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"Lloronas Fluch" Mexikos "weinende Frau" sucht neue Kinder

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La Llorona: Sie hat es auf die unartigen Kinder abgesehen. Zuerst.

(Foto: Warner Brros.)

Wenn du nicht auf deine Eltern hörst, wird dich die "weinende Frau" holen! Diese elterliche Drohung zieht hierzulande nicht, aber in Mexiko und bei den Hispanics in und um Los Angeles. Das ist doch Stoff für einen guten Horrorfilm, oder?

Eltern sagen Kindern ja vieles, damit sie auf sie hören. Das war früher nicht anders als heute. "Wenn, dann"-Aufforderungen sind da ein gern genutztes Stilmittel: "Wenn du nicht hörst, dann bleibt der Fernseher aus!", "Wenn du jetzt nicht das Handy weglegst, gehst du sofort ins Bett!" - die Drohungen verpuffen meist scheinbar ungehört oder vielmehr bewusst überhört. In Mexiko ist das zumindest bei einer Drohung, die Erwachsene an ihre Kinder richten, anders: "Wenn du jetzt nicht brav bist und auf deine Eltern hörst, kommt Llorona - und nimmt dich mit!"

Llorona, "die weinende Frau", ist eine Legende, ein Volksmärchen und doch vielmehr. Llorona war eins eine wunderschöne Frau. Sie fand einen reichen Rancher, der sie über alles liebte. Die beiden heirateten, bekamen Kinder und lebten vollkommen glücklich. Doch dann ging der Rancher fremd, mit einer jüngeren Frau. Die von Eifersucht geplagte Llorona schnappt sich in einem Wutanfall ihre beiden Kinder und ertränkte sie in einem nahen Fluss. Als ihre Wut verflogen war und sie mitbekam, was sie angerichtet hatte, sprang sie selbst in die Fluten und ertrank. Seitdem wandelt sie als Gefangene zwischen dem Reich der Lebenden und der Toten auf der Erde umher, auf der Suche nach unartigen Kindern, die sie holen kann, damit sie den Platz ihres eigenen getöteten Nachwuchses einnehmen können.

Ein Plot, der einiges verspricht

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"Lloronas Fluch" ist bei Warner Bros auf DVD und BD erschienen.

(Foto: Warner Bros)

Das klingt doch nach einem brauchbaren Stoff für einen Horrorfilm. Das dachten sich zumindest die Warner-Bros-Studios und setzten Regisseur Michael Chaves ("The Maiden", "Regen") darauf an. Der packte den Plot nach Los Angeles und in die 1970er-Jahre - was man dem Film aber nicht sofort ansieht -, und schon geht das Gruseln los.

Im Mittelpunkt steht die seit kurzer Zeit verwitwete Sozialarbeiterin Anna (Linda Cardeillini; "Brokeback Mountain"; "Avengers: Age of Ultron"). Sie trauert noch um ihren toten Ehemann, einen Polizisten, versucht aber gleichzeitig ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen - auch der beiden Kinder Chris und Sam wegen. Als sie bei der Arbeit auf den Fall einer Mutter mit zwei Kindern angesetzt wird, ahnt Anna nicht, dass ihre eigene Familie schon bald darauf in Lebensgefahr schweben wird.

Die Kinder der Frau waren seit Längerem nicht in der Schule - Anna soll herausfinden, was los ist. Sie besucht die Mutter, im Haus ist es dunkel, etwas Düsteres, Böses scheint hier eingezogen zu sein. In einem verschlossenen Zimmer findet sie die beiden Jungen der Frau, total verängstigt. Anna lässt die beiden mitnehmen, in ein vermeintlich sicheres Zuhause bringen. Doch tags darauf sind die beiden tot. Ertränkt.

Die Mutter wird verdächtigt, sieht aber in Anna die wirklich Schuldige. Sie hat ihr die Kinder aus ihrer Obhut entrissen und La Llorona damit auf dem Silbertablett serviert. La Llorona? Anna weiß mit dem Namen nichts anzufangen. Aber sie weiß, dass die Mutter ihren Söhnen nie etwas angetan hätte. Anna beginnt zu recherchieren und findet in Pater Perez endlich jemanden, der weiß, was sich hinter La Llorona verbirgt.

Anna hält die Geschichte über die "weinende Frau" für ein Volksmärchen. Doch als La Llorona es auf Chris und Sam abgesehen hat, ändert sie schnell ihre Meinung. Pater Perez schickt Anna zu einem alten Weggefährten, der sich mittlerweile von der Kirche losgesagt hat und als Wunderheiler seinen Unterhalt verdient: Rafael Olivera ("The Closer", "Training Day"). Gemeinsam versuchen sie nun Annas Kinder zu retten und den Fluch der "weinenden Frau" zu brechen.

Die Geister, die "Conjuring" rief

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"Lloronas Fluch" hat eine Menge Gutes: Linda Cardellini beispielsweise oder auch La Llorona (Marisol Ramirez) können sich sehen lassen. Das Ambiente des Films, sein hispanischer Touch, erinnert an die erste Staffel "Fear the Walking Dead": Brauntöne, starke Kontraste. Ein kleiner Hinweis auf die "Conjuring"-Reihe, von der "Lloronas Fluch" ein Franchise ist. Nur das mit dem Grusel greift nicht ganz.

Da muss man klar festhalten, dass "Lloronas Fluch" bei Weitem nicht an das Franchise-Mutterwerk "Conjuring" heranreicht. Klar: Es gibt Schatten und düstere Ecken, in denen das Böse lauert. Klar, es gibt Geräusche, die man nicht zuordnen kann und die deshalb erschrecken. Aber das war es dann auch schon. Spätestens wenn man La Llorona das zweite Mal gesehen hat, ist die Gänsehaut Geschichte.

Was wiederum die Frage nach dem ganzen Film-Franchise aufwirft: Brauchte es "Lloronas Fluch" unbedingt? Na, sagen wir es so: Wenn man auf den Verweis auf die "Conjuring"-Geisterjäger Lorraine und Ed Warren verzichtet hätte, dann wäre Chaves' "Lloronas Fluch" ein eigenständiger Horrorfilm mit einigen ansehnlichen Gruseleffekten gewesen. "Wenn, dann" - so scheiden sich an ihm die Geister.

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Quelle: n-tv.de

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