Das war Freitag, der 30. Januar 2026
Liebe Leserinnen und Leser,
ein ziemlich grauer Wintertag geht zu Ende, den man nicht nur für Wintersport gut nutzen konnte. Die deutschen Handballer sorgten für ein ganz besonderes Highlight: Sie haben bei der EM den Finaleinzug geschafft. Das Finale gegen Dänemark beginnt am Sonntag um 18 Uhr. Abseits dessen war heute wieder so Einiges los, wenn man die Meldungen des Tages durchstöbert:
Fed-Nominierter Warsh stößt auf Widerstand
Nobel-Institut: Machados Name wurde vor Bekanntgabe durchgestochen
Selenskyj widerspricht Kreml - Feuerpause soll länger dauern
Überraschungskandidat übernimmt Eintracht Frankfurt
Preise in Restaurants und Cafés ziehen deutlich an
Bundesrat stärkt Verbraucher beim Online-Shopping
Ermittlungen im Fall Bosbach gegen weitere Beschuldigte
Bekannter US-Journalist nach Kirchenprotest festgenommen
Forscher finden "besten Kandidaten" für Suche nach Leben
Betroffene des Gelsenkirchener Bank-Einbruchs schildern ihr Leid
"Mega schön": Skicrosser feiern Überraschungscoup
Ein schönes Wochenende!
Grand-Prix durch Washington: Trump will USA-Jubiläum mit Autorennen feiern
Die USA feiern dieses Jahr ihr 250-jähriges Bestehen. Anlässlich dazu plant Präsident Donald Trump ein Indycar-Autorennen durch die Hauptstadt. Der "Freedom 250 Grand Prix" solle im August stattfinden und "für das amerikanische Volk kostenlos sein", erklären Trump und sein Verkehrsminister Sean Duffy. Anscheinend soll die Rennstrecke über die Pennsylvania Avenue führen, die unter anderem das Kapitol und das Weiße Haus verbindet. Wenn die Rennwagen mit 190 Meilen pro Stunde (rund 306 km/h) über die Pennsylvania Avenue düsen - "das wird verrückt", sagt Duffy.
Das große Jubiläum mit gratis Sport-Spektakel fällt in ein Midterm-Wahljahr. Zur Mitte einer Amtszeit des jeweiligen Präsidenten werden ein großer Teil der Sitze im US-Kongress neu vergeben. Derzeit haben Trumps Republikaner in beiden Kongress-Kammern die Mehrheit. Jedoch bekam Trump in Umfragen zuletzt schlechte Werte für die wirtschaftliche Lage, insbesondere wegen der hohen Preise.
Belohnung von 10.000 Euro für entscheidende Hinweise zu Verbrechen in NRW
Es geht darum, den Tod eines 14-Jährigen im nordrhein-westfälischen Dormagen aufzuklären. Die Ermittler gehen davon aus, dass er Opfer eines Gewaltverbrechens wurde. Die Stadt Dormagen und die Staatsanwaltschaft Düsseldorf haben jeweils 5000 Euro Belohnung für entscheidende Hinweise ausgesetzt, die zu dem Täter oder den Tätern führen. Spaziergänger hatten den leblosen Jungen am Mittwoch an einem See am Stadtrand gefunden. Sein Körper wies Verletzungen auf, die auf ein Kapitalverbrechen hindeuten, sagt eine Polizeisprecherin. Mehr dazu lesen Sie hier.
Mutter aus "Kevin - Allein zu Haus" - Catherine O'Hara ist tot
Die kanadische Schauspielerin Catherine O'Hara ist gestorben. Dies bestätigte ihr Manager gegenüber dem "People"-Magazin. Sie wurde 71 Jahre alt.
Generationen von Zuschauern kennen sie als gestresste Mutter Kate McCallister, die in "Kevin - Allein zu Haus" ihren Sohn versehentlich zu Hause vergessen hat. Über den Weihnachtsklassiker schwärmte sie noch 2024 gegenüber "People": "Das ist ein perfekter Film, oder?" Den Part der Mutter übernahm sie auch in der Fortsetzung "Kevin - Allein in New York". O'Hara spielte aber auch in zahlreichen weiteren Filmen und Serien mit. Darunter sind "Die Zeit nach Mitternacht", "Beetlejuice" und "Schitt's Creek". Mehr dazu lesen Sie hier.
Militärhelikopter fliegen spektakuläres Manöver
Die Patrulla Aspa, das Kunstflugteam der spanischen Luftwaffe, zeigt über dem weltberühmten Ipanema-Strand in Rio de Janeiro eine spektakuläre Flugshow. Anlass ist ein Jubiläum: Vor 100 Jahren überquerte erstmals ein Flugzeug von der Iberischen Halbinsel aus erfolgreich den Südatlantik.
Offener Brief an Hollywood: Lateinamerikanische Stars prangern Ausgrenzung an
Mehr als hundert Stars mit lateinamerikanischen Wurzeln haben einen offenen Brief unterschrieben, in dem sie ein Umdenken in Hollywood fordern. Sie sprechen davon, dass ihre Community in der Filmbranche systematisch aus- und an den Rand gedrängt werde. Zu den Unterzeichnern gehören Eva Longoria, Michael Pena, Jessica Alba, John Leguizamo, Gina Rodriguez, Xochitl Gomez, Danny Ramirez und Becky G.
Auslöser war eine Besetzungsentscheidung für den Film "Deep Cuts" einer US-Produktionsfirma. Eine Figur – laut Buchvorlage halb mexikanisch, halb jüdisch - sollte ursprünglich mit einer US-amerikanisch-deutschen Schauspielerin besetzt werden. Nach massiver Kritik aus der Latino-Community zog die Schauspielerin ihre Zusage zurück.
"Die fehlenden Vorsprechen für Latinas und die Entscheidung, eine eindeutig lateinamerikanische Figur mit einer nicht-lateinamerikanischen Schauspielerin zu besetzen, signalisiert eine fortdauernde Auslöschung unserer Community", heißt es in dem Brief. Es gehe nicht um einen einzelnen Film oder eine Schauspielerin - sondern um ein System, das qualifizierte Talente aus Lateinamerika wiederholt übersehe, während es gleichzeitig ihre Geschichten und Erfahrungen ausbeute.
Die Unterzeichner fordern: "Mehr Latinos sollen für vielfältige Rollen vorsprechen dürfen - auch für nicht-stereotypische Hauptrollen. Latino-Führungskräfte müssten in Entscheidungsgremien sitzen. Bindet von Beginn der Entwicklung an Latino-Stimmen als Berater, Autoren und Produzenten ein."
Deutsche Handballer stehen im EM-Finale
Die erste EM-Medaille seit 2016 ist sicher: Die deutsche Handball-Nationalmannschaft steht im Finale der Europameisterschaft. Nach der "Todesgruppe" bezwingt das Team von Alfred Gislason auch Kroatien mit 31:28 (17:15). Aus einem Nervenkrimi in der ersten Hälfte wird nach der Pause eine klare Angelegenheit. Mehr dazu lesen Sie hier.
Halbnackter Chaot zwingt Linienflug zur Landung
Mitten über Südostasien eskaliert die Situation in einem Flugzeug: Ein Passagier springt auf, zieht sich aus und sorgt für Angst an Bord. Die Crew greift ein und ändert den Kurs. Was genau in der Kabine geschah und wie die Situation am Boden endete, beschäftigt nun die thailändischen Behörden.
Luigi Mangione kommt mit dem Leben davon
Luigi Mangione, der wegen Mordes an dem Chef eines US-Krankenversicherers angeklagt ist, muss nicht mehr mit der Todesstrafe rechnen. Eine Richterin in New York hat die Möglichkeit der Todesstrafe ausgeschlossen. Eine lebenslange Haftstrafe ohne Bewährung sei nach wie vor möglich, teilt die Richterin mit. Der 27-Jährige wird beschuldigt, Brian Thompson gezielt auf einer Straße in New York aus nächster Nähe niedergeschossen zu haben.
Die Tat sorgte weltweit für Aufsehen. Auch, weil es in den USA viel Sympathiebekundungen für den mutmaßlichen Schützen gab. Millionen US-Amerikaner verzweifeln an dem teuren Gesundheitssystem ihres Landes. Mehr dazu lesen Sie hier.
US-Regierung veröffentlicht neue Epstein-Dokumente – wohl ohne Täter-Namen
Das US-Justizministerium veröffentlicht eine weitere Tranche an Dokumenten zur Affäre um den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Laut Vize-Justizminister Todd Blanche handelt es sich um "mehr als drei Millionen Seiten" an Material. Darunter sind nach seinen Worten mehr als 2000 Videos sowie 180.000 Fotos. Nicht zu finden in den Akten seien für die Öffentlichkeit die Namen von Tätern, die Frauen im Zusammenhang mit Epstein missbrauchten, sagt Blanche laut NBC News. Ihm zufolge gibt es auch in den neuen Akten zahlreiche Schwärzungen. Damit seien persönliche Angaben zu den Epstein-Opfern unkenntlich gemacht, sagt er.
Die Veröffentlichung der Dokumente ist überfällig. Die Regierung hätte nahezu alle Akten bis zum 19. Dezember freigeben sollen – so sieht es ein Gesetz des US-Kongresses vor. Doch das Justizministerium hat bisher nur einen Bruchteil davon freigegeben. Mehr dazu lesen Sie hier.
Christian wer? Umweltminister vergisst Lindners Namen
Ja wie heißt der ehemalige Finanzminister denn nochmal? Umweltminister Carsten Schneider fällt das bei einer Rede im Bundestag partout nicht ein. Er erntet damit einige Lacher aus dem Plenum. Schneider kündigt im Nachgang an, sich bei Lindner entschuldigen zu wollen.
Ritter Sport enttäuscht von Verlusten
Es tut mir leid, wenn Sie wegen dieser Meldung jetzt an Schokolade denken müssen. Dabei geht es nur um die Zahlen von Ritter Sport: Der Schokoladenproduzent aus Baden-Württemberg hat im letzten Jahr Verluste eingefahren. Das Betriebsergebnis sei deutlich unter den Erwartungen geblieben, teilen die Schwaben mit, ohne Angaben zur Höhe zu machen. Vor allem stark gestiegene Rohstoffkosten hätten zu dem Verlust geführt. In den vergangenen Jahren seien insbesondere die Preise für Kakao, Energie, Logistik und Verpackung deutlich gestiegen, sagt Ritter-Sport-Chef Andreas Ronken. "Diese Kosteninflation wirkt sich zeitverzögert und mit voller Wucht auf das Ergebnis aus". Der Hersteller hatte die Preise für die Tafeln erhöht. Der Umsatz des Unternehmens stieg im letzten Jahr deutlich um rund 17,7 Prozent auf 712 Millionen Euro - nach 605 Millionen Euro im Vorjahr. Laut dem Unternehmen handelt es sich um vorläufige Zahlen. Mehr dazu lesen Sie hier.
Wütender "Batman" wettert wegen ICE gegen "Verräter"
Im Batman-Kostüm stellt sich ein Bürger dem Stadtrat von Santa Clara entgegen. Seine Wut richtet sich gegen die Zusammenarbeit mit der US-Einwanderungsbehörde ICE. Mit Blick auf den bevorstehenden Super Bowl warnt er vor Gewalt, Angst und einem Einsatz städtischer Ressourcen.
Carney ruft USA auf, Kanadas Souveränität zu respektieren
Wozu der kanadische Regierungschef Mark Carney die USA auffordert, sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. In Zeiten, in denen die US-Regierung Ambitionen hegt, Grönland zu kaufen, ist es jedoch erwähnenswert. "Ich erwarte von der US-Regierung, dass sie die Souveränität Kanadas respektiert", sagt Carney, als ihn Journalisten auf einen Artikel in der "Financial Times" ansprechen. Demnach trafen sich Vertreter des US-Außenministeriums seit April mindestens drei Mal mit Unabhängigkeitsbefürwortern aus der rohstoffreichen kanadischen Provinz Alberta. Die kanadische Gruppierung hat zum Ziel, dass die Provinz zu einem unabhängigen Land wird – und strebt dazu ein Referendum an. US-Finanzminister Scott Bessent scheint dem Vorgehen nicht abgeneigt zu sein. Letzte Woche sagte er: "Alberta ist ein natürlicher Partner für die USA. Sie verfügen über großartige Ressourcen. Die Einwohner Albertas sind sehr unabhängige Menschen", sagte Bessent dem rechtsgerichteten Sender Real America's Voice.
Abgeneigt ist allerdings die Mehrheit der Bevölkerung in Alberta. Laut einer Umfrage des Instituts Ipsos würden nur 28 Prozent der Einwohner der Provinz für eine Unabhängigkeit stimmen. Mehr dazu lesen Sie hier.
Reiche nutzte Dienstwagen für VIP-Veranstaltung in Tirol
Die Veranstaltung mit dem Titel "Moving Mountains" liegt schon fast vier Monate zurück, sorgt aber immer noch für Diskussionen darüber, was privat, was dienstlich und was angemessen ist. Zu den VIP-Gästen des Treffens im österreichischen Seefeld gehörten laut Medienberichten eine Reihe von Wirtschaftsgrößen und Politikern, wie etwa der griechische Verteidigungsminister. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hat betont, dass sie das Treffen privat besucht habe. Ihr Ministerium bestätigt nun, dass sie ihren Dienstwagen dafür nutzte. Das gehe aus einer Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage des Grünen-Bundestagsabgeordneten Michael Kellner hervor, schreibt der "Spiegel". Demnach waren Fahrer und Fahrzeug wegen eines "dienstlichen Termins" Reiches am 2. Oktober 2025 in München gewesen. Für die Fahrt nach Seefeld am Abend sei der Wagen dann "privat genutzt" worden. Am Tag darauf seien Chauffeur und Wagen nach Berlin zurückgekehrt. Ihr Ministerium erklärte bereits zuvor, dass alle Mitglieder der Bundesregierung ihren Dienstwagen auch privat uneingeschränkt nutzen dürften.
Wegen des Tiroler Treffens hatte die Ministerin bereits Mitte Januar in einem Wirtschaftsausschuss Frage und Antwort gestanden. Sie verwies darauf, dass die private Nutzung ihres Dienstwagens rechtens sei und der geldwerte Vorteil versteuert werde.
Organisiert hatten das Treffen ihr Lebensgefährte, der frühere Wirtschafts- und Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, sowie der ehemalige österreichische Kanzler Sebastian Kurz.
Bei den Grünen stieß die Veranstaltung auf Skepsis. Das Treffen werfe viele Fragen auf, hieß es in einer Bundestags-Anfrage der Grünen - etwa zur "Abgrenzung von Privat- und Amtsrolle" und "möglichen Interessenkonflikten".
Mit Blick auf Reiches Angaben vor dem Ausschuss sagte der SPD-Abgeordnete Sebastian Roloff, grundsätzlich sei es die Rechtslage, dass Reiche entscheide, was dienstlich und was privat sei. "Aber auch da muss man natürlich Fingerspitzengefühl an den Tag legen, gerade weil man nicht immer privat ist, wenn man Mitglied der Bundesregierung ist, auch wenn eine Veranstaltung privaten Charakter hat."
Kampf um den Gehweg - Verband will Lastenräder verbannen
Weil Lastenfahrräder immer größer und schneller werden, braucht es neue Regeln für sie - das zumindest fordert der Fußgängerfachverband (Fuss e.V.). Lastenfahrräder sollten nicht mehr auf schmalen Radwegen oder gemischten Fuß- und Radwegen unterwegs sein dürfen. Die Räder seien für Fußgänger "besonders lästig und oft riskant" und würden auch andere Radfahrer behindern.
Bei Verstößen gegen die geforderten Regeln spricht sich der Verband auch für höhere Strafen aus. Bisher zahlen etwa jegliche Radfahrer und -fahrerinnen 25 Euro, wenn sie auf einem reinen Gehweg unterwegs sind. Für das Lastenfahrrad sollten es aber laut dem Verband 55 Euro sein. Auch eine Art Führerschein-Prüfung für Lastenradfahrer schlägt Fuss e.V. vor. Der Geschäftsführer des Zweirad-Industrie-Verbands, Burkhard Stork, ergänzte, gemeinsame Geh- und Radwege gehörten komplett abgeschafft. Sie seien eine Frechheit für Radfahrer und Fußgänger, sagte er bei einer Podiumsdiskussion beim Verkehrsgerichtstag in Goslar. Es brauche jeweils getrennte Wege.
Elfjähriger zündet kommunale Unterkunft in Menden an - und gesteht
Nach einer versuchten Brandstiftung an einer kommunalen Unterkunft im nordrhein-westfälischen Menden hat die Polizei einen elfjährigen Jungen als Tatverdächtigen ermittelt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Arnsberg und die Polizei in Hagen liegen nach aktuellen Erkenntnissen keine Hinweise auf einen politischen Tathintergrund vor. Der Elfjährige räumte die Tat ein. Strafrechtliche Konsequenzen gibt es aufgrund der Strafunmündigkeit des Kindes nicht.
Zeugen hatten vergangene Woche beobachtet, wie der Verdächtige auf das Gelände der Einrichtung lief, vor zwei Wohncontainern eine Flüssigkeit verteilte und versuchte, sie zu entzünden. Anschließend flüchtete er mit einem Fahrrad. Der Staatsschutz hatte die Ermittlungen übernommen, da zunächst eine politische Motivation nicht ausgeschlossen werden konnte.
Strom-Cowboys reparieren Hochspannungskabel per Helikopter
Schnee und Frost legen ganze Regionen in Mississippi lahm. Mit Helikoptern erreichen Reparaturteams unzugängliche Strommasten und versuchen, die Versorgung schnell wiederherzustellen. Für den Job sind Piloten mit ruhigen Händen und Erfahrung nötig.
Schichtwechsel
Guten Tag! Mein Kollege Alexander Schultze macht sich auf den Heimweg durchs winterliche Berlin. Ab sofort darf ich Sie weiter nachrichtlich begleiten. Mein Name ist Heidi Ulrich - erreichbar via heidi.ulrich(at)ntv.de.
Chamenei ist ein "Halb-Papst" - Iran-Expertin warnt USA vor Regime-Change
Die Iran-Expertin Maha Yahya warnt die USA vor einem Sturz der Führung in Teheran. Ein "Regimewechsel" wäre in einem Land wie dem Iran unglaublich kompliziert und die regionalen Auswirkungen wären massiv, sagte die Direktorin des Carnegie Middle East Center dem US-Fernsehsender CNN. Der Oberste Führer des Irans, Ajatollah Ali Chamenei, sei nicht nur ein politischer Führer, sondern für viele Schiiten weltweit eine Art höhere Autorität, eine Art "Halb-Papst". Ein Sturz könnte die religiösen Spannungen mit zumindest einem Teil der schiitischen Gemeinschaft weltweit verschärfen.
Yahya warnte zudem vor den regionalen Folgen. Sie verwies auf Staaten mit schiitischen Minderheiten in unmittelbarer Nachbarschaft des Irans, darunter Afghanistan, Pakistan, Saudi-Arabien, die Türkei und der Irak. Die iranische Führung steckt laut Yahya in einer Zwickmühle. Einerseits stellten die USA "maximalistischen Forderungen" in Bezug auf das Atomprogramm, die Urananreicherung, die ballistischen Raketen und den regionalen Einfluss. Andererseits würde ein Nachgeben im eigenen Land als Schwäche gewertet und die Legitimität der Führung weiter untergraben, sagte Yahya.
Patagonien steht in Flammen - Regierung ruft Notstand aus
Wegen riesiger Waldbrände in der Region Patagonien hat die argentinische Regierung in vier Provinzen den Notstand ausgerufen. Der Schritt gelte ab Freitag in den Provinzen Chubut, Rio Negro, Neuquén und La Pampa, erklärte das Präsidialamt in Buenos Aires. Am schwersten betroffen ist die Provinz Chubut, wo seit Ende Dezember bereits mindestens 45.000 Hektar Wald zerstört wurden. Allein im Nationalpark Los Alerces vernichteten die Flammen 20.000 Hektar Vegetation. Hunderte Feuerwehrleute sind im Einsatz gegen die Brände. Mit Brandschneisen versuchen sie, ein Übergreifen der Feuer auf bewohntes Gebiet zu verhindern.
Block-Prozess: Mitangeklagte scheitert mit Antrag und läuft weinend aus Gerichtssaal
Im Hamburger Prozess um die Entführung der Block-Kinder ist es zu einer dramatischen Szene gekommen. Die Strafkammer lehnte den Antrag einer Mitangeklagten ab, die Anklagevorwürfe gegen sie zu erläutern. Der Verwandten von Christina Block wird vorgeworfen, die beiden Kinder und die Mutter nach der Rückholaktion Anfang Januar 2024 aus einem Hamburger Vorort nach Hause gefahren zu haben. Die 49-Jährige brach in Tränen aus. Ihr Verteidiger Reinhard Daum unterbrach die Vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt und beantragte eine Pause. Seine Mandantin lief schluchzend aus dem Gerichtssaal.
Daum hatte bereits in der Vergangenheit vergeblich beantragt, das Verfahren gegen seine Mandantin, die nur wegen Beihilfe angeklagt ist, abzutrennen. Die lange Verfahrensdauer sei angesichts der maximal zu erwartenden Strafe unverhältnismäßig. Der Prozess läuft seit Juli vergangenen Jahres. Weitere Termine sind bis Ende Juni angesetzt, das Gericht erwägt eine Verlängerung bis Ende des Jahres.
Arbeitsloser gibt 10.000 Euro für Jobsuche-Aktion aus
Inmitten der rekordhohen Arbeitslosenquote investiert ein Produktmanager aus Hamburg über 10.000 Euro in eine Plakataktion, um auf sich aufmerksam zu machen. Der 46-Jährige hat bereits mehr als 70 Bewerbungen verschickt - ohne Erfolg.
Connemann entschuldigt Teilzeit-Wortwahl - "Lifestyle" fliegt aus Antrag
Nach dem Wirbel um den Vorstoß des CDU-Wirtschaftsflügels zum Recht auf Teilzeit will die Partei den Antrag einem Bericht zufolge überarbeiten und das Wort "Lifestyle" streichen. Wie die "Rheinische Post" berichtet, richtete die Antragskommission bei ihrer Sitzung am Donnerstag dazu eine Arbeitsgruppe ein, der auch die Vorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT), Gitta Connemann, angehört.
Der CDU-Wirtschaftsflügel löste damit eine Welle der Kritik aus, parteiintern vor allem wegen der Wortwahl. Aus der Antragskommission hieß es demnach, der Antrag für den Bundesparteitag in Stuttgart im Februar werde "nicht geschliffen, sondern um zusätzliche Aspekte erweitert". Welche genau, solle die Arbeitsgruppe ebenfalls erarbeiten. Auf den Begriff "Lifestyle" werde verzichtet. Weiter hieß es, MIT-Chefin Connemann habe sich in der Sitzung der Antragskommission für die Wortwahl entschuldigt, inhaltlich den Antrag aber verteidigt und dafür viel Zuspruch von den Mitgliedern erhalten.
Außenministerium zelebriert Europa - mit Pinguin und "for sure"
Nach dem Weißen Haus greift nun auch die Bundesregierung den viralen KI-Trend mit dem melancholischen Pinguin auf. Über den Instagram-Account von Außenminister Johann Wadephul ist ein Video veröffentlicht worden, das den viralen Pinguin zeigt - und ihn mit einer Botschaft für den Zusammenhalt Europas verbindet. Zu sehen ist ein Pinguin, der durch eine Eislandschaft watschelt - und zum Teil auch durch die Berglandschaft fliegt. Auf seinem bunten Rucksack: Bilder von Bundeskanzler Friedrich Merz, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und dem britischem Premierminister Keir Starmer. Im Hintergrund laufen Ausschnitte und Bilder aus den jüngsten Reden der drei Politiker - darunter auch Macrons inzwischen viral gegangenes "for sure" (deutsch: sicher/mit Sicherheit) aus seiner Rede beim Weltwirtschaftsforum in Davos - und "L'amour toujours" in einer Orgelversion.
Der Beitrag reiht sich ein in den internationalen Social-Media-Hype um den sogenannten "einsamen Pinguin", der ursprünglich aus der Dokumentation "Begegnungen am Ende der Welt" von Regisseur Werner Herzog stammt.
Verdacht auf Sprengstoff auf A3 - Polizei sprengt und nimmt zwei Personen fest
Nach dem Fund verdächtiger Gegenstände in einem Auto auf der Autobahn 3 in der Oberpfalz haben Ermittler einen Gegenstand gesprengt. Wegen des Verdachts auf Sprengstoff wurde die A 3 zuvor komplett gesperrt. Laut Polizei wurden bei der Verkehrskontrolle in der Nacht zwischen Wiesent und Wörth an der Donau "sprengstoffverdächtige Gegenstände" gefunden. Worum es sich dabei genau handelt, lässt sich einem Sprecher zufolge noch nicht sagen. Die Fahrerin des Wagens und ihr Beifahrer seien vorläufig festgenommen worden, teilte die Polizei mit.
Die Autobahn sei zur Gefahrenabwehr gesperrt worden. Am Morgen staute sich der Verkehr auf der Autobahn und auf der nahen Bundesstraße 8. Die Ermittler riefen Spezialisten des Landeskriminalamts zu Hilfe, die den Fund untersuchen und gegebenenfalls entschärfen sollten, wie eine Polizeisprecherin sagte.
Kai Wegner fleht um Streusalz für Berlin und erntet Spott
Teils spiegelglatte Gehwege sind in Berlin seit Tagen ein Ärgernis - ein Vorstoß von Regierungschef Kai Wegner dazu sorgt nun im Netz für Spott. Der CDU-Politiker hatte auf X vom Landesparlament eine schnelle Gesetzesänderung gefordert, um den Einsatz von Streusalz auf eisglatten Gehwegen zu ermöglichen. "Wir erleben in Berlin extreme Wetterbedingungen - mit Eisregen und anhaltendem Frost. Ich appelliere an das Abgeordnetenhaus, den Einsatz von Tausalz in Berlin in Ausnahmen möglich zu machen", postete Wegner auf X. "Wir müssen die gefährliche Lage auf Gehwegen, Treppen und Straßen entschärfen. Es ist unsere Pflicht, dass die Menschen auch im Winter gut und sicher durch die Stadt kommen."
Wegners Parteikollege Armin Laschet amüsierte sich auf X darüber, dass sich selbst Grünen-Politiker aus Baden-Württemberg über Berlin lustig machten. "Und nein, es ist keine überraschende Wetterkrise: Man nennt es Winter", postete er.
In Berlin ist der Einsatz von Streusalz und anderen Taumitteln aus Umweltgründen weitgehend verboten, stattdessen können etwa Splitt und Sand zum Einsatz kommen.
Was oft unterschlagen wird, ist zudem die Tatsache, dass in Berlin auch am fünften Tag der Glätte noch immer viele Straßenbahnen nicht oder nur verkürzt fahren. Auch viele Buslinien sind eingeschränkt. Viele Haltestellen werden nicht bedient, wie die BVG auf ihrer Website schreibt. Daher sind viele Menschen gezwungenermaßen auf eine Fortbewegung zu Fuß angewiesen und müssen sich der Glätte aussetzen.
Eis-Wind treibt Temperaturgegensätze auf die Spitze
Deutschland erlebt in den kommenden Tagen eine Wetterteilung der Extreme: Während der Westen mit milden zehn Grad ins Wochenende startet, friert der Nordosten bei bis zu minus fünf Grad. Diese Temperaturgegensätze bringen vielerorts gefährliche Glätte mit sich.
Anklage gegen "Kegelbrüder" auf Mallorca erhoben - 7 Jahre Haft gefordert
Der gesamte Vorgang zieht sich bereits eine Weile hin, nun kommt ein wesentlicher Schritt - für die Verdächtigen kein guter: Die Staatsanwaltschaft auf Mallorca klagt laut "Süddeutscher Zeitung" (SZ) acht Männer eines deutschen Kegelvereins an. Der Vorwurf lautet schwere Brandstiftung. Den Männern drohen sieben Jahre Haft. Zudem sollen sie Schadensersatz in Höhe von 100.000 Euro leisten. Was war passiert?
Im Mai 2022 landeten 13 Mann des Münsterländer Kegelklubs "Stramm am Tisch" in Palma de Mallorca. Die Männer feiern in ihrem Hotel, sie sind zu dieser Zeit zwischen Anfang und Ende 20. Sie sollen - unter massivem Alkoholeinfluss - Zigarettenkippen und brennbare Flüssigkeiten von ihren Balkonen geworfen haben. Infolgedessen entzündete sich eine Markise einer Bar - ein Brand entstand. Die Bar wurde zu diesem Zeitpunkt nicht betrieben, Verletzte gab es dennoch; und erheblichen Sachschaden.
Die Männer kamen in U-Haft und durften nach drei Monaten gegen eine Kautionszahlung von 500.000 Euro in die Heimat zurück. Seither wurde ermittelt. Ihre Verteidigerin sieht laut SZ "zahlreiche entlastende Anhaltspunkte" für die Männer und kein belastendes Material seitens der Staatsanwaltschaft.
Verdi ruft zu bundesweiten Streiks im kommunalen Nahverkehr für Montag auf
Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) hat die Beschäftigten der kommunalen Nahverkehrsunternehmen für Montag bundesweit zu Streiks aufgerufen. In der aktuellen Tarifrunde fordert Verdi insbesondere deutlich bessere Arbeitsbedingungen, etwa durch Verkürzung der Wochenarbeitszeit und der Schichtzeiten, Verlängerung der Ruhezeiten, aber auch durch höhere Zuschläge für Arbeit in der Nacht und am Wochenende. Die Arbeitgeber hätten in den bisherigen Verhandlungen jedoch fast jede Verbesserung der Arbeitsbedingungen verweigert, begründete die Gewerkschaft den Streikaufruf.
Mehr dazu lesen Sie in Kürze hier.
Zahlen stiegen deutlich: Überraschung in Abschieberanking
Aus Deutschland sind 2025 mehr als doppelt so viele Menschen in die Türkei abgeschoben worden wie im Jahr zuvor. Wie die Bundesregierung auf eine Frage der Linken-Abgeordneten Clara Bünger mitteilt, war die Türkei mit 2297 vollzogenen Abschiebungen das Hauptzielland von Rückführungen. Damit ging etwa jede zehnte der insgesamt 22.878 Abschiebungen des vergangenen Jahres dorthin. Im Jahr 2024 waren 1087 Menschen in die Türkei abgeschoben worden. Ein Jahr zuvor hatte es 875 Abschiebungen dorthin gegeben.
Auf Platz zwei der Liste der wichtigsten Zielländer lag den Angaben zufolge 2025 Georgien, wohin 1690 Menschen unter Zwang gebracht wurden. Dass zu den Hauptzielländern für Abschiebungen im vergangenen Jahr auch Spanien und die Türkei zählen, hängt mit den sogenannten Dublin-Regeln zusammen, die festlegen, welches EU-Land für ein Asylverfahren zuständig ist - in der Regel ist es das Land, in dem der Schutzsuchende zuerst registriert wurde. In den Iran wurden laut Bundesregierung im vergangenen Jahr 18 Menschen abgeschoben. 83 Menschen brachte die Bundespolizei demnach 2025 nach Afghanistan.
Kleim: Trump-Regierung steckt "komplett in der Grütze"
Der wachsende Widerstand in der Bevölkerung zwingt das Weiße Haus zu einem anderen Tonfall, beobachtet ntv-US-Korrespondent Peter Kleim. Auch der angekündigte Teilrückzug aus Minnesota wirke wie eine Deeskalation. Denn: Trumps Team stecke mit seiner Innenpolitik in den Umfragen "komplett in der Grütze".
Kosten Gesellschaft Milliarden - Streeck will Zigaretten teurer machen
Angesichts der finanziellen Schieflage der gesetzlichen Krankenkassen haben Unions- und SPD-Politiker eine Erhöhung der Tabaksteuer ins Spiel gebracht. Es müsse "bei Tabak als Verursacher der Kosten auch über höhere Tabaksteuern" gesprochen werden, sagte der Bundesdrogenbeauftragte Hendrik Streeck der "Bild"-Zeitung. Tabakkonsum koste in Deutschland jedes Jahr rund 131.000 Menschen das Leben und verursache über 30 Milliarden Euro direkte Gesundheitskosten sowie fast 70 Milliarden Euro volkswirtschaftliche Folgekosten.
Höhere Tabaksteuern seien kein "moralischer Zeigefinger, sondern eines der wirksamsten Instrumente für Gesundheitsschutz", betonte Streeck. "Sie senken nachweislich den Konsum, verhindern Krankheiten und entlasten unser solidarisch finanziertes Gesundheitssystem und damit die Beitragszahler." Wenn ein Teil der Mehreinnahmen gezielt in Prävention und Rauchentwöhnung investiert werde, sei das ein Gewinn für alle, fügte der Bundesdrogenbeauftragte hinzu.
Gesundheit streikt - Konstantin Wecker muss Tournee absagen
Der Liedermacher Konstantin Wecker hat seine für dieses Jahr geplante Tournee abgesagt. Insgesamt standen 54 Auftritte in verschiedenen deutschen und österreichischen Städten an. Hinter der Absage stecken gesundheitliche Gründe, wie der 78-Jährige in einem Statement erklärt. "Es tut mir unendlich leid - aber ich muss die Tournee, auf die ich mich sehr gefreut hatte, leider absagen", teilte Wecker mit. "Ich hatte gehofft zu genesen, aber meine Erkrankung ist leider fortgeschritten. Ich hätte euch so gerne meine Lieder gespielt und aus meinem Buch gelesen - aber es ist mir leider nicht möglich."
Wecker hatte im August 2025 bekannt gegeben, er leide an Nervenschäden in seiner linken Hand. Aufgrund dieser sei er nicht mehr in der Lage, Klavier zu spielen. Hintergrund sei jahrelanger Alkoholmissbrauch. Im November hatte er unter Verweis auf eine neurologische Erkrankung bereits mehrere Konzerte abgesagt.
Gefährliche Glätte, Melania und viele Zahlen - Das wird heute wichtig
Liebe Leserinnen und Leser,
sind Sie heute ohne Ausrutscher auf die Arbeit, in die Kita oder Schule oder wohin auch immer gekommen? Dann haben Sie Glück gehabt. Denn es ist nach wie vor extrem glatt in einigen Teilen des Landes. Und, wie die Krankenhausgesellschaft in einer Bilanz heute vorstellen wird, die Glätte der letzten Wochen schlägt sich auch in den Kliniken nieder. So wurden deutlich mehr Sturzverletzungen registriert. Vor allem Berlin soll hierbei wieder eine unrühmliche Rolle spielen. Die Januarbilanz des Deutschen Wetterdienstes, die heute ebenfalls vorgelegt wird, dürfte die Begründungen dafür liefern.
Politisch wird es an diesem Freitag auch. Um 9 Uhr wird Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche eine Regierungserklärung zum Jahreswirtschaftsbericht abgeben. Sie musste zuletzt eine eigene Wachstumsprognose kassieren - und steht wegen eigener politischer Verzettelung in der Kritik.
Im Nachbarland Niederlande wird die künftige Regierung heute ihren Koalitionsvertrag vorstellen. Das Bündnis besteht aus Links- und Rechtsliberalen sowie Christdemokraten. Besonders pikant: Sie hat keine eigene Mehrheit im Parlament.
Da wir schon bei vorgelegten Berichten waren - das Statistische Bundesamt wird heute sowohl seine Schätzung des Bruttoinlandsprodukts im 4. Quartal vorstellen, als auch Zahlen für die Inflation im Januar vorlegen, ebenfalls eine Schätzung.
Apropos Zahlen: Nachdem gestern bereits einige Schwergewichte Geschäftszahlen vorlegten, tut Bosch dies heute.
Was heute sonst noch wichtig wird:
Arbeitsmarktbericht Januar 2026 wird vorgestellt
Der Block-Prozess wird fortgesetzt
Der Prozess gegen die "Sächsischen Separatisten" geht weiter
Die Berlin Fashion Week startet
Doku über "First Lady" Melania Trump startet in den Kinos
Auch wenn sich die ganz großen Themen bisher noch nicht abzeichnen, hoffe ich, dass Sie für den Moment erst mal bestens informiert sind. Ich werde das bis 14 Uhr weiterhin tun. Mein Name ist Alexander Schultze. Falls Sie Fragen, Anregungen oder Kritik haben, schreiben Sie mir unter dertag@ntv.de. Auf geht's!
Glättechaos in Berlin - Kliniken verzeichnen mehr Sturzverletzungen
Wegen Stürzen aufgrund von Glätte werden in einigen Teilen Deutschlands zurzeit vermehrt Menschen in Kliniken behandelt. "Die Krankenhäuser berichten von verstärkter Belastung der Notaufnahmen und der stationären Bereiche durch Glätteunfälle", sagte Gerald Gaß, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krankenhausgesellschaft. "Betroffen sind die Regionen, die in den vergangenen Tagen Eisregen und Dauerfrost erlebt haben und weiter erleben." Das seien vor allem der Osten Deutschlands und speziell Berlin, wo besonders viele Menschen zu Fuß gehen.
"Leider muss man als Fußgänger in Berlin auch den Eindruck haben, dass die Stadt und die privaten Grundstückseigentümer es nicht schaffen, ihrer Verkehrssicherungspflicht nachzukommen", sagte Gaß. Davon seien auch Radfahrer betroffen. Das Unfallkrankenhaus in Berlin sei derzeit jeden Tag voll, sagte eine Sprecherin am Donnerstag. Sowohl die Betten als auch die Personalkapazitäten seien mehr als ausgelastet. "Die Chirurgen arbeiten die Nächte durch", so Sprecherin Angela Kijewski.
Person reißt einen Passanten mit auf U-Bahn-Gleis - beide tot
In der Hamburger U-Bahn ist es am Donnerstagabend nach Angaben der Polizei zu einem möglichen Tötungsdelikt gekommen: Zwei Menschen wurden an der Haltestelle Wandsbek-Markt von einer einfahrenden U-Bahn erfasst und getötet. Nach ersten Erkenntnissen hätten beide Personen unabhängig voneinander am Bordstein gestanden, erklärte die Hamburger Polizei. Beim Einfahren der U-Bahn habe eine Person die andere gepackt und beide gemeinsam auf die Gleise gestürzt. Der Vorfall ereignete sich nach Angaben der Polizei gegen 22 Uhr. Es bestehe ein Verdacht auf ein Tötungsdelikt, weshalb die Mordkommission LKA 41 die Ermittlungen übernommen habe. Die Opfer seien bislang noch nicht identifiziert worden, erklärte die Polizei. Unklar ist bisher der Hintergrund des Vorfalls. Zeugen wurden der Polizei zufolge vor Ort seelsorgerisch betreut.
Wie die Hamburger Hochbahn AG auf X mitteilte, wurde der Betrieb auf der U1 zwischen den Haltestellen Wartenau und Wandsbek-Gartenstadt bis zum Betriebsende gesperrt. Für betroffene Fahrgäste sei ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet worden.