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Raus aus der SchuldenkriseGriechenland erwartet Aufschwung im Wirtschaftswachstum

05.10.2026, 13:18 Uhr
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(Foto: Soeren Stache/dpa)

Der einstige Euro-Problemstaat Griechenland lässt die Finanzkrise immer weiter hinter sich.

Die Regierung rechnet für 2027 mit einem stärkeren Wachstum als die großen Volkswirtschaften Europas, wie aus dem am heutigen Montag vorgelegten Haushaltsentwurf hervorgeht. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) soll demnach im kommenden Jahr um 2,3 Prozent zulegen, nach 2,0 Prozent in diesem Jahr. Getragen wird die Entwicklung demnach von steigenden Investitionen und einem robusten Privatkonsum. "Trotz eines widrigen externen Umfelds dürfte die griechische Wirtschaft das siebte Jahr in Folge deutlich stärker wachsen als der Durchschnitt der Euro-Zone", sagte Finanzminister Kyriakos Pierrakakis.

Die Schuldenquote soll 2027 auf 128,8 Prozent des BIP sinken, nachdem sie seit 2020 bereits um 67 Prozentpunkte gefallen ist. Die Quote soll bis Jahresende niedriger sein als die von Italien, auch dank vorzeitiger Rückzahlung von Hilfskrediten. Griechenland ist eines der wenigen Länder der Euro-Zone, das einen Haushaltsüberschuss ausweist, was einen schnellen Schuldenabbau ermöglicht. Das gestiegene Vertrauen der Anleger spiegelt sich auch am Anleihemarkt wider: Die Rendite zehnjähriger griechischer Staatsanleihen lag am Montag mit 4,49 Prozent unter der von Frankreich und Italien.

Trotz der guten gesamtwirtschaftlichen Daten kämpfen jedoch viele Griechen weiterhin mit den Folgen der jahrelangen Krise. Die reale Kaufkraft der Haushalte zählt zu den niedrigsten in der EU. Das monatliche Durchschnittsgehalt von 1500 Euro verharrt auf dem Niveau von 2009. Zudem können rund 1,5 Millionen Menschen ihre Kredite nicht zurückzahlen. Die Regierung plant daher Entlastungen von rund 2,2 Milliarden Euro für Haushalte mit geringem Einkommen und Rentner, die unter hohen Energie- und Wohnkosten leiden.

Quelle: ntv.de, rts