Der Tag"Sächsische Zeitung" will Herkunft Krimineller nennen
Die "Sächsische Zeitung" erwägt, künftig in ihrer Berichterstattung die Herkunft von Straftätern immer anzugeben. Damit würde das Blatt von der bisherigen Regelung aus dem Pressekodex abweichen. Die entsprechende Richtlinie 12.1 wurde heute vom Deutschen Presserat in Berlin debattiert. Uwe Vetterick, Chefredakteur der in Dresden erscheinenden Zeitung, schlug vor, bei Kriminalitätsberichterstattung künftig konsequent die Nationalität der Täter oder Verdächtigen zu nennen - egal, ob es sich dabei um Deutsche handele oder um Ausländer.
Eine repräsentative Befragung in Zusammenarbeit mit dem Institut für Kommunikationswissenschaften der TU Dresden unter Lesern der "Sächsische Zeitung" habe gezeigt, dass viele von ihnen davon ausgingen, die Täter seien Asylbewerber, wenn keine Nationalität genannt wird. Die neue Regelung könnte solche Missverständnisse vermeiden helfen, sagte Vetterick.
Auch unser Chefredakteur Tilman Aretz hat sich heute für eine Abschaffung dieser Richtlinie ausgesprochen.