Der TagUmfrage: 70 Prozent wollen höhere Preise für Zigaretten
Jüngst im Urlaub bin ich zu dem seltenen "Vergnügen" gekommen, einem Familienmitglied eine Schachtel Zigaretten von der Tankstelle mitzubringen. Ich als Nichtraucherin habe bestimmt ein Jahrzehnt keine Schachtel mehr gekauft und wäre spätestens bei dem Preis zur Nichtraucherin geworden: Wenn ein Zehn-Euro-Schein gerade noch ausreicht, um sich 18, 19 oder 20 Kippen (ich weiß nicht mal, wie viele da drin sind) zu kaufen, dann ist das wirklich eine teure (bei vielen tägliche) Ausgabe. Für 300 Euro im Monat oder 3600 im Jahr kann man sich schon einige schöne Dinge kaufen, anstatt sich die Gesundheit zu ruinieren, oder? Genug von meiner Nichtraucher-Apostel-Rechnung. Warum ich so auf den Preis schaue - neben der eigenen Gesundheit natürlich - hat mit einer Befragung zu tun, deren Ergebnis ich angesichts meiner kürzlichen Kauferfahrung zwar erstaunlich, aber auch sympathisch finde: Eine Mehrheit der Deutschen befürwortet einer aktuellen Umfrage zufolge höhere Preise für Zigaretten. 70 Prozent der Befragten hielten dies für richtig, hieß es in einer Umfrage des Instituts Forsa im Auftrag des Magazins "Stern" und des Senders RTL. 27 Prozent seien dagegen. Anhänger von Union und SPD sind demnach mehrheitlich dafür, dass Rauchen teurer wird, ebenso die Wähler von Grünen und Linken. Gegen eine Erhöhung der Preise für Zigaretten seien vor allem regelmäßige Raucher sowie Anhänger der AfD.
Die Umfrage hat einen konkreten Hintergrund: Die schwarz-rote Koalition will die Tabaksteuer stärker erhöhen als bisher geplant. Nach Medienberichten soll der Preis für eine Packung Zigaretten bis 2030 schrittweise von aktuell rund acht Euro auf fast zwölf Euro steigen - etwa 40 Cent mehr als kürzlich vom Bundeskabinett beschlossen. Das Kabinett hatte erst in der vergangenen Woche eine Erhöhung der Tabaksteuer auf den Weg gebracht. Demnach soll die Steuer ab dem 1. Januar 2027 schrittweise so steigen, dass der Preis für eine Packung mit 20 Zigaretten bis 2030 über elf Euro betragen könnte. Die Folge wären Steuermehreinnahmen von rund 756 Millionen Euro im Jahr 2027.