Der TagNetanjahu: Extreme Rechte in Frankreich hat gleichen Feind wie Israel
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erwartet sich von einer möglichen rechtsnationalen Regierung in Frankreich offenbar bessere Beziehungen als mit der aktuellen französischen Regierung. Auf die Frage einer Journalistin, ob er glaube, dass sich die Beziehung zwischen Israel und Frankreich mit einer rechten Regierung verbessern würde, sagte Netanjahu: "Das tue ich auf jeden Fall, denn sie wissen, dass sie bedroht sind. Es ist der gemeinsame Feind, der ein gemeinsames Interesse schafft." Wen oder welche Gruppe der israelische Ministerpräsident genau meinte, ließ er offen. Zuvor hatte er allerdings im Hinblick auf die teils gewaltsamen Proteste in Frankreich gesagt: "Wenn wir Hamas hier nicht stoppen, werden wir sie in den Straßen von Paris sehen. Und genau das passiert jetzt gerade."
Ende September hatte es schwere Antisemitismusvorwürfe gegen den Vorsitzenden des rechtsnationalen Rassemblement National, Jordan Bardella, gegeben. Im kommenden Frühjahr wird in Frankreich ein neuer Präsident oder eine neue Präsidentin gewählt. Bardellas Parteikollegin Marine Le Pen liegt in den Umfragen für die erste Wahlrunde derzeit deutlich vor den möglichen Kandidaten der anderen politischen Lager. Le Pen ist seit Jahren darum bemüht, ihre Partei zu "entteufeln" und bis in die bürgerliche Mitte hinein wählbar zu machen. Dafür bemüht sie sich, sich von den antisemitischen Anfängen der Vorgängerpartei des Rassemblement National, der Front National, zu distanzieren. Le Pens Vater und Parteigründer war wiederholt wegen Verharmlosung von Nazi-Verbrechen verurteilt. Immer wieder verurteilte die Partei in den vergangenen Jahren Antisemitismus und betonte, Jüdinnen und Juden schützen zu wollen.