Der TagNach US-Eskalation: Kanada will mit weiterem Partner Allianz schmieden
Nach der Eskalation im Handelsstreit mit den USA setzt Kanada bei der Suche nach anderen Partnern Insidern zufolge nun auch verstärkt auf die Türkei. Premierminister Mark Carney wolle noch im Oktober dorthin reisen, sagten vier mit den Plänen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Bei einem Treffen mit Präsident Recep Tayyip Erdogan solle es unter anderem um ein Freihandelsabkommen sowie eine mögliche Zusammenarbeit in den Bereichen Energie und Verteidigung gehen. Es wäre der erste rein bilaterale Besuch eines kanadischen Regierungschefs in der Türkei überhaupt. Carney versucht derzeit verstärkt, die Abhängigkeit Kanadas von den USA zu verringern. Im August waren Handelsgespräche mit dem mit Abstand wichtigsten kanadischen Partner gescheitert und gegenseitige Handelshürden haben sich hochgeschaukelt.
Carney hatte zuletzt angekündigt, den Handel mit anderen Staaten als den USA im kommenden Jahrzehnt zu verdoppeln. Erst vor rund zwei Wochen hatte er vor dem Europäischen Parament in Straßburg für eine umfassende Vertiefung der Beziehungen geworben und einen EU-Verschlag begrüßt, assoziiertes Mitglied der Europäischen Union zu werden. Seine Regierung treibt auch die Beziehungen zu Ländern wie China und Indien voran, mit denen es in der Vergangenheit Spannungen gab. Um die heimische Wirtschaft angesichts des Streits mit den USA zu stärken, rückt Carney dabei das Thema Menschenrechte stärker in den Hintergrund als seine Vorgänger.