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"28 Soldiers" macht seinem Beititel "Die Panzerschlacht" alle Ehre.
"28 Soldiers" macht seinem Beititel "Die Panzerschlacht" alle Ehre.
Dienstag, 21. November 2017

Weltkriegs-Heldenepos: "28 Soldiers" stoppen die Wehrmacht

Von Thomas Badtke

November 1941, russischer Winter: Die Wehrmacht rückt mit Wucht auf Moskau vor. Nur die 4. Kompanie der 316. Infanteriedivision unter General Panfilow steht noch im Weg, hoffnungslos unterlegen. Ein Heldenepos nimmt seinen Lauf.

"Die Heimat ist der Ort, wo wir leben. Das Vaterland ist die Art, wie wir leben." Wenn in einem Film solche Sätze fallen, weiß der Zuschauer sofort: Es geht um etwas ganz Großes. Er ahnt, dass eine Schlacht bevorstehen könnte, dass es um einen Krieg geht, um ein Heldenepos. Der Zuschauer liegt bei "28 Soldiers - Die Panzerschlacht" goldrichtig damit.

Nur ein Film, aber dennoch beklemmend: "28 Soldiers" zeigt den Zweiten Weltkrieg, wie er war.
Nur ein Film, aber dennoch beklemmend: "28 Soldiers" zeigt den Zweiten Weltkrieg, wie er war.

Wenn er aber denkt, dass es sich dabei um eine weitere Hollywood-Produktion zum Zweiten Weltkrieg handelt, liegt er falsch. "28 Soldiers" stammt aus Russland - und basiert angeblich auf einer wahren Geschichte.

Mitte November 1941 bewegt sich die deutsche Wehrmacht mit schier unaufhaltsamer Wucht in Richtung Moskau. Das Kriegsglück hat es bis dahin gut gemeint mit Adolf Hitler. Doch der russische Winter zeigt bereits seine eisklirrenden Zähne. Die 4. Kompanie der 316. Infanteriedivision unter General Iwan Panfilow stellt sich den anrückenden Dutzenden deutschen Panzern entgegen. Sie heben Schützengräben aus, bauen Attrappen auf, warten.

Handarbeit statt CGI: Das sitzt.
Handarbeit statt CGI: Das sitzt.

Die deutschen Flaks springen darauf an, stundenlang fliegen die Geschosse, wühlen den russischen Boden auf, das Weiß des Schnees wird zu einem Graubraun. Aber die Finte von Panfilows Infanteristen ist geglückt. Ohne Verluste. Die Deutschen glauben, dass sie auf ihrem Weg nach Moskau nichts mehr aufhalten kann. Sie haben sich getäuscht.

"Genossen Rotarmisten ..."

Panfilows Truppe umfasst ganze 28 Mann. Aber gut getarnt und voller Heldenmut stellen sie sich der auf diesen Widerstand nicht vorbereiteten deutschen Wehrmacht entgegen. Die verliert Panzer und Soldaten. Verluste, die nicht einkalkuliert waren. Der Angriff ist gestoppt. Ein Teilsieg für Panfilows todesmutige Truppe. Aber der General weiß, die Deutschen kommen wieder:

"28 Soldiers" ist bei Meteor erschienen.
"28 Soldiers" ist bei Meteor erschienen.

"Genossen Rotarmisten, ihr habt in den zurückliegenden Schlachten Tapferkeit und Mut bewiesen. Faschistische Aggressoren haben unser Land überfallen und marschieren nun auf Moskau, auf das Herz unseres Vaterlandes. Doch hier, hier haben wir ihnen zum ersten Mal den Geschmack ihres eigenen Blutes zu kosten gegeben. Hier haben wir sie gelehrt, an die Unbesiegbarkeit ihrer großen deutschen Armee zu zweifeln. Hier wurden sie auch zum ersten Mal aufgehalten. Denn hier wart ihr und habt ihnen den Weg versperrt. Der Feind war wütend, aber machtlos und sein Plan für einen schnellen Krieg wurde vereitelt. Mit seiner Wut hat er eine gewaltige Streitmacht für einen neuen Angriff zusammengezogen. Und wieder träumt er davon, zu unserer Hauptstadt durchzubrechen. Doch diesmal weiß er, was ihn erwartet. Denn er weiß jetzt, wie sehr die Russen ihr Vaterland lieben. Er weiß, wie sehr wir für es kämpfen werden. Und er wird in ständiger Angst leben."

Ein prüfender Blick, dann geht es weiter: "Soldaten der Roten Armee, der Feind rückt auf Moskau vor. Er wird versuchen, mit seinen Bomben alles in Trümmer zu legen, uns mit seiner Artillerie zu vernichten, uns mit seinen Panzern zu überrollen. Doch er wird nicht durchkommen. Denn wir stehen hier und erwarten ihn. Brüder, die Geschichte kennt viele tapfere Krieger, doch keinen war bisher ein so großes Schicksal bestimmt wie uns. Heute beschützen wir aber nicht nur Moskau, nicht nur unser großes Heimatland. Heute sieht die ganze Welt auf uns und hält den Atem an. Denn hier an dieser vordersten Frontlinie stehen wir zur Verteidigung. Wir wollen uns dieser Ehre würdig erweisen."

Monumental, episch, grandios

Die Worte verfehlen ihre Wirkung nicht. Wie auch. Es geht um Heimat und ums Vaterland. Das Ergebnis ist einer der erfolgreichsten russischen Filme 2016. Das Ergebnis ist ein bildgewaltiges, detailverliebtes, historisch präzises Heldenepos, das unter die Haut geht und beim Zuschauer Wirkung zeigt.

Wenn die Flakeinschläge die Boxen der Heimkinoanlage zum Beben bringen; wenn das Rattern der Panzermotoren die Gläser auf dem Tisch vibrieren lassen; wenn das Zischen der Gewehrkugeln und der durch die Luft fliegenden Molotow-Cocktails die Nackenhaare aufstehen lassen, werden zwei Dinge klar: Man will nie Teil eines solchen Krieges sein. Und: Weltkriegs-Epen müssen nicht aus Hollywood kommen. Als Zuschauer darf man gespannt sein, welche bedeutende Schlacht sich das russische Kino als Nächstes widmet. Die Fußstapfen sind dank "28 Soldiers - Die Panzerschlacht" groß!  

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Quelle: n-tv.de