Reise

Rundreise auf den Philippinen Von prügelnden Riesen und süßem Gold

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Panglao Bay.

(Foto: Narjay R. Calinao/TBP (Tourism Board Philippines))

Auf den philippinischen Inseln Bohol, Panglao und Pamilacan kommt man dem Gefühl vom Paradies ziemlich nah. Hier gibt es weiße Strände, Vulkane und ein Meer, das nicht blau, sondern auch voller Leben ist. Und natürlich Kakao.

Die letzten Tage des Flughafens Tagbilaran auf Bohol sind nicht chaotischer als sonst. Vor dem alten Gebäude zeigt sich, wo es hakt: Es könnte auch als Busbahnhof durchgehen. Es herrscht ein Durcheinander aus Taxen, Bussen, Tricyle-Dreirädern und bunten Jeepneys, den Sammeltaxis. Die Filipinos nehmen den Dauerstau mit einem Lächeln hin. Schimpfen zwecklos, "just go with the flow".

Seit Dezember ist der Flughafen Geschichte. 21 Kilometer entfernt hat auf der Nachbarinsel Panglao nach achtjähriger Bauzeit der neue Öko-Flughafen eröffnet. Bis zu zwei Millionen Touristen soll der Airport pro Jahr bewältigen und ist schon jetzt der Stolz der Region. "Grün" ist er wegen eines Abwasserentsorgungs- und Regenwassersammelsystems. Ein Solarpark deckt 30 Prozent des Energiebedarfs ab.

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Auf Panglao erwarten den Urlauber strahlend weiße Strände.

(Foto: Narjay R. Calinao/TBP (Tourism Board Philippines))

Nun also landen Urlauber mitten im Inselparadies. Panglao gehört zur Provinz Bohol und zur Inselgruppe Visayas. Hier tritt sich keiner auf die Füße, die Touristen verteilen sich locker über die vielen Inseln der südöstlichen Provinz. Insgesamt besteht der philippinische Archipel aus 7641 Inseln.

Soweit das Auge reicht erstrecken sich strahlend weiß die palmgesäumten Strände. Damit das so bleibt, haben die ansässigen Hoteliers dafür gesorgt, dass kein Resort oder Hotel höher als sechs Stockwerke gebaut werden darf. Vor allem Rommel T. Gonzales vom Bellevue Resort hat sich engagiert. "Wir wollen hier keine Bettenburgen", erklärt der Hotelier.

Schnorcheln in kostbarem Gewässer

Nur eine kurze Bootsfahrt entfernt liegt das Inselchen Pamilacan. Hier wartet das artenreichste Gewässer der Welt auf Taucherinnen und Schnorchler. Sie schwärmen von den grünen Schildkröten, Anemonen, Korallen und bunt schillernden Fischen. Früher lebten die rund 2000 Bewohner von Pamilacan vom Walfang, der seit 1992 verboten ist. Daher ließ die Regierung sie umschulen. Heute schützen sie den Marinepark und begleiten die Besucher durch das kostbare Gewässer. Die Auflagen sind streng: Auf keinen Fall dürfen Hände oder Füße die Korallen berühren.

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Pamilacan ist ein Paradies für Unterwasser-Fans.

(Foto: Narjay R. Calinao/TBP (Tourism Board Philippines))

Wer nicht in den Ozean eintauchen möchte, kann sich in die Hände von Patring Luza begeben, bis die Sinne schwinden. Die 59-Jährige ist nicht nur Chefköchin im kleinen Inselrestaurant, sie ist auch ausgebildete Masseurin. Beim Vergleich der Rücken dieser Welt stellt sie fest: "Am verspanntesten sind die Russen." Und die Deutschen? "Die schlafen nach fünf Minuten ein", lächelt Patring und legt Hand an.

Wieder erwacht, ist es Zeit für die legendären Chocolate Hills in der Landesmitte von Bohol. Als natürliche Sehenswürdigkeit prangen die Hügel auf Siegel und Fahne der Provinz. Die mit Gräsern bewachsenen, wunderlichen Kegel färben sich in der Trockenperiode braun. Dadurch sehen sie im April und Mai aus wie mit Schokolade übergossen.

Wo sich zwei Riesen schlugen

Auf den 200 Stufen bis zur Aussichtsplattform hasten schon die ersten Besucher treppab. Sie wollen auf dem Loboc-River Mittag essen, ein gern gebuchtes Paket mit einstündiger Bootsfahrt und Gesang durch tropische Gefilde. Oben angekommen, sehen die magischen Hügel aus wie von Menschenhand geformt.

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Die Chocolate Hills sind einer der Tourismusmagneten der Region.

(Foto: Narjay R. Calinao/TBP (Tourism Board Philippines))

Die Natur hat hier ein ewiges Rätsel hinterlassen: Wie sind diese 1268 Kegel entstanden? Geologen vermuten von allem etwas: Vor Urzeiten spuckte ein unterseeischer Vulkan diverse Gesteinsbrocken aus, die sich mit Kalkstein überzogen und schließlich mit thermischer Gewalt an die Luft gehievt wurden. Auch Legenden ranken sich um die Hügel. Den Kindern erzählt man die Version der zwei Riesen. Die gerieten in einen üblen Streit und bewarfen sich bis zur Erschöpfung mit großen Steinen. Doch der Kampf blieb unentschieden, die beiden schlossen Freundschaft und gingen nach Hause - allerdings ohne vorher aufzuräumen.

Erfolgsgeschichte aus Schokolade

Die Schoko-Hills haben auch Dalareich Polot aus Tagbilaran inspiriert. Und ihr Leben verändert. Die Jungunternehmerin findet man unweit des alten Flughafens. Hier führt sie mit ihren Eltern die erste und einzige Schokoladenfabrik der Philippinen samt modernem Verkaufs- und Showroom. Die zierliche Frau hat aus der bislang ignorierten Ressource ihres Landes eine Erfolgsgeschichte gemacht: "Bei uns wächst der Kakao überall, die Leute haben das Gold in ihrem Garten. Sie wissen es nur nicht. Die Alten lutschen die Bohnen rund und spucken das Beste aus", erzählt sie. Die Verarbeitung der Bohnen zu edler Schokolade hatte schlicht keine Tradition.

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Lange wurde dem süßen Gold wenig Beachtung geschenkt, nun gibt es in Tagbilaran die erste und einzige Schokoladenfabrik der Philippinen.

(Foto: Narjay R. Calinao/TBP (Tourism Board Philippines))

Ihr Erfolg ist gleichsam ein Erfolg ihrer ganzen Familie. Dalareich stammt aus ärmsten Verhältnissen: Der Vater verdiente als Tricyle-Fahrer nicht viel, die Mutter war Straßenreinigerin. Damit die Kinder studieren konnten, verdiente sie sich mit dem Verkauf ungesüßter Rohschokolade etwas dazu. Mit einem Stipendium wurde Dalareich schließlich in Belgien zur Chocolatiére ausgebildet, kam zurück und baute zielstrebig ihr Geschäftsmodell aus.

Mittlerweile macht sie mit ihren Schokoladen und Pralinen ein gutes Geschäft und wird international ausgezeichnet. Auch die Landsleute sind hellhörig geworden und kümmern sich nun um das Gold ihrer Gärten: "Die Filipinos sind Naschkatzen", weiß Dalareich. Auf diese Weise vergrößert sie stetig den Kreis ihrer regionalen Zulieferer, die davon ebenfalls profitieren. Angesichts der Armut begeistert sie vor allem, "dass in dieser Art von Landwirtschaft tatsächlich Geld steckt". "Ginto" - Gold, so heißt auch der Verkaufsschlager ihres Sortiments. Zukünftig will sie die Schokoladen von allen philippinischen Inseln vermarkten, denn "jede Insel hat ihren ganz eigenen Geschmack". Und den kann man sogar mit nach Hause nehmen.

Der Artikel ist im Rahmen einer Pressereise entstanden.

Quelle: n-tv.de

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