Der Tag"Wir sind die Zukunft": Zehntausende junge Franzosen gehen auf die Straße

In Frankreich gehen die Proteste von Schülern und Studierenden weiter, die letzten Monat begonnen haben. Bei einem Aktionstag demonstrieren landesweit Zehntausende für bessere Lern- und Studienbedingungen. Bei Demos in Paris und anderen Großstädten erhalten sie auch Unterstützung von Bildungsgewerkschaften.
Das Innenministerium spricht am Mittag von 30.000 Teilnehmern an Protestaktionen an Schulen und 21.000 Teilnehmern an den Demonstrationszügen. Mehr als 200 Gymnasien seien blockiert worden, heißt es vom Bildungsministerium.
In Paris erhalten demonstrierende Schüler Beifall von Passanten und Busse hupen den jungen Leuten zu.
Teilweise kommt es aber auch zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei. Unter anderem in Lyon und Straßburg wird die Polizei mit Gegenständen beworfen, die Tränengas wiederum einsetzt.
In Paris stehen sich lange Reihen von teils maskierten jungen Menschen und mit Helmen und Schutzkleidung ausgestattete Polizisten gegenüber - bis die Polizei sich schließlich zurückzieht.
Die meisten demonstrieren friedlich. "Warum gibt es so viel Geld für die Verteidigung, aber nicht für die Jugend?", fragt ein 17-Jähriger in Bordeaux. "Wir sind die Zukunft", skandieren Demonstrierende in Lens.
Worum geht es ihnen? Sie verlangen unter anderem die Abschaffung des Verteilsystems für Studiengänge und Ausbildungen, das als komplex und intransparent gilt. Viele Schülerinnen und Schüler leiden unter dem Notendruck, der durch das System stark erhöht wird. Sie fordern außerdem zehn Milliarden Euro zur Renovierung und besseren Ausstattung der Oberschulen, außerdem mehr Lehrer, kleinere Klassen und kürzere Schultage.