Der TagNew Yorks berüchtigte Gefängnisinsel: Schließung von Rikers Island verzögert sich
Rikers Island ist berüchtigt: Dutzende Häftlinge starben in dem New Yorker Gefängnis durch Gewalt und mangelnde Versorgung. Deshalb ist die Schließung des riesigen Komplexes auf einer Insel im Hudson River seit Jahren beschlossene Sache. 2027 sollten alle Insassen in kleinere Anstalten verlegt werden, doch deren Bau verzögert sich. Die Stadt könne den Zeitplan nicht einhalten, räumt New Yorks neuer Bürgermeister Zohran Mamdani ein.
Rikers Island sei "in einem erbärmlichen Zustand", sagt Lauren Stossel, die als Psychiaterin dort arbeitete, bis sie zur unabhängigen Aufsichtsbehörde für die New Yorker Gefängnisse wechselte. Die Türen und Fenster der Zellen sind kaputt, immer wieder gibt es Überschwemmungen und im Winter ist es unerträglich kalt, im Sommer viel zu heiß. Auch grassierende Gewalt, Überbelegung, Drogen und Personalmangel tragen laut Stossel zu den katastrophalen Bedingungen bei. Das Gefängnis wurde 1932 auf der abgelegenen Insel zwischen den Stadtteilen Queens und Bronx eröffnet. Überwiegend sitzen hier Untersuchungshäftlinge ein, die in New York auf ihren Prozess warten. Zu den prominentesten Insassen zählen der Sexualstraftäter Harvey Weinstein, der Rapper Tupac Shakur, Boxer Mike Tyson und der französische Politiker und frühere IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn. Seit 2015 steht Rikers Island unter Aufsicht der Bundesjustiz, nachdem die zahlreichen Missstände aufgedeckt worden waren.