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Der TagMissbrauchsbeauftragte: Risiko für Kinder so hoch wie nie 

13.10.2026, 15:08 Uhr

Die Missbrauchsbeauftragte des Bundes, Kerstin Claus, fordert einen besseren Schutz für Kinder und Jugendliche vor sexueller Gewalt und kritisiert bestehende Schutzlücken. "Noch nie war das Risiko für Kinder und Jugendliche, sexualisierte Gewalt zu erleben, so hoch wie heute", sagt Claus bei der Vorlage ihres Berichts zum Ausmaß sexueller Gewalt gegen Heranwachsende. "Die Risiken im digitalen Raum explodieren." 

  • So habe schon jeder vierte junge Mensch zwischen 14 und 17 Jahren Cyber-Grooming erlebt, erklärt sie. Diese gezielte Online-Kontaktaufnahme sei der Auftakt für sexualisierte Übergriffe. Es müssten deshalb "altersangemessene, sichere Räume" im Netz geschaffen werden.  

  • Die Bundesbeauftrage fordert unter anderem eine aktive Suche und Entfernung von Missbrauchsdarstellungen im Netz, denn so lange sie dort kursierten, dauere der Missbrauch an.

  • Außerdem fordert sie eine Anpassung des Strafrechts. Dieses "schützt aktuell nur Kinder unter 14 Jahren vor Cybercrime", betont sie.

  • Ein weiterer Vorschlag ist die Einführung eines Schulfachs "Digitale Welt/Digitalität", das digitale Kompetenzen vermittele und den Umgang mit Risiken im Netz einschließt.

Insgesamt sei die Zahl der von sexueller Gewalt betroffenen Kinder und Jugendlichen ungebrochen hoch, heißt es im Bericht der Missbrauchsbeauftragen. Verwiesen wird auf bereits veröffentlichte Zahlen der Kriminalstatistik. Demnach registrierte die Polizei 2025 insgesamt 17.126 Fälle sexuellen Kindesmissbrauchs, rund 1600 mehr als noch vor fünf Jahren und 772 mehr als im Vorjahr. 

Quelle: ntv.de