mit Tobias HauserDas war Mittwoch, der 19. März 2025
Im Gazastreifen herrscht wieder Verzweiflung nach dem Bruch der Waffenruhe. In der Nacht zum Dienstag begannen massive Bombardements durch die israelische Luftwaffe. Dabei wurden nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde bislang mindestens 436 Menschen getötet, darunter 183 Minderjährige und 94 Frauen. Auch ein UN-Mitarbeiter ist bei einer Explosion gestorben. Nun ist die Armee wieder in den Gazastreifen einmarschiert.
Die Reaktionen der internationalen Gemeinschaft sind eindeutig: EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas kritisierte Israels Vorgehen am Mittwoch als "inakzeptabel". Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sprach von einem "dramatischen Rückschritt". Bundesaußenministerin Annalena Baerbock forderte eine Rückkehr zu Gesprächen. In Jerusalem protestierten mehrere tausend Menschen gegen die Politik von Regierungschef Benjamin Netanjahu. Der britische Premierminister Keir Starmer zeigte sich "zutiefst besorgt" angesichts der jüngsten Luftangriffe. Die "Bilder von Eltern, die ihre Kinder ins Krankenhaus tragen" sowie die Zahl der Toten seien "schockierend".
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Für die aktuellen Infos rund um die Bemühungen um einen Frieden in der Ukraine, schauen Sie doch mal im Ukraine-Ticker vorbei.
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Die Brandmauer im EU-Parlament ist eingestürzt. Die europäische Fraktion der CDU sucht Mehrheiten mit Parteien des rechten Rands, auch mit der AfD. Bei der Abstimmung über das Lieferkettengesetz droht sie, es nochmal zu tun. Die Konservativen könnten sich damit ins eigene Knie schießen. Ein Kommentar von Lea Verstl
Damit verabschiede ich mich und wünsche Ihnen einen ruhigen und angenehmen Abend. Bis morgen im "Tag"
Ihr Tobias Hauser
Vatikan gibt Update zum Gesundheitszustands des Papstes
Der Gesundheitszustand von Papst Franziskus hat sich weiter verbessert. Wie der Vatikan am Mittwoch mitteilte, wurde die Beatmung mit Hilfe einer Sauerstoffmaske eingestellt. "Die Verbesserung des Gesundheitszustands des Heiligen Vaters hat sich bestätigt", hieß es im medizinischen Bulletin zum Gesundheitszustand des Papstes, der seit Mitte Februar im Krankenhaus behandelt wird.
Die "nicht-invasive mechanische Beatmung" mit Hilfe einer Sauerstoffmaske sei beendet worden, hieß es. Zudem mache der Papst Fortschritte bei der Physiotherapie - sowohl bei der Atemtherapie als auch bei der Bewegungstherapie. Das Pressebüro des Vatikans wies jedoch darauf hin, dass eine Beendigung der Beatmung mit einer Sauerstoffmaske nicht bedeute, dass diese nicht zu einem späteren Zeitpunkt wieder zum Einsatz kommen könne. Eine Entlassung von Franziskus aus dem Krankenhaus stehe "nicht unmittelbar bevor". Seine Lungenentzündung sei "unter Kontrolle", aber nicht geheilt.
Sexspielzeug löst Polizeieinsatz aus
Was zunächst nach einem Zeichen für ein Kapitalverbrechen ausschaut, entpuppt sich bei einem genauen Blick als weggeworfener Müll. Ein Sexspielzeug hat im Landkreis Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz einen Polizeieinsatz ausgelöst. Nach einem Zeugenhinweis auf ein mögliches Kapitalverbrechen fand die Besatzung eines Streifenwagens auf einer Wiese bei Hargesheim statt der gemeldeten Leichenteile ein entsorgtes Sexspielzeug, wie die Polizei mitteilte. Es hatte die Form eines weiblichen Hinterteils.
"Das mutmaßlich von einem einsamen Liebhaber zurückgelassene, aus Gummi bestehende Gebilde wurde von den Beamten einer geeigneten Mülltonne zugeführt", heißt es im Polizeibericht.
Dashcam filmt Blitzeinschlag direkt vor dem Auto
Im US-Bundesstaat Georgia kommt es zu einem phänomenalen - und ziemlich gefährlichen - Naturschauspiel. Nur wenige Meter vor einem Auto schlägt am Straßenrand ein Blitz ein. Die Dashcam des Wagens filmt die Szene.
Islamistischer Tiktok-Star soll halbe Million Euro Spenden veruntreut haben
Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft hat einen islamistischen Influencer wegen Spendenbetrugs angeklagt. Unter dem Namen "Abdelhamid" erreichte er als islamistischer Prediger bei Tiktok und Instagram Hunderttausende Follower. Nach seiner Verhaftung im vergangenen Oktober hat die Staatsanwaltschaft Anklage wegen banden- und gewerbsmäßigen Betrugs gegen ihn und drei mutmaßliche Komplizen erhoben, wie eine Sprecherin sagte. Die "Neue Westfälische" hatte zuvor berichtet.
Die rund 600 Seiten starke Anklage geht dabei von einem noch höheren Schaden aus, als bei seiner Verhaftung genannt worden war: Fast eine halbe Million Euro Spenden für notleidende Kinder soll der Düsseldorfer eingeworben, aber nicht dem Zweck entsprechend weitergeleitet haben. Der 33-Jährige habe sich zu den Vorwürfen bislang nicht geäußert. 37 Spendenaufrufe habe er verbreitet, daraus resultiert nun der Anklagevorwurf des Betrugs oder versuchten Betrugs in 37 Fällen. Das Geld Tausender Spender soll er in Luxusuhren und seinen aufwendigen Lebensstil gesteckt haben.
Windrad-Flügel durchbohrt Lkw von vorne bis hinten
Im chinesischen Handan kommt es zu einem spektakulären Unfall. Der Flügel eines Windrads durchbohrt den Aufleger eines LKWs, der hinter dem Schwertransport fährt. Der Fahrer kann in letzter Sekunde das Lenkrad herumreißen und bleibt dadurch unverletzt. Nun ermittelt die Polizei.
Angriff auf Tesla-Werkstatt mit Molotow-Cocktails und Schusswaffen
In den vergangenen Wochen sind in Amerika und auch in Europa eine ganze Reihe von Tesla-Fahrzeugen sowie Autohäuser und Ladestationen des Unternehmens von Tech-Milliardär Musk beschädigt oder angezündet worden. Am Montag traf es Tesla in Las Vegas: Nach Angaben der Polizei wurden auf dem Parkplatz einer Tesla-Werkstatt in der US-Glücksspielmetropole mehrere Autos in Brand gesetzt, an die Wand des Gebäudes wurde das Wort "Resist" ("Leistet Widerstand") gesprüht.
"Ein Anrufer gab an, dass er Schüsse gehört habe und dass eine Person in schwarzer Kleidung mehrere Fahrzeuge in Brand gesetzt habe", sagte ein Polizeisprecher in Las Vegas. Laut Polizei ist der Verdächtige auf einem Video zu sehen, das während der Pressekonferenz veröffentlicht wurde. Fünf Fahrzeuge wurden beschädigt, darunter die beiden, die in Flammen aufgingen. "Er benutzte anscheinend mehrere Molotow-Cocktails und Schusswaffen, um seinen Angriff durchzuführen", sagte der Sprecher. "Mindestens fünf Tesla-Fahrzeuge wurden beschädigt, darunter auch die beiden, die in Flammen aufgingen."
"War kein Unfall": UN-Mitarbeiter bei Angriff im Gazastreifen getötet
Bei einem Angriff im Gazastreifen ist nach Angaben der UNO ein Mitarbeiter der Vereinten Nationen getötet worden. Der Angestellte des UN-Büros für Projektdienste (Unops) sei durch einen Sprengsatz getötet worden, der auf einen UN-Standort "abgeworfen oder abgefeuert" wurde und im Inneren des Gebäudes explodierte, erklärte Unops am Mittwoch. Bereits in den vorigen Tagen habe es Einschläge in der Nähe und auf dem Gelände gegeben, weshalb die Organisation den Kontakt zu den israelischen Streitkräften aufgenommen habe.
Unops-Direktor Jorge Moreira da Silva äußerte sich "schockiert und verzweifelt" über den Tod des Kollegen. "Das war kein Unfall", fügte er hinzu. Das getroffene UN-Gebäude in Deir el-Balah im Zentrum des Gazastreifens befinde sich in einem entlegenen Gebiet und sei beim israelischen Militär gut bekannt gewesen. Zuvor hatte das von der Hamas geführte Gesundheitsministerium im Gazastreifen mitgeteilt, ein ausländischer UN-Mitarbeiter sei in Deir el-Balah durch einen israelischen Luftangriff getötet worden. Fünf weitere ausländische Beschäftigte der UNO seien nach einem israelischen Angriff auf den UN-Standort mit schweren Verletzungen ins Al-Aksa-Märtyrer-Krankenhaus in Deir al-Balah eingeliefert worden, erklärte das Ministerium. Die israelische Armee wies die Angaben der Hamas zurück. Die Armee habe "keinen UN-Standort in Deir al-Balah angegriffen", erklärte sie.
Russischer Prototyp "Superjet 100" hebt zum Erstflug ab
Der "Superjet 100" feiert im fernen Osten Russlands seinen Jungfernflug - und das mit jahrelanger Verspätung. Die enorme Verzögerung hängt unmittelbar mit dem Krieg in der Ukraine und den Sanktionen für Russland aus dem Westen zusammen. Auch andere Modelle sind von den Problemen betroffen.
Israels Armee beginnt Bodenoffensive im Gazastreifen
In der Nacht zum Dienstag greift die israelische Luftwaffe erstmals seit Beginn der Waffenruhe wieder Ziele im Gazastreifen an. Darauf folgt nun eine Bodenoffensive. Die Armee erklärt in einer Stellungnahme ihr neues Ziel.
Lufthansa stellt neue Luxus-Kabinen und Sitze vor
Interessant für die Gutverdiener unter Ihnen? Mit neuen Flugzeugen und einem Luxus-Angebot für betuchte Passagiere will die Lufthansa ihren ramponierten Ruf wiederherstellen. Bis Ende 2027 will die Kerngesellschaft Lufthansa Airlines 61 neue Maschinen in Dienst stellen. Das ist nach Worten von Vorstandschef Jens Ritter die größte Flottenerneuerung in der Geschichte der bald 100 Jahre alten Fluggesellschaft. "Im Schnitt heißt das alle zwei Wochen ein neues Flugzeug." Abgesehen davon gab die Lufthansa nach fünfjähriger Verspätung den offiziellen Startschuss für ihre neue Erste Klasse, in der für ganz betuchte Passagiere eine durch Seitenwände von Crew und übrigen Fluggästen abgetrennte Kabine mit Doppelbett buchbar ist. "Wir sind wieder auf dem Weg, Europas Premium-Airline Nummer eins zu werden", sagte Ritter.
Teil der Charmeoffensive ist die "Allegris" getaufte neue Bestuhlung in den Maschinen, deren Top-Offerte die neue Erste Klasse ist. Die Passagiere auf den billigeren Economy-Plätzen hinten im Flugzeug haben nach Ritters Worten mehr Beinfreiheit als zuvor. Abgesehen davon soll der Service im ganzen Flugzeug besser werden, nicht nur für Business- und First-Class-Passagiere. "Wir schauen uns die Teller an, Gläser, Besteck, die einzelnen Essenskomponenten, Snacks, Kissen, Decken, Komfortbeutel, Entertainment, alles", sagte Kundenvorstand Heiko Reitz.
Videos auf Tiktok führen Polizei zu entführtem Kater
Auf der Videoplattform Tiktok veröffentlichte Aufnahmen haben Ermittler in Nordrhein-Westfalen zu einem vor vier Monaten entführten Kater geführt. Beamte beschlagnahmten das im November in Köln gestohlene Tier namens Loki am Dienstag bei einer 25-Jährigen im 50 Kilometer entfernten Marienheide, wie die Polizei in Gummersbach am Mittwoch mitteilte. Gegen sie wird nun wegen Diebstahls ermittelt.
Polizisten übergaben Loki anschließend dem "überglücklichen" 63-jährigen rechtmäßigen Besitzer, wie die Beamten weiter mitteilten. Ihren Angaben zufolge hatte die 25-Jährige aus dem Oberbergischen Kreis das freilaufende Tier im November aufgegriffen und einen am Halsband befestigten Ortungsanhänger entfernt. Ihn fand der Besitzer später im Gebüsch an einer Autobahnauffahrt in Köln.
Peter Maffay tanzt mit seiner Tochter Ballett
Nach seiner Abschiedstour im vergangenen Jahr will sich Peter Maffay mehr Zeit für die Familie nehmen. Das setzt er in die Tat um. Eine Handyaufnahme seiner Frau zeigt ihn und seine Tochter bei Ballettübungen. Dabei scheint die sechsjährige Tochter den Ton anzugeben.
Keine weiteren Ermittlungen zum Tod von AnNa R.
Nach dem Tod von Rosenstolz-Sängerin AnNa R. wird es keine weiteren Ermittlungen geben. Polizei und Staatsanwaltschaft gehen nicht von einem Fremdverschulden aus, wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft Berlin, Sebastian Büchner, sagte. Zu den genauen Todesumständen könne er "aus Persönlichkeitsrechtsschutzgründen" nichts sagen, so der Sprecher.
Die Auffindesituation und weitere Umstände, die unter anderem durch die Befragung des Umfelds ermittelt wurden, sprachen laut Behörde so deutlich gegen ein Fremdverschulden, dass auch von einer Obduktion der Leiche abgesehen wird. "Der Leichnam ist zwecks Bestattung daher auch soeben freigegeben worden", so Büchner.
AnNa R. war im Alter von 55 Jahren gestorben. Sie wurde am Sonntagabend in Berlin-Friedrichshain tot gefunden. Die Polizei hatte zunächst ein Ermittlungsverfahren zur Todesursache eingeleitet. Die Akte wird nun nach Angaben von Sprecher Büchner geschlossen.
Autofahrer und Passanten irren durch Sandsturm
Durch einen Sandsturm entsteht im US-Bundesstaat New Mexico eine surreale Szenerie. Die Sicht ist stark eingeschränkt, Autos schleichen über die Straßen oder bleiben direkt am Rand stehen. Die Vorsicht hat einen traurigen Hintergrund, erst vor Kurzem kommt es aufgrund eines Sandsturms zu einem heftigen Unfall.
Schichtwechsel
Es ist 14 Uhr und mein Kollege Marc Dimpfel darf in den wohlverdienten Feierabend. Ich übernehme, mein Name ist Tobias Hauser und ich versorge Sie bis zum Abend mit dem Wichtigsten und Interessantesten hier im "Tag". Sie können mich gerne kontaktieren unter tobias.hauser@ntv.de
"Hoch qualifiziert": Bundesregierung verteidigt Baerbock
Die Bundesregierung will Noch-Außenministerin Annalena Baerbock für den Vorsitz der UN-Generalversammlung nominieren. Doch daran gibt es Kritik, weil ursprünglich die deutsche Top-Diplomatin Helga Schmid für den Posten vorgesehen war. Regierungssprecher Steffen Hebestreit verteidigt die Entscheidung. Baerbock sei "hoch qualifiziert für diesen Job" und hoch anerkannt, sagt Hebestreit. Daher habe sich das Kabinett "auch im Einvernehmen mit der künftigen potenziellen Bundesregierung darauf verständigt, Frau Baerbock zu nominieren".
"Festnahme und Abschiebehaft": Deutschland passt Reisehinweise für die USA an
Mehrere Deutsche sind in den USA in den vergangenen Wochen in Abschiebehaft gekommen. Das Auswärtige Amt reagiert und passt seine Reisehinweise an: Bei Ein- oder Ausreise in den USA könne es zu "Festnahme, Abschiebehaft und Abschiebung" kommen, heißt es nun. Gründe dafür könnten "Vorstrafen in den USA, falsche Angaben zum Aufenthaltszweck oder eine auch nur geringfügige Überschreitung der Aufenthaltsdauer sein". Zudem hebt das Auswärtige Amt in seinen Reisehinweisen klarer hervor, dass eine elektronische Einreisegenehmigung (ESTA) oder ein Visum nicht in jedem Fall zur Einreise in die USA berechtige. Die Anpassung bedeute aber keine Reisewarnung für die USA, betont ein Sprecher.
Forscher rufen zur Hummel-Challenge auf
Sollten Sie in den nächsten Tagen eine Hummel sichten, machen Sie ein Foto! Mit einer deutschlandweiten Hummel-Challenge wollen Wissenschaftler einen Überblick über die Wildbienen gewinnen. Von Donnerstag an bis zum 9. April geht es darum, möglichst viele verschiedene Hummeln auf unterschiedlichen Pflanzen zu fotografieren und die Bilder in einer App zu speichern. Artenkenntnisse seien nicht nötig, teilen die Projektpartner vom Thünen-Institut in Braunschweig und Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Naturschutz Bayern mit.
DIe Forscher hoffen, an jüngste Erfolge anknüpfen zu können. Im vergangenen Jahr wurde bei der Aktion die Tonerdhummel nachgewiesen, eine für Deutschland neue Art. Zu der Challenge wird jährlich einmal im Frühjahr und einmal im Sommer aufgerufen.
Fahrlehrer soll Schülerinnen vergewaltigt haben
Wegen des Verdachts des sexuellen Übergriffs und der mehrfachen Vergewaltigung hat die Polizei einen Fahrlehrer aus dem baden-württembergischen Landkreis Sigmaringen festgenommen. Der 41-Jährige soll in mehreren Fällen Fahrschülerinnen in entlegene Waldstücke gelotst haben und dort übergriffig geworden sein, wie die Polizei in Ravensburg und die Staatsanwaltschaft Hechingen gemeinsam mitteilen.
Beamte hatten die Wohnung und die Geschäftsräume des Manns am Dienstag durchsucht und ihn festgenommen. Ein Haftrichter ordnete Untersuchungshaft an. Die Ermittler baten weitere mögliche Betroffene, sich zu melden.
Heftige Regenfälle überfluten Urlaubsgebiete in Spanien
Die Landwirtschaft im Süden Spaniens leidet unter enormer Wasserknappheit. Doch nun regnet es so heftig, dass weite Teile Andalusiens und Murcias unter Wasser stehen. Straßen sind überschwemmt, Flüsse treten über die Ufer. Zahlreiche Menschen müssen gerettet werden, mindestens eine Person stirbt.
Erbitterter Streit um Stierkämpfe - Mexiko-Stadt versucht es mit Kompromiss
Stierkämpfe haben in Lateinamerika eine lange Tradition. Doch weil die Tiere am Ende der Kämpfe häufig getötet werden, stehen sie seit geraumer Zeit in der Kritik. In Mexiko-Stadt haben sich nach jahrelangem Streit zwischen Befürwortern und Gegnern von Stierkämpfen die Verantwortlichen auf eine Art Kompromiss verständigt. Das Stadtparlament sprach sich mit überwältigender Mehrheit dafür aus, Gewaltanwendung bei den Kämpfen zu verbieten. Das Töten von Stieren und der Einsatz von spitzen Gegenständen, die die Tiere verletzen könnten, sollen demnach künftig tabu sein.
Die Einschränkungen lösten erbitterte Proteste von Matadoren und Anhängern der Tradition aus. Einige versuchten die Polizeibarrikaden rund um das Stadtparlamentsgebäude zu durchbrechen, andere reckten Transparente mit der Parole "Ein Fan der 'Fiesta Brava' (Stierkampf) zu sein, ist kein Verbrechen, sondern ein Grund zum Stolz" in die Höhe. Aktivisten für Tierrechte und Stadträte stellten sich derweil demonstrativ neben Bereitschaftspolizisten auf den Stufen des Gebäudes auf und ballten die Fäuste, einige hatten Stierkuscheltiere dabei.
Lauterbachs Bodyguard gab versehentlich Schuss ab
Bodyguards folgen Karl Lauterbach auf Schritt und Tritt. Das hat gute Gründe: So soll eine Terrorgruppe die Entführung des Gesundheitsministers geplant haben. Für einen kurzen Moment gefährlich wurde es im November 2024 für Lauterbach allerdings gerade wegen eines Personenschützers. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, habe sich Lauterbach am Flughafen Köln-Bonn befunden, als sich aus der Dienstwaffe des BKA-Mannes plötzlich ein Schuss gelöst habe. Die Kugel ging demnach in den Kofferraum einer Dienst-Limousine.
"Es ist zutreffend, dass es zu einer unbeabsichtigten Schussabgabe im Rahmen eines Entladevorganges gekommen ist", bestätigt eine BKA-Sprecherin den Vorfall der Zeitung. Gefahr für Leib und Leben der Schutzperson oder anderer Personen habe nicht bestanden. Ein Disziplinarverfahren sei eingeleitet worden, inzwischen aber abgeschlossen. Lauterbach konnte laut "Bild"-Zeitung an diesem Tag planmäßig nach Berlin fliegen.
Kriminelle brechen bei Polizistin ein: Festnahme auf frischer Tat
Ausgerechnet in die Wohnung einer Polizistin sind drei Einbrecherinnen am helllichten Tag im niedersächsischen Stade eingestiegen. Die Beamtin, die sich gerade zu Hause befand, nahm eine Verdächtige "auf frischer Tat" fest und übergab sie an Kollegen, wie die örtliche Polizei mitteilt. Die beiden anderen Täterinnen flohen.
Die Tat ereignete sich am Dienstag in einem Mehrfamilienhaus. Laut Polizei rechneten die Einbrecherinnen offenbar nicht damit, dass sich jemand in der Wohnung befand. Bei der Festgenommenen handelt es sich um eine 42-Jährige. Sie wurde erkennungsdienstlich behandelt und nach Ende der polizeilichen Maßnahmen und der Hinterlegung einer sogenannten Sicherheitsleistung entlassen.
Straßen in Istanbul abgeriegelt - Soziale Medien eingeschränkt
Nach der Festnahme des Istanbuler Bürgermeisters und Oppositionspolitikers Ekrem Imamoglu sind in der Millionenmetropole mehrere Straßen gesperrt worden. Vier Tage lang bleiben laut dem Gouverneursamt in der Innenstadt ausgewählte Straßen gesperrt, zudem werden mehrere Bahnstationen geschlossen. Auch seien alle Arten von Versammlungen und Demonstrationen bis zum 23. März verboten, "um die öffentliche Ordnung in der gesamten Provinz aufrechtzuerhalten und mögliche Provokationen zu verhindern".
Zudem sind Berichten zufolge mehrere soziale Netzwerke sowie Kurznachrichtendienste nur noch eingeschränkt nutzbar. Viele Türken beschrieben Drosselungen und Beschränkungen unter anderem auf X, Youtube, Instagram, Tiktok, Whatsapp, Signal, Telegram und weitere Diensten. Imamoglu war am Morgen, wenige Tage vor seiner geplanten Ernennung zum Präsidentschaftskandidaten der größten Oppositionspartei in der Türkei, festgenommen worden. Seine Partei CHP sprach von einem versuchten Staatsstreich.
Rechtsextremist Ben-Gvir ist wieder Minister in Israel
Aus Protest gegen die Waffenruhe mit der Hamas trat Itamar Ben-Gvir im Januar von seinem Posten als Polizeiminister zurück. Inzwischen hat Israel seine Angriffe im Gazastreifen wieder aufgenommen - und der rechtsextreme Politiker kehrt zurück ins Amt. Zwei weitere Mitglieder von Ben-Gvirs Partei Otzma Jehudit erhielten ebenfalls ihre Ministerposten zurück.
Die Regierung ignorierte mit ihrer Entscheidung eine Stellungnahme der Generalstaatsanwältin Gali Baharav-Miara. Diese hatte festgelegt, dass Netanjahu Ben-Gvir nicht wieder zum Polizeiminister ernennen könne. Sie hatte in der Vergangenheit kritisiert, der ultrarechte Minister habe sich auf illegitime Weise in die Polizeiarbeit eingemischt.
SPD-Genossen fordern Eskens Rücktritt
Nach dem schlechten Abschneiden der SPD bei der Bundestagswahl wird innerhalb der Partei der Ruf nach einem Rückzug von Ko-Chefin Saskia Esken laut. "Für die Genossin Esken sehe ich eigentlich keine weiteren Aufgaben in der Parteiführung, die letztlich für die SPD auch Fortschritt und Mehrwert bringen könnte", sagte der Fürther Oberbürgermeister Thomas Jung dem "Tagesspiegel". Jung plädierte dafür, dass Ko-Parteichef Lars Klingbeil künftig allein an der Spitze der Sozialdemokraten stehen solle.
Auch die frühere SPD-Bundestagsabgeordnete Dagmar Freitag forderte einen Rückzug Eskens von der Parteispitze. Eine langjährige Parteivorsitzende, die im eigenen Bundestagswahlkreis gerade mal 12,9 Prozent der Erststimmen hole, habe "erkennbar keine Akzeptanz bei den Bürgerinnen und Bürgern", sagte Freitag der Zeitung.
Smartphones in der Schule? Bundesland will Einschränkungen
Handys auf dem Pausenhof oder im Klassenzimmer sind ein Streitthema. In Baden-Württemberg soll die private Nutzung künftig eingeschränkt werden. "Es geht mir um den Schutz unserer Kinder und Jugendlichen", sagt Kultusministerin Theresa Schopper. Eine schulgesetzliche Regelung mit klaren Leitplanken für den Umgang mit Smartphones an Schulen sei in Planung, heißt es. Die negativen Einflüsse von Smartphones seien inzwischen ausreichend belegt. Wie genau die Regeln aussehen sollen, ließ die Grünen-Ministerin offen. Bislang kann jede Schule selbst festlegen, ob sie die Nutzung von Handys etwa in der Pause über die Hausordnung verbietet.
Das wird heute wichtig
Liebe Leserinnen und Leser,
zum zweiten Mal seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus hat US-Präsident Donald Trump mit Kremlchef Wladimir Putin telefoniert. Die Erwartungen waren groß, die Ergebnisse blieben dahinter zurück. Gemäß dem von Washington und Moskau verkündeten Deal sollen Russland und die Ukraine einen Monat lang keine Energieanlagen im gegnerischen Land mehr beschießen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte dazu, sein Land unterstütze die Idee, brauche aber noch genauere Informationen. Dass von Frieden noch lange keine Rede sein kann, zeigte sich in der Nacht: Die russische Armee griff die Ukraine einmal mehr mit Schwärmen von Kampfdrohnen an.
Diese Themen werden uns heute beschäftigen:
Die EU-Kommission stellt heute ein neues Strategiepapier zur Zukunft der europäischen Verteidigung vor. In dem sogenannten Weißbuch wird die Behörde den Mitgliedstaaten der EU darlegen, wie aus ihrer Sicht auf die aktuellen Bedrohungen durch Russland und andere aggressive Akteure angemessen reagiert werden sollte.
Die US-Notenbank Federal Reserve entscheidet vor dem Hintergrund von US-Präsident Donald Trumps aggressiver Zollpolitik über den Kurs der Geldpolitik. Analysten erwarten, dass die Notenbank der größten Volkswirtschaft der Welt den Leitzins erneut nicht antasten wird.
Der Bundesgerichtshof (BGH) will um 9.30 Uhr über die Verurteilung der Linksextremistin Lina E. entscheiden.
Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl berichtet um 14 Uhr in Stuttgart im Innenausschuss des Parlaments über die Todesfahrt von Mannheim.
Mit Betriebsstart am frühen Morgen steht der Nahverkehr in Berlin weitgehend still. Die Beschäftigten der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) beginnen einen 48-stündigen Warnstreik.
Am Landgericht Essen beginnt der Prozess um einen Bestechungsskandal an der Universität Duisburg-Essen. Die Hauptangeklagte soll in rund 100 Fällen Noten verbessert haben.
Mein Name ist Marc Dimpfel und ich begleite Sie durch die erste Hälfte des Nachrichtentages. Bei Anregungen oder Kritik erreichen Sie mich unter marc-oliver.dimpfel@ntv.de.
Erdogans wichtigster Kontrahent festgenommen
Ekrem Imamoglu ist Bürgermeister von Istanbul und aussichtsreicher Herausforderer des mächtigen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Doch wenige Tage vor seiner geplanten Ernennung zum Präsidentschaftskandidaten wird Haftbefehl gegen Imamoglu erlassen. Ihm werde unter anderem die Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation und Korruption vorgeworfen, berichtet die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft.
Nach einer Razzia in seinem Haus hat die Polizei ihn festgenommen. Imamoglu veröffentlichte am Morgen auf X ein Video, in dem er davon sprach, dass Hunderte Polizisten vor seiner Haustür stünden. "Wir befinden uns im Angesicht einer großen Tyrannei", schreibt er dazu. Er werde aber nicht aufgeben.
Regisseur soll Netflix um elf Millionen Dollar betrogen haben
Ein Hollywood-Autor und Regisseur soll den Streaminganbieter Netflix um elf Millionen US-Dollar betrogen haben. Dabei ging es offenbar um eine Science-Fiction-Serie, die nie ausgestrahlt wurde. Carl Erik Rinsch, bekannt als Regisseur des Films "47 Ronin", ist nach Informationen der Staatsanwaltschaft in Los Angeles festgenommen worden.
Demnach hatte Netflix zunächst 44 Millionen US-Dollar für den Kauf einer unvollendeten Serie bezahlt, dann aber weitere 11 Millionen Dollar ausgezahlt. Anstatt das zusätzliche Geld für den Abschluss der Produktion zu verwenden, habe Rinsch das Geld heimlich auf ein persönliches Maklerkonto überwiesen. Laut Staatsanwaltschaft verprasste der 47-Jährige innerhalb von zwei Monaten etwa die Hälfte des Geldes. Er kaufte zahlreiche Luxusartikel, unter anderem eine Flotte von Rolls-Royce-Fahrzeugen und einen Ferrari.
Mann in den USA mit qualvoller Methode hingerichtet
Es ist nach Einschätzung von Menschenrechtlern eine grausame Exekution: In den USA ist ein zum Tode verurteilter Mensch mit Stickstoff hingerichtet worden. Der 46 Jahre alte Jessie Hoffman Jr. starb in einer Strafanstalt im Bundesstaat Louisiana, wie die Justizministerin des Bundesstaats mitteilte. Es war das erste Mal, dass die umstrittene Methode in dem Bundesstaat zum Einsatz kam. Hoffman war wegen Mordes einer Frau in New Orleans im Jahr 1996 zum Tode verurteilt worden. Seine Hinrichtung war nach Angaben des Informationszentrums für Todesstrafe die erste in Louisiana seit 2010.
Bei dem als Stickstoffhypoxie bezeichneten Prozedere wird dem Verurteilten reiner Stickstoff über eine Gesichtsmaske zugeführt, was zum Tod durch Sauerstoffmangel führt. Bislang wurde die Praxis lediglich viermal in den USA vollzogen – nur in Alabama. Als sie dort im vergangenen Jahr erstmals angewandt wurde, schilderten Augenzeugen einen qualvollen Todeskampf des Verurteilten.