InfografikDiese Virus-Varianten beobachtet die WHO

01.06.2021, 13:39 Uhr

Viren verändern sich ständig: Das Auftreten von Mutationen ist normal. Im Fall von Sars-CoV-2 - dem Erreger der ansteckenden Infektionskrankheit Covid-19 und Auslöser der weltweiten Coronavirus-Pandemie - stehen jedoch mehrere Varianten gesondert unter Beobachtung.

Diese Mutanten stehen unter dem Verdacht, aufgrund neu entwickelter Merkmale leichter von Mensch zu Mensch übertragbar zu sein. Bei einzelnen Varianten gibt es auch Hinweise darauf, dass sie womöglich schwerere Erkrankungsfälle auslösen können. Die medizinische Forschung sucht unter Hochdruck nach Antworten. In der Zwischenzeit werden Coronavirus-Mutationen, für die eine höhere Infektiösität oder aggressivere Krankheitsverläufe belegt sind oder bisher noch vermutet werden, gesondert erfasst.

In Deutschland bekannt ist unter anderem die sogenannte "britische" Coronavirus-Variante mit dem Pangolin-Kürzel B.1.1.7. Diese Mutation gelang es Anfang 2021, binnen weniger Wochen alle übrigen Coronavirus-Arten in den Hintergrund zu drängen und das deutsche Infektionsgeschehen komplett zu dominieren. Die dritte Ansteckungswelle wurde durch die offenkundig höhere Übertragbarkeit dieser Mutation massiv befeuert.

Mit Großbritannien oder den Menschen dort hat B.1.1.7 allerdings wenig zu tun. Die Mutation wurde dort nur zufällig zuerst entdeckt. Ähnlich verhält es sich auch mit den Mutanten, die in Deutschland unter dem Namen "Südafrika"-Variante (B.1.351) oder Brasilien-Mutation (P1) auftauchten.

Um die Debatte zu vereinfachen und mögliche diskriminierende Effekte ("China-Virus") zu umgehen, regte die Weltgesundheitsorganisation WHO Anfang Juni ein neues Bezeichnungsschema an. Als "besorgniserregend" eingestufte Coronavirus-Varianten werden demnach künftig mit Buchstaben aus dem griechischen Alphabet benannt. Die Variante B.1.1.7 trägt das WHO-Label "Alpha", unter anderem weil sie im Frühjahr 2021 weltweit die Pandemieentwicklung beeinflusst.

B.1.351 wird bei der WHO künftig unter dem Namen "Beta" geführt. "Gamma" steht für die Varinate P.1, die umgangssprach als Manaus- oder Brasilien-Mutante diskutiert wurde, tatsächlich aber erstmals bei Einreisekontrollen in Japan entdeckt worden war. Der griechische Buchstabe "Delta" bezeichnet nach dem WHO-Schema den Subtyp B.1.617.2 der vormals "indische Variante" oder Maharashtra-Virus genannten Mutation.

Der eng verwandte Subtyp B.1.617.1 steht bei der WHO bisher lediglich als "Variant of Interest" (VOI) unter verschärfter Beobachtung und trägt daher das eigene Label "Kappa". Das RKI dagegen stuft beide Subtypen gemeinsam als "besorgniserregend" ein. Damit stehen in Deutschland und bei der WHO insgesamt vier Namen auf der VOC-Fahndungsliste der Epidemiologen: Alpha, Beta, Gamma und Delta.

Die kürzlich in Vietnam aufgetauchte Coronavirus-Mutation wird bei der WHO derzeit nicht als Risiko-Variante geführt. Bei diesem jüngsten Ableger des Erregers soll es sich um eine Mischform handeln, die sowohl Merkmale der Alpha- als auch der Delta-Variante aufweist. Unabhängige Bestätigung dieser Verdachtsmomente stehen noch aus. Sicher ist bislang, dass bisher alle gängigen Impfstoffe auch gegen die Risiko-Mutationen wirken und zumindest schwere oder schwerste Krankheitsverläufe verhindern.

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