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Russischer Kriegsfilm mit Pathos Dieser Sowjet-Panzer ist "unzerstörbar"

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"Unzerstörbar" - etwas für Panzer-Fans.

(Foto: Capelight)

Im Zweiten Weltkrieg sind es meist die kleinen Geschichten, die in einer Verfilmung menscheln. "Unzerstörbar" ist da anders. In diesem russischen Kriegsfilm trägt der Held ein tonnenschweres Stahlkleid - eines, das sich sehen lassen kann.

Wer politisch unterwegs ist, sich gesellschaftskritisch reiben will und jetzt hofft, bei einem russischen Film über das Thema Zweiter Weltkrieg mit dem derzeitigen Machtgefüge in Russland abrechnen zu können, sollte gar nicht weiterlesen. Dieser Text dreht sich einzig und allein um einen Film, nichts weiter. Einen Kriegsfilm, einen russischen - natürlich mit Pathos.

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Die Panzerhaube gehörte damals einfach dazu.

(Foto: Capelight)

In "Unzerstörbar: Die Panzerschlacht von Rostow", so der deutsche Titel des bei Capelight erscheinenden Films, hat Hauptmann Konowalow die menschliche Hauptrolle inne. Ein Typ mit Ecken und Kanten. Mutig, draufgängerisch, aber auch einer, der nicht zu jedem Befehl Ja und Amen sagt. Bei einem seiner eigenwilligen Einsätze wird sein Panzer getroffen, seine Mannschaft stirbt, er überlebt schwer verletzt.

Als er aus dem Lazarett zurückkehrt, eckt er deshalb bei seinem Vorgesetzten an. Der Major kennt ihn noch von ihrer gemeinsamen Ausbildung. Konowalow und er sind wie Feuer und Wasser. Der Major ist ein Korinthenkacker vor dem Herrn, Konowalow macht dagegen sein Ding - aber für das Wohl der Truppe, der Armee und damit auch der Sowjetunion.

Die Rote Armee kämpft zu dieser Zeit mit Materialproblemen. Die alten KW1-Panzer, schwere Geräte, werden durch die neu entwickelten T-34 ersetzt. Ersatzzeile für beide sind Mangelware, Logistikprobleme bestimmen die Tagesordnung. Als Konowalow mit einem reparaturbedürftigen T-34 vor dem Ausrücken in eine Schlacht nicht mehr will, müssen der Hauptmann und seine Panzerbrigade zu Fuß, als Infanteristen, in den Kampf - dem sicheren Tod entgegen.

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Ein Panzer, der auf Action wartet.

(Foto: Capelight)

Ihre Rettung ist die Ingenieurin Pawla, die von einem liegengebliebenen KW-1 ganz in der Nähe hört und ihn mit wenigen Handgriffen wieder zum Laufen kriegt. Mit Konowalows Mannschaft zieht sie nun in die Schlacht. Das erste Gefecht lässt nicht auf sich warten, die schwere Panzerung des KW-1 zahlt sich dabei gegen die deutsche Übermacht aus. Ein deutscher Panzer nach dem nächsten geht in Flammen auf. Doch dann kommt eine Haubitze ins Spiel und selbst Konowalow kommen nun Bedenken. Überlebt seine Mannschaft diesmal?

Der Held im Stahlkleid

Das ist die Frage, die allerdings nicht den Kern des Films bildet. Auch die Tatsache, dass Pawla die Frau Konowalows ist, das Paar sich aber zerstritten hat, weil für den Hauptmann sein Panzer und seine Brigade wichtiger waren als seine Frau, ist nur ein Randaspekt von "Unzerstörbar".

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"Unzerstörbar" (Capelight) erscheint am 22. Februar bei auf DVD und BD.

(Foto: Capelight)

Der Film ist schlicht und einfach ein handwerklich gut gemachter Kriegsfilm, in dem jede Menge Panzer aus mehr oder weniger großer Entfernung ihre Geschosse aufeinander abfeuern und dann gegebenenfalls in Flammen aufgehen. Materialschlacht nennt man so etwas wohl. Die Figur Konowalow ist nur der Sidekick für den eigentlichen Star, der Robin des Dark Knight: KW-1. Diesem 1942 bereits in die Jahre gekommenen alten Roten-Armee-Schlachtross setzt "Unzerstörbar" ein filmisches Denkmal.

Pathos muss sein

Dass dabei russisches Pathos aufflackert, dürfte niemanden wundern. Ein kleines Beispiel gefällig? Soldat A: "Der KW-Panzer ist ein mächtiges Gerät. Der Stahl ist dick, das schützt uns. Ohne den wäre Moskau verloren gewesen. Sie haben nur den Fehler gemacht und für sein Gewicht das falsche Getriebe eingebaut. Der neue T-34 dagegen, DAS ist ein Panzer! Hat Funkgeräte, Direkteinspritzung, neueste Technik. Und wem haben wir das zu verdanken?" Soldat B: "Recht hast du! Neueste Technik und gute Funkausstattung! ... Wenn das kein Fortschritt ist!"

Zugegeben, etwas plump, die russische Selbstbeweihräucherung. Aber wie gesagt: Wer politisch unterwegs ist, sollte sich "Unzerstörbar" nicht anschauen. Wer dagegen auf pure Panzeraction steht, ist bei diesem Film gut aufgehoben. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

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Quelle: n-tv.de

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