Pur-Sänger kämpft mit TränenHartmut Engler mit Verdienstkreuz ausgezeichnet

Seit 50 Jahren ist Hartmut Engler Frontmann der Band Pur, auch wenn diese zunächst Crusade und dann Opus hieß. Längst gehört die Gruppe zu den erfolgreichsten deutschen Acts. Dafür und für sein kulturelles und soziales Engagement wurde er nun geehrt.
Pur-Frontmann Hartmut Engler ist in seinem Heimatort Bietigheim-Bissingen mit dem Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland geehrt worden. Damit würdigt die Bundesrepublik sowohl das musikalische Gesamtwerk des 64-Jährigen als auch seinen Einsatz im kulturellen und gesellschaftlichen Bereich.
Überreicht wurde die Auszeichnung im Auftrag von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Im Haus der Stiftung Kultur in Bietigheim-Bissingen übernahm mit Jürgen Kessing der Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt die Aufgabe.
Engler zeigt sich im Gespräch mit der "Bild"-Zeitung bewegt von der Anerkennung und betont, wie viel ihm der Orden bedeute: "Wenn man bedenkt, dass Pur in all den Jahren immer auch Kritik ausgesetzt war, ist das jetzt eine schöne Bestätigung und Anerkennung für das, was wir bewegt haben. Besonders freut mich, dass es bei der Auszeichnung nicht nur um das Soziale, sondern auch um das Kulturelle geht."
"Ich hatte Gänsehaut"
Bereits im März erhielt Engler die Nachricht über die Ehrung, übermittelt in einem persönlichen Brief des damaligen baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann. Die Reaktion des Sängers fiel emotional aus: Beim Lesen sei er sichtlich ergriffen gewesen und habe mit den Tränen gekämpft. "Ich hatte Gänsehaut", sagt Engler.
Bei der Verleihung stand ihm seine Familie zur Seite: Seine Verlobte Katrin sowie seine Söhne Felix (27) und Philip (29) begleiteten ihn und teilten den besonderen Moment.
Seit Jahren setzt sich Engler mit Benefizkonzerten und Spendenaktionen für wohltätige Zwecke ein und hat dabei beachtliche Summen gesammelt. Dieses Engagement möchte er auch in Zukunft fortführen. "Die Auszeichnung ist für mich Verpflichtung, dass ich mich weiter engagiere."
Rüdi war mit dabei
Auch sein Freund Rüdi, der als Inspiration für den Song "Mein Freund Rüdi" diente und mit Down-Syndrom lebt, war an diesem besonderen Abend an Englers Seite. Dem Sänger ist es ein großes Anliegen, das Bewusstsein für Menschen mit Behinderung zu stärken.
Immer wieder stehen die beiden gemeinsam auf der Bühne und setzen damit ein klares Zeichen für Inklusion und Zusammenhalt. "Natürlich war Rüdi auch bei der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes dabei", sagte Engler.