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Der TagThüringer FDP-Kandidat Kemmerich: "Würde wieder Wahl annehmen, die auf Stimmen der AfD beruht"

07.08.2024, 12:31 Uhr
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Was Merkel "unverzeihlich" nannte, dient Kemmerich als Wahl-Slogan. (Foto: picture alliance/dpa)

Kennen Sie Thomas Kemmerich? Der ist ja so was wie ein eher unrühmlicher Ex-Ministerpräsident Thüringens. Keinen ganzen Monat war er 2020 Landeschef nach einer Wahl, die die damalige Kanzlerin Angela Merkel als "unverzeihlich" beschrieben hatte. Der FDP-Politiker hatte sich mit den Stimmen der AfD zum Ministerpräsidenten wählen lassen. Als unverzeihlich stuft dieses Verhalten wohl auch die Bundes-FDP ein, da sie ihn weder finanziell noch organisatorisch als Spitzenkandidaten in Thüringen unterstützt. Kemmerich tritt dort gegen den Willen des FDP-Chefs Christian Lindner für die Partei an. Das hält Kemmerich aber nicht von Forderungen ab - oder bringt man sich so vielleicht selbst ins Gespräch, während andere wie Lindner ihn wohl am liebsten verschweigen würden? Da kann ich nur mutmaßen. Auf jeden Fall fordert der Thüringer den Ausstieg der Bundespartei aus der Bundesregierung. "Ich denke, es hat keinen Sinn mehr, die Ampel fortzusetzen", sagte er dem "Stern". Die SPD wolle nicht "die Auswüchse der Sozialleistungen" begrenzen und die Grünen hielten an der "überflüssigen Kindergrundsicherung" fest, während gleichzeitig die "Wirtschaft abschmiert".

Von Einsicht oder Verständnis, warum die Wahl 2020 mit der AfD als Steigbügelhalter ein Tabubruch war, scheint der FDP-Landeschef weit entfernt zu sein. Kemmerich erklärte in dem Interview, sich in einer ähnlichen Situation erneut zu bewerben. "Ich behalte mir vor, für jedes Amt zu kandidieren, das sich anbietet", sagte er demnach. "Und ich würde wieder eine Wahl annehmen, die womöglich auf Stimmen der AfD beruht."

Quelle: ntv.de