Der TagErhält Kriegsverbrecher Mladic ein Staatsbegräbnis?
Mehr als 8000 Menschen starben seinetwegen in Srebrenica - dennoch könnte der bosnisch-serbische Kriegsverbrecher Ratko Mladic ein Begräbnis mit höchsten Ehren bekommen. So wie es aussieht, deutet die serbische Regierung die Möglichkeit eines Staatsbegräbnisses an. "General Mladic ist ein General, und das Protokoll ist bekannt", sagt Justizminister Nenad Vujic dem bosnisch-serbischen Fernsehsender ATV. Seine Regierung respektiere, was Mladic zustehen würde, fügt Vujic hinzu. Der Verweis auf das staatliche "Protokoll" wird von serbischen Medien so interpretiert, dass die Regierung unter Präsident Aleksandar Vucic ein Staatsbegräbnis mit höchsten Ehren plant. Zudem wird angenommen, dass er im Belgrader Friedhof Topcider beigesetzt wird.
Der ehemalige bosnisch-serbische Militärführer war am Donnerstag in Den Haag gestorben. Er verbüßte dort eine lebenslange Gefängnisstrafe für die von ihm im Bosnien-Krieg (1992-1995) begangenen Kriegsverbrechen. Verurteilt hatte ihn ein internationales UN-Tribunal wegen Völkermords. Unter anderem wies es ihm die Schuld am Massaker von Srebrenica im Juli 1995 nach. Bosnisch-serbische Milizen hatten dort unter seinem Kommando mehr als 8000 Menschen, hauptsächlich Männer und männliche Jugendliche, ermordet. Das offizielle Belgrad leugnet bis heute den gerichtlich festgestellten Völkermord, den bosnisch-serbische Milizen unter Mladic in Srebrenica und bei der grausamen Belagerung der bosnischen Hauptstadt Sarajevo begangen hatten.
Update von 12:57 Uhr: Mladic soll in Serbien mit militärischen und staatlichen Ehren beigesetzt werden. Der frühere Armeechef der bosnischen Serben werde "alle militärischen und staatlichen Ehren erhalten, auf die er Anspruch hat", sagt der serbische Justizminister Nenad Vujic dem Radiosender K1.