Der Tag"Was issn das? Wie bitte?" Bütikofer wundert sich über Grünen-Kommentar
Es ist bloß ein Tweet vom früheren Grünen-Vorsitzenden Reinhard Bütikofer, der mittlerweile im Europaparlament sitzt. "Was issn das?" schreibt er da. Dann kommt ein Zitat: "Wo wir Grünen an die Schalthebel der Macht kommen, werden wir nicht mehr verhandeln" Dann wieder Bütikofer: "Wie bitte?" Das Zitat kommt von Sandra Detzer, der Grünen-Chefin aus Baden-Württemberg, und stammt aus einem Gastbeitrag für "Die Welt". Der klingt ziemlich markig. Kostprobe? Bitte:
Und deshalb wird gerade uns Grüne an der Regierung anschließend nichts mehr aufhalten können. Wir werden mit aller uns dann zur Verfügung stehenden Macht gestalten und vorangehen, wie wir das im Wahlkampf versprochen haben. Der Klimawandel lässt schließlich keine Zeit mehr. Auch anderswo, bei der Kindergrundsicherung etwa oder beim Wohnungsbau, sind die Wünsche nach Veränderung mit Händen zu greifen. Wir werden deshalb mit aller Kraft reformieren, bis man uns entweder wieder abwählt oder – warum nicht? – zum Dank auf den Thron hebt. (...)
Für die großen Baustellen des Klimaschutzes haben unsere Partei und die wichtigsten Öko-Think-Tanks der Republik klare Konzepte bis hin zu den alltäglichen Handlungsrichtlinien der Ministerialbeamten erarbeitet. Alles liegt griffbereit in der Schublade. Wo wir Grüne an die Schalthebel der Macht kommen, werden wir endlich die faulen Kompromisse der Vergangenheit aufdecken können. Wir werden nicht mehr verhandeln, welche Dörfer noch für den Braunkohleabbau verschwinden sollen und welche nicht. Stattdessen wird der Irrsinn enden.
Huch! In dem Artikel verspricht Detzer im Wesentlichen, dass sich die Grünen nicht von der FDP unterbuttern lassen wollen. Aber ich versuche gerade die ganze Zeit nicht "Klimadiktatur" oder von grünen Allmachtsphantasien zu schreiben. Denn das werden die Gegner der Grünen nun schreien. Die ja überdurchschnittlich oft die "Welt" lesen. Ob man sich damit einen Gefallen tut? Und ob die Grünen wirklich nicht mehr verhandeln werden? Spricht Frau Detzer für die ganze Partei? Nicht nur Bütikofer wundert sich.