Der TagZustand von Berliner Radfahrerin weiter kritisch
Die in Berlin-Wilmersdorf lebensgefährlich verletzte Radfahrerin befindet sich weiterhin in einem kritischen Zustand. Die 44 Jahre alte Radfahrerin war am Montagmorgen in der Bundesallee von einem Betonmischer-Lastwagen überrollt und unter dem Wagen eingeklemmt worden. Feuerwehr-Einsatzkräfte mit Spezialgeräten standen wegen Protesten von Klimademonstranten auf der Stadtautobahn A100 im Stau und trafen erst verspätet am Unfallort ein, weshalb an der Unfallstelle improvisiert werden musste, wie die Feuerwehr betonte.
Die Aktivisten selbst drücken wenig später ihr Bedauern aus. Am Tag darauf versichert ein Gruppenmitglied, dass die Aktivisten weiterhin "mit größtmöglicher Sorgfalt darauf achten" würden, dass durch sie keine Rettungseinsätze oder Notfälle blockiert werden. Wenn ein Rettungswagen durch müsse, stünden die Aktivisten "unverzüglich auf". Anzeichen dafür, dass die "Letzte Generation" künftig auf bestimmte Formen des Protests verzichten könnte, sind nicht zu erwarten. So schrieb Klima-Aktivist Tadzio Müller zum Unfall und an die Adresse seiner Mitstreiter: "Scheiße, aber: nicht einschüchtern lassen. Es ist Klimakampf, nicht Klimakuscheln." Sein Fazit, an Zynismus nicht zu überbieten: "Shit happens." Er löschte den Tweet zwar wieder, aber: Das Thema polarisiert.
Kann und darf der Protest fürs Klima so weit gehen, dass er Menschenleben gefährdet?
Nein, sagt Bundeskanzler Olaf Scholz.
"Wir verurteilen dieses Verhalten", sagt Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey. Es sei bereits das 18. Rettungsfahrzeug gewesen, das nicht zu einem Unfall durchgekommen sei.
Die FDP in Berlin fordert eine zentrale Stelle, die Betroffenen helfen soll, Schadenersatzansprüche geltend zu machen.
Der innenpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Frank Balzer, findet, die Justiz müsse mit all ihren Möglichkeiten durchgreifen.
Der Landesvorsitzende der Berliner FDP, Christoph Meyer, nannte die Aktivisten "kriminelle Straftäter".
Klima-Aktivistin Luisa Neubauer, findet kritische Worte: "Die Legitimation von Aktionen steht und fällt damit, dass Menschen nicht in Gefahr gebracht werden."