Leben

Grand Tour of Switzerland Die Schweiz erkunden mit Kind

Grand Tour of Switzerland Blick auf das Matterhorn am Stellisee in Zermatt Copyright Esther Mattle.jpg

Hier genoss die Familie einen herrlichen Blick auf das Matterhorn am Stellisee in Zermatt.

(Foto: Esther Mattle)

Die Grand Tour of Switzerland ist ein 1600 Kilometer langer Roadtrip durch die Schweiz, der viele Höhepunkte bereithält: Seen, spannende Städte und Dörfer, Alpenpässe und Unesco-Welterbestätten. Eine reisefreudige Familie hat diese Tour absolviert.

Esther Mattle wohnt gemeinsam mit ihrem Mann Remo und dem gemeinsamen fünfjährigen Sohn Nael in Maienfeld in der Ostschweiz. Sie liebt das Reisen in fremde Länder und berichtet auf ihrem Blog "Travel Sisi" regelmäßig von ihren Trips. Der gebürtigen Liechtensteinerin wurde irgendwann bewusst, dass sie viele Regionen des Landes, in dem sie seit mehreren Jahren wohnt, noch nicht kennt. Auch ihr kleiner Sohn sollte seine Heimat besser kennenlernen, sodass sie und ihr Mann sich dazu entschieden, einen großen Teil der Grand Tour of Switzerland zu absolvieren. Bei einer fünfstündigen Fahrtzeit benötigt man mindestens 7 Tage für diese Route. Im Jahr 2019 war die Familie 17 Tage lang unterwegs. 2020 folgten noch weitere acht Tage Entdeckungstour, da die erste Reise nicht ausgereicht hatte, um alle gewünschten Highlights zu sehen.

Die Familie absolvierte die Tour ab Mitte Juni bis Anfang Juli mit dem Auto. "Mit Kind finde ich das Auto sehr praktisch, weil man dann flexibel ist und unterwegs jederzeit stoppen kann, wenn irgendetwas ist", sagt Mattle im Interview mit ntv.de. Trotz warmer Temperaturen durften Jacken, Schals und Mützen nicht fehlen, denn das Wetter in der Schweiz ist sehr wechselhaft und oben auf den Bergen kann es auch im Sommer ziemlich kühl werden. Im Auto vertrieben Musik und Hörspiele dann die Langeweile beim Kleinsten.

Die Eltern verwendeten neben Karten auch ein Navigationsgerät, um genau zu bestimmen, wo es als nächstes hingehen soll. Die eigentliche Tour war gut geplant: "Wir hatten alle Unterkünfte schon vorher gebucht. So hat man ein Ziel vor Augen und weiß, wo man am Abend schläft", sagt sie. Genächtigt hat die Familie in Hotels, Jugendherbergen und Glamping-Unterkünften. Damit die Reise durch Restaurantbesuche nicht zu teuer wird, hatte die Familie immer eine Snack-Box und weitere Kochutensilien dabei. Das und die größtenteils günstigen Unterkünfte trugen dazu bei, dass sich die Kosten insgesamt im Rahmen hielten. "Für uns war die Grand Tour nicht teurer, als ein normaler Urlaub", resümiert Mattle.

Von Maienfeld über Zermatt nach Bern und zurück

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Auf einer Autofähre fuhr die Familie über den Vierwaldstättersee

(Foto: Esther Mattle)

Insgesamt 10 Etappen und somit 1365 Kilometer fuhr die Familie in dem etwas außergewöhnlichen Sommerurlaub ab. Startpunkt war Maienfeld. Unterwegs legten die Reisenden einen Zwischenstopp im Schweizer Nationalpark ein, bevor es weiter nach St. Moritz ging, um dort am Abend in der Jugendherberge zu schlafen. Mattle zufolge gleichen die Jugendherbergen in der Schweiz eher einem günstigen Hotel, sodass man hier viel Geld sparen kann. Von St. Moritz aus ging es nach Lugano. "Dahin fuhren wir über den Julierpass in Richtung San Bernardino Pass und haben unterwegs die Viamala-Schlucht besucht. "Die ist sehr imposant", sagt die Reisebloggerin. Die Familie fuhr weiter von der Bergwelt in den italienischen Teil der Schweiz Lugano. "Es waren 30 Grad. Wir kamen auf dem Campingplatz direkt am See an und haben dort entspannt. Sightseeing fand daher nicht großartig statt", erzählt Mattle.

Weiter ging es in Richtung Zermatt. "Dort würde die Grand Tour eigentlich über zwei weitere Pässe führen, aber das war uns zu anstrengend. Deswegen haben wir das abgekürzt und das Auto auf den Zug geladen", sagt sie. Die restlichen 145 Kilometer fuhr die Familie dann auf der Autobahn. "In Sion in der Westschweiz waren wir auf einem Campingplatz und in der Nähe gibt es einen unterirdischen See. Da kann man mit dem Boot in eine Höhle reinfahren. Das war toll", erinnert sie sich.

Ein besonderes Highlight für Nael war jedoch ein anderes Erlebnis: "In der Nähe von Zermatt gab es eine Reifenrutsche. Die konnte er den Berg runter rutschen. Davon erzählt er heute noch", erklärt die Mutter. Die restlichen sechs Etappen bis zur Ankunft in Maienfeld hielten für die Familie viele weitere unvergessliche Erlebnisse bereit. Darunter die Besichtigung der Hauptstadt Bern, das Schwimmen im Vierwaldstättersee oder der Besuch des Königswegs in der Emmentaler Schaukäserei im Emmental. "Wir sind oft in kleinen Orten gewesen, die uns bis dato unbekannt waren. Man sieht viele Dinge, die man gar nicht erwartet hätte", sagt Mattle.

Weil es so schön war

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In Grächen (Kanton Wallis) hatte der kleine Nael viel Spaß auf der Reifenrutsche.

(Foto: Esther Mattle)

Die Grand Tour hat die Familie enorm begeistert: "Man kann in kurzer Zeit viel sehen und den Schildern nachfahren. So kommt man von einem Highlight ins nächste und hat die Garantie, dass man schöne Sachen sieht". Deswegen waren die drei im Sommer 2020 noch einmal acht Tage lang unterwegs. Es ging von Maienfeld nach Sattel-Hochstuckli und von dort nach Weggis am Vierwaldstättersee. "Von Gersau haben wir die Fährfahrt über den Vierwaldstättersee nachgeholt. Von dort sind wir ins Berner Oberland und dann ins Wallis und haben uns den Aletschgletscher angeschaut", erzählt Mattle.

Egal, ob Wandern, Boot fahren, Schwimmen oder Sightseeing - Die Schweiz hat unglaublich viel zu bieten. Je nachdem, in welcher Sprachregion man sich aufhält, warten unterschiedliche Kulturen, Menschen und kulinarische Erlebnisse. Für ein angenehmes Urlaubserlebnis ist ebenso gesorgt: "Es gibt überall Spielplätze und Grillstellen. Auch Trinkwasser war reichlich vorhanden, sodass wir immer unsere Wasserflaschen auffüllen konnten", sagt Mattle.

Quelle: ntv.de, imi