugzeug der Air India ist nach ersten Erkenntnissen in ein Wohngebäude abgestürzt. Es handelt sich um ein Wohnheim für Doktoren, wie ein Polizist Medien vor Ort sagte. Der Beamte sagte weiter, dass alle 242 Insassen gestorben seien. Auch in dem Gebäude seien Menschen gestorben.
"Falscher Hase" bringt eine Viertelmilliarde - Erfolgreicher Schlag gegen Steuerbetrüger
Steuerfahnder haben fast eine Viertelmilliarde Euro hinterzogener Steuern von international operierenden Autoschiebern zurückgeholt. Nach der internationalen Großrazzia "Huracán" gegen Umsatzsteuerbetrug vor zwei Jahren hätten nordrhein-westfälische Steuerfahnder weitere Verdachtsfälle aufgedeckt, teilte das NRW- Finanzministerium in Düsseldorf mit. In den sichergestellten Unterlagen seien weitere Zwischenhändler aufgefallen, die Teil des kriminellen Umsatzsteuerkarussells gewesen sein sollen. Die Summe von rund 240 Millionen Euro soll noch auf mehr als 300 Millionen Euro steigen, die mehreren EU-Staaten zugutekommen werden.
Der Ursprung der Ermittlungen der Kommission unter dem Namen "Falscher Hase" war ein komplexes Geflecht aus Scheinfirmen, mit dem über Jahre hinweg beim Fahrzeughandel Mehrwertsteuer hinterzogen wurde. Die erste Welle führte bereits in Düsseldorf zu mehrjährigen Haftstrafen. Die Akten umfassten mehr als 100.000 Seiten.
Trump-Besuch löst Tumulte in berühmtem Theater aus
Donald Trump besucht erstmals eine Aufführung im berühmten Washingtoner Kennedy Center - und spaltet mit seinem Auftritt die Menge im Saal. Während die einen den Präsidenten mit Jubel und "USA!"-Rufen feiern, ertönen von anderen laute Buhrufe und ein "Fuck Trump!"-Schrei.
12 Millionen Deutsche leiden unter Hitze - Große Sorgen in Magdeburg und Frankfurt am Main
Mehr als 12 Millionen Menschen in deutschen Städten sind nach einer Untersuchung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) an ihrem Wohnort extremer Hitze ausgesetzt. Für ihren "Hitzebetroffenheitsindex" hat die Organisation für 190 Städte mit mehr als 50.000 Einwohnern erfasst, wo hohe Temperaturen, viel Beton und wenig Grün zusammenkommen. In süddeutschen Städten ist die Hitzebelastung der Untersuchung zufolge besonders hoch. Mannheim, Ludwigshafen und Worms führen die Tabelle an - im negativen Sinne. 88 bis 91 Prozent der Bevölkerung leben hier laut DUH in stark belasteten Gebieten. Städte im Norden wie Flensburg, Wilhelmshaven und Kiel profitieren von niedrigeren Temperaturen im Sommer. Am besten schneiden allerdings Hattingen, Gummersbach und Witten ab: Sie bieten relativ viel Grün und vergleichsweise wenig versiegelte Flächen.
Insgesamt stufte die Umwelthilfe 31 Städte in die Kategorie rot und damit als besonders belastet ein, darunter Frankfurt am Main und Magdeburg. 131 Städte liegen in der mittleren Kategorie gelb, unter anderem Köln, Berlin und München. 28 Städte landen in der besten Gruppe grün, darunter Hamburg.
Projekt holt 110 "Schwarzfahrer" aus dem Gefängnis - und spart dem Staat viel Geld
Du kommst aus dem Gefängnis frei: Das Projekt "Freiheitsfonds" kauft nach eigenen Angaben bundesweit rund 110 Menschen aus der Haft frei, die wegen des Fahrens ohne gültiges Ticket einsitzen. Verbunden damit sei ein Appell an die neue Bundesjustizministerin Stefanie Hubig, diese Praxis zu beenden, teilte die Kampagne mit. Wer sich eine Fahrt ohne Ticket "in der Absicht erschleicht, das Entgelt nicht zu entrichten", muss nach Paragraf 265a Strafgesetzbuch mit einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit einer Geldstrafe rechnen. Wird die Strafe nicht gezahlt, droht eine sogenannte Ersatzfreiheitsstrafe. "Betroffen sind vor allem erwerbslose, obdachlose und Menschen mit geringem Einkommen", teilte der "Freiheitsfonds" mit. Die SPD möchte das sogenannte Schwarzfahren schon länger entkriminalisieren.
"Jetzt zeigt sich, ob die SPD zu ihrem Wort steht", sagte "Freiheitsfonds"-Gründer Arne Semsrott. Justizministerin Hubig habe die Chance, Paragraf 265a abzuschaffen "und damit gleichzeitig die Justiz zu entlasten und Steuern in Millionenhöhe zu sparen". Insgesamt habe das Projekt bereits rund 1400 Menschen aus dem Gefängnis befreit und dem Staat etwa 20 Millionen Euro Unterbringungskosten gespart.
Kein Ende der Konfrontation - Zweite US-Stadt verhängt nächtliche Ausgangssperre
Nach Protesten gegen die Migrationspolitik von US-Präsident Donald Trump hat auch die Stadt Spokane im Bundesstaat Washington im Nordwesten der USA eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Die von Bürgermeisterin Lisa Brown verhängte Ausgangssperre begann nach Angaben ihres Büros am Mittwochabend um 21.30 Uhr und endet um 5.00 Uhr am Donnerstag. In Los Angeles, wo die Proteste gegen Trumps Migrationspolitik begonnen hatten, galt bereits die zweite Nacht in Folge eine Ausgangssperre. Die teils gewaltsamen Proteste waren am Freitag in Los Angeles durch ein verstärktes Vorgehen der Einwanderungsbehörde ICE gegen Migranten ausgelöst worden. Als Antwort auf die Zusammenstöße zwischen Demonstrierenden und Sicherheitskräften entsandte Trump Tausende Elitesoldaten in die kalifornische Millionenmetropole - gegen den Willen des kalifornischen Gouverneurs Gavin Newsom.
Inzwischen haben die Proteste auch weitere Städte erfasst. Demonstrationen wurden am Mittwoch unter anderem aus St. Louis, Raleigh, Manhattan, Indianapolis, Spokane und Denver gemeldet. Auch im texanischen San Antonio, wo der republikanische Gouverneur Greg Abbott die Nationalgarde des Staates eingesetzt hat, versammelten sich Hunderte Menschen nahe dem Rathaus.
Passagierflugzeug in Indien abgestürzt - über 200 Tote befürchtet
In Indien soll es zu einem schrecklichen Flugzeugunglück gekommen sein. Auf dem Weg nach Birmingham im Norden von Großbritannien stürzte die Maschine demnach ab. Es könnte Hunderte Tote geben.
Papst obenrum mal anders - Fanseele geht mit Leo XIV. durch
Der Papst sorgt sich in erster Linie um den geistigen und moralischen Zustand der Katholiken. Allerdings scheint Leo XIV. auch Sport nicht abgeneigt zu sein – zumindest als Zuschauer und Unterstützer. Besonders groß ist die Leidenschaft von Robert Francis Prevost, wie Leo bürgerlich heißt, für den Baseball-Klub White Sox. Die trug er nun in seiner neuen Rolle im Vatikan öffentlich zur Schau. Dort hatte er einem frisch vermählten Paar eine Audienz gewährt. Ob das Paar wie Leo auch aus Chicago stammen, ist nicht überliefert. In jedem Fall scheint zumindest der Bräutigam Fan des Teams zu sein. Er trug eine Kappe der White Sox – und Papst Leo tat es ihm gleich. In US-Medien tauchten in dem Zusammenhang Aufnahmen von Prevost aus dem Jahr 2005 auf. In einem kurzen Schnipsel ist er auf der Tribüne bei einem Spiel der White Sox gegen die Houston Astros zu sehen. Damals holte das Team am Ende gar den Titel in der MLB.
Ein wenig tritt Leo damit in die Fußstapfen seines Vorgängers Franziskus. Der zeit seines Lebens Fan seines lokalen Fußballclubs San Lorenzo in Buenos Aires. Normalerweise tragen Päpste einen Pileolis, eine helle Scheitelkappe.
Ifo: Deutsche Wirtschaft wächst 2026 kräftig
Die deutsche Wirtschaft nimmt im nächsten Jahr wieder Schwung auf: Das Ifo-Institut prognostiziert ein deutliches Wachstum von 1,5 Prozent. Allerdings basiert die Schätzung auf einer riskanten Annahme.
Geheime Dokumente an Iran gegeben - Ex-CIA-Mitarbeiter bekommt milde Strafe
Ein ehemaliger CIA-Mitarbeiter, der US-Geheimdienstdokumente über israelische Militärpläne für einen Vergeltungsangriff gegen den Iran weitergegeben hatte, ist am Mittwoch zu 37 Monaten Haft verurteilt worden. Wie das Justizministerium in Washington mitteilte, wurde der 34-Jährige, der seit 2016 für den US-Auslandsgeheimdienst arbeitete und eine Freigabe für den Umgang mit streng geheimen Dokumenten hatte, im November von Beamten der US-Bundespolizei FBI in Kambodscha festgenommen. Im Januar bekannte er sich vor einem Bundesgericht in Virginia in zwei Fällen der vorsätzlichen Speicherung und Weitergabe von Informationen zur nationalen Verteidigung schuldig. Ihm drohte in dem Prozess eine Höchststrafe von bis zu 20 Jahren Haft.
Der verurteilte CIA-Agent druckte Gerichtsdokumenten zufolge am 17. Oktober zwei streng geheime Dokumente aus, "die einen ausländischen Verbündeten der USA und seine geplanten kinetischen Aktionen gegen einen ausländischen Gegner betrafen". Er fotografierte die Dokumente und bearbeitete die Fotos, "um ihre Quelle zu verschleiern" und Hinweise auf sein eigenes Vorgehen zu beseitigen. Dann übermittelte er die Dokumente an "mehrere Personen, von denen er wusste, dass sie keine Berechtigung hatten, sie zu erhalten". Anschließend vernichtete er sie.
Weniger Krebserkrankungen erhofft - Tabaksteuer soll in der EU kräftig steigen
Die EU-Kommission um Chefin Ursula von der Leyen dringt laut "Bild"-Zeitung auf eine deutliche Erhöhung der Tabakpreise. Aus einem 196-seitigen Papier geht demnach hervor: Brüssel fordert die EU-Staaten dazu auf, die Steuern auf Tabak anzuheben. Damit soll die Zahl der Krebserkrankungen gesenkt und letztlich das Gesundheitssystem entlastet werden.
Höhere Tabaksteuern und -preise seien demnach "nachweislich die wirksamste Einzelmaßnahme, um den Tabakkonsum insgesamt zu reduzieren". Damit würden Raucher am ehesten dazu bewegt, aufzuhören oder aber weniger zu rauchen. Die Steuerhöhe soll sich dabei am Wohlstand des jeweiligen EU-Landes orientieren. Laut Europäischem Steuerzahlerbund würde das für Deutschland einen Anstieg der Tabaksteuer um ein zwanzig Prozent bedeuten. Das müsse dringend gestoppt werden, warnt direkt Verbandspräsident Michael Jäger. Derzeit kostet eine Schachtel Zigaretten im Schnitt 9 Euro. Liegt der Anstieg tatsächlich bei rund 20 Prozent, könnte die Schachtel bald knapp 11 Euro kosten.
Schlechte Laune in Rostock - Aber die glücklichsten Deutschen leben in...
Erneut der Spitzenplatz: Die Kasseler schätzen sich unter den deutschen Großstadtbewohnern am glücklichsten ein. Das geht aus dem "Glücksatlas" der Süddeutschen Klassenlotterie (SKL) hervor. Das nordhessische Kassel schafft es in einem Ranking unter den 40 größten Städten mit je mehr als 200.000 Einwohnern auf Platz 1 - wie schon 2024. Dahinter folgen Krefeld und Düsseldorf, die im Vorjahr auf den Plätzen 5 und 8 rangierten. Erfurt und Aachen sind dafür von den Plätzen 2 und 3 auf 6 und 5 heruntergerutscht. Schlusslicht der Auswertung ist - wie schon 2024 - Rostock.
Insgesamt zeigt die Umfrage: Je größer eine Stadt ist, desto geringer ist dort die Lebenszufriedenheit der Menschen. Unter den Top Ten der Glücksumfrage finden sich mit Düsseldorf und Hamburg lediglich zwei der zehn größten deutschen Städte und dafür mehrere kleinere wie Augsburg, Aachen und Münster. Die Metropolen München, Frankfurt am Main und Berlin rangieren auf den Plätzen 27, 35 und 37.
Syrern sei Dank - Zahl weltweit Geflüchteter sinkt minimal
Gewalttätige Konflikte und Bürgerkriege treiben weiterhin weltweit Hunderttausende in die Flucht, aber das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) kann erstmals seit Jahren einen positiven Trend vermelden. Mehr Vertriebene sind 2024 in ihre Heimat zurückgekehrt als in früheren Jahren, wie es im Weltflüchtlingsbericht heißt. Unter den Rückkehrern waren 1,6 Millionen Menschen, die ins Ausland geflüchtet waren. Dies sei in dieser Kategorie die höchste Zahl seit mehr als zwei Jahrzehnten gewesen, so das UNHCR. Die anderen Rückkehrer waren im eigenen Land vertrieben gewesen. In dieser Kategorie war es die zweithöchste Zahl seit Beginn der Aufzeichnungen. Die positive Entwicklung ging auch in den ersten Monaten dieses Jahres weiter. Vor allem Syrer traten nach dem Sturz des Assad-Regimes in Damaskus im Dezember 2024 die Reise in die Heimat an, wie UNHCR-Chef Filippo Grandi mitteilte.
Insgesamt seien bereits fast zwei Millionen Syrer in das einstige Bürgerkriegsland zurückgekehrt. So ist die Gesamtzahl der Flüchtlinge weltweit mit Stichtag Ende April im Jahresvergleich kaum gestiegen. Es waren 122 Millionen Menschen, fast genau so viele wie ein Jahr zuvor (120 Millionen).
Zwei deutsche Großbrauereien erhöhen Bierpreis ab Herbst
Bier könnte für viele Konsumenten bald teurer werden. Die beiden großen Brauer Krombacher und Veltins haben Preiserhöhungen sowohl für ihr Flaschenbier als auch für Fassbier zum Herbst hin angekündigt. Damit werden nicht nur Großkunden dieser Brauereien im Handel mit Preiserhöhungen konfrontiert, sondern auch viele Abnehmer in der Gastronomie. Allerdings verzeichnen Marktforscher so viele Aktionspreise im Handel wie lange nicht. Krombacher ist nach der Rangliste des Getränkemarkt-Fachmagazins "Inside" bereits seit längerem die meist getrunkene Biermarke in Deutschland. Nach Krombacher und Bitburger folgt Veltins auf dem dritten Platz. Ob weitere große Brauereien ebenfalls Bierpreiserhöhungen ankündigen werden, ist unklar.
Zum Ausmaß der Preiserhöhungen machten beide Großbrauer keine Angaben. Branchenbeobachter halten es für möglich, dass sich der Bierkasten mit 20 Halbliterflaschen im Standard-Preis um etwa einen Euro verteuern könnte. Da ein Kasten in der Regel zwischen 16 und 20 Euro kostet, läge demnach eine Preissteigerung von mindestens fünf Prozent vor.
Konnte Engel hören - Stars trauern um "Beach Boy" Brian Wilson
Nach dem Tod von Brian Wilson haben die Beach Boys einen emotionalen Abschiedstext an ihren verstorbenen Bandkollegen veröffentlicht. Die legendäre Band würdigte Wilson in einem ausführlichen Statement auf Instagram als musikalisches Genie und den kreativen Motor ihrer Erfolgsgeschichte. "Die Welt trauert heute um ein Genie, und wir trauern um den Verlust unseres Cousins, unseres Freundes und unseres Partners in einem großartigen musikalischen Abenteuer", schrieb die Band auf ihrem offiziellen Instagram-Account.
Auch andere Prominente zollten Wilson nach der Todesnachricht Tribut. Elton John erklärte auf Instagram, Wilson sei "der größte Einfluss auf mein Songwriting überhaupt" gewesen. "Ruhe in Frieden", ehrte Rolling-Stones-Gründungsmitglied Keith Richards den Musiker bei X. Sängerin Carole King postete auf Facebook: "Brian Wilson war mein Freund und mein Bruder im Songwriting. Wir teilten eine ähnliche Sensibilität (...). Die Welt wird Brian vermissen, aber wir sind so glücklich, seine Musik zu haben."
Schauspieler John Cusack mimte Wilson 2014 im Biopic "Love & Mercy" und gedachte via X: "Der Maestro ist von uns gegangen - der Mann war ein offenes Herz auf zwei Beinen - mit einem Ohr, das die Engel hörte. Im wahrsten Sinne des Wortes." Nancy Sinatra, die 85-jährige Tochter von Frank Sinatra, erinnerte an Wilson mit einer alten gemeinsamen Aufnahme, die sie auf Instagram postete: "Seine geschätzte Musik wird für immer leben, während er durch das Universum und darüber hinaus reist. Gott segne dich, lieber Brian. Eines der größten Erlebnisse meines Lebens war es, mit Brian 'California Girls' zu singen."
Pistorius in Kiew und was macht die Konjunktur? - Das wird heute wichtig
Liebe Leserinnen und Leser,
nachdem die letzten Tage doch noch von einigem Regen und überschaubar hohen Temperaturen geprägt waren, kommt er nun doch langsam, der Sommer. Passend dazu stellt heute die Deutsche Umwelthilfe ihren Hitze-Check vor (10 Uhr). Mehr als 50.000 Menschen in 190 deutschen Städten haben darin die Hitzebelastung bewertet.
Eine Überraschung gab es direkt am Morgen: Verteidigungsminister Boris Pistorius ist zu politischen Gesprächen in der ukrainischen Hauptstadt Kiew eingetroffen. Der SPD-Politiker sagt, er wolle sich über die Lage in der Ukraine informieren und mit Regierungsvertretern über weitere Militärhilfe für das von Russland angegriffene Land sprechen. Außenminister Johann Wadephul nimmt in Rom ab 12 Uhr an einer Konferenz zur Sicherheitslage in der EU und zum Krieg in der Ukraine teil.
Dann blicken wir in eine politisch hitzige Situation, nämlich nach Los Angeles. Dort war die Nacht weitgehend ruhig. Dennoch sollen am dortigen Nachmittag weitere 2000 Nationalgardisten landen.
Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) legt heute seinen aktuellen Jahresbericht vor - viel geändert hat sich an den größten Notlagen in der Welt nicht, vor allem in vielen afrikanischen Ländern. Allerdings dürften sich der Sturz des Assad-Regimes in Syrien Anfang Dezember 2024 und dessen Folgen in den Zahlen niederschlagen.
Der bange Blick vieler Ökonomen richtet sich um 11.15 Uhr auf die OECD. Die stellt gemeinsam mit Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche ihren Konjunkturbericht für Deutschland vor. Zuletzt gab es leicht positive Signale.
Um 13 Uhr stellt Bundestrainer Christian Wück den Kader für die Fußball-Europameisterschaft der Frauen vor. Die Männer der U21 spielen heute Abend bereits. In deren EM trifft das Team um 21 Uhr auf Slowenien.
Corona-Variante NB.1.8.1 treibt ihr Unwesen - aber bisher kaum in Deutschland
Eine neue Corona-Variante ist global auf dem Vormarsch - spielt in Deutschland bislang aber noch keine größere Rolle. Die Variante NB.1.8.1 wurde erstmals im Januar dieses Jahres nachgewiesen und wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als "Variante unter Beobachtung" eingestuft. Während sich die Variante in Teilen Asiens bereits durchgesetzt hat, ist das in Deutschland aktuell nicht der Fall: Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) wurde NB.1.8.1 Ende März erstmals in Deutschland nachgewiesen - und seitdem bisher nur sporadisch. "Ein Trend lässt sich hier nicht ableiten, aktuell sind die Covid-Fallzahlen gering und es wird entsprechend weniger sequenziert", heißt es.
In der jüngsten Meldewoche (bis 8. Juni) wurden dem RKI 698 Corona-Fälle gemeldet. Auf niedrigerem Niveau deute sich bei Sars-Cov-2 ein leichter Anstieg an, heißt es im aktuellen Wochenbericht. Viele Infektionen dürften unentdeckt bleiben, da wenig getestet wird. In der Überwachung des Abwassers auf dem Infektionsradar des Bundes ließ sich in den vergangenen vier Wochen auch ein leichter Anstieg der Sars-Cov-2-Last im Abwasser erkennen - ebenfalls auf niedrigem Niveau.
SPD-Papier zu Putin - AfD applaudiert, CDU zweifelt an Lernkurve
Die Forderung prominenter SPD-Politiker nach einer Kehrtwende in der Sicherheits- und Außenpolitik der Bundesregierung ist in der Union auf scharfe Kritik gestoßen. "Die Lernkurve der SPD in Sachen Russland-Politik erinnert an einen Hirntoten", sagte der CDU-Politiker Dennis Radtke dem "Handelsblatt". Wer drei Jahre nach Kriegsbeginn immer noch nicht verstanden habe, dass Kremlchef Wladimir Putin Schwäche als Einladung verstehe, immer weiterzugehen, der sei "mindestens gefährlich naiv". Radtke sagte, die "Moskau-Connection in der SPD" versuche, "den neuen Sound und die neue Richtung der Bundesregierung offen zu konterkarieren". Radtke sieht nun den SPD-Chef am Zug. "Lars Klingbeil muss schnell für Klarheit sorgen, wer in der SPD in diesen Fragen Koch und wer Kellner ist."
Die AfD sieht sich dagegen durch den SPD-Vorstoß in ihrer Haltung zum Ukraine-Krieg bestätigt. "Das SPD-Manifest fordert Gespräche mit Russland und insofern eine Wende in der Außenpolitik. Diese fordern wir seit Jahren - und wurden dafür beschimpft als angebliche Putin-Freunde", sagte der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der Fraktion, Bernd Baumann, dem "Handelsblatt".