Der Tag"Wir können es nicht fassen": Wie europäische Medien über die Flutkatastrophe in Deutschland berichten
Die Hochwasserkatastrophe in Teilen Westdeutschlands findet auch international große Beachtung. Mehrere europäische Tageszeitungen kommentieren heute die dramatischen Ereignisse und konzentrieren sich dabei auf Aspekte wie den Klimawandel und Auswirkungen auf die bevorstehende Bundestagswahl.
In Frankreich schreibt "Les Echos": "Politische Experten hatten vorhergesagt, dass eine neue Trockenheitsepisode in diesem Sommer die Karten um die Nachfolge von Angela Merkel noch einmal neu mischen könnte. Letztlich sind es Überschwemmungen ungesehener Stärke (...), die diese Rolle zehn Wochen vor der Parlamentswahl einnehmen dürften. (...) Die ersten Züge der drei hauptsächlichen Kandidaten zur Nachfolge Angela Merkels sprechen Bände über das Gewicht des Hochwassers für die Wahlen."
Die österreichische "Kronen Zeitung" meint: "Der Klimawandel zeigt seine Fratze! Wir erstarren vor unseren TV-Geräten. Wir können es nicht fassen. Das passiert ja nur ein paar hundert Kilometer von uns entfernt."
Und in Italien ist in der "Corriere della Sera" zu lesen: "Es bleibt abzuwarten, ob es dann die Grünen sind, die von der neuen deutschen Angst profitieren. Sehr gut gestartet und dann wegen Ausrutschern und Fehlern von Annalena Baerbock zurückgefallen, haben die Umweltschützer viel aufzuholen. Sie haben jedoch das ambitionierteste Programm auf der Linie der europäischen Ziele. Eine Sache ist sicher: Nach der Katastrophe wird die Wahl in Deutschland im kommenden September die erste in Europa sein, die beim Thema der Klimaerwärmung gewonnen oder verloren wird."