DVD

Für den großen Horrorhunger "Blood Feast" ist schwer verdauliche Kost

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Der Name ist Programm: "Blood Feast: Blutiges Festmahl".

(Foto: Tiberius)

1963 verändert sich das Horrorgenre: Regisseur Hershell Gordon Lewis schockt die Öffentlichkeit mit dem ersten Splatter-Movie der Filmgeschichte. Rund 55 Jahre später knöpft sich der Deutsche Marcel Walz "Blood Feast" vor. Guten Appetit!

Warnhinweise haben etwas Magnetisches an sich: Man fühlt sich von ihnen angezogen. Bei "Vorsicht Strom!" am Feldzaun will man am liebsten sofort dagegenpinkeln. Bei "Parental Advisory Lyrics"-Aufklebern auf CDs weiß man, ein Kauf lohnt doppelt: gute Mucke und die Eltern auf die Palme bringen. "FSK18"-Aufdrucke auf DVDs und Blu-rays versprechen Nervenkitzel. Aber wie mit einem Warnhinweis umgehen, der am Anfang eines Films läuft?

"Ladies and Gentlemen, Sie werden Zeuge eines Films, der in seiner Art ... Dieser Film ist der wahre Horror! Er enthält äußerst abnorme und kranke Szenen. Dieser Film enthält Szenen, die sich Menschen mit Herzproblemen unter keinen Umständen ansehen sollten. (...) Wir sind nicht für die Nachwirkungen verantwortlich, für Ihr ... , Ihr Trauma. Auch nicht für den Fall, dass Sie sich erbrechen müssen. Vergessen Sie nicht, dass Sie gewarnt worden! Viel Vergnügen bei 'Blood Feast'!" Also nichts wie ran - oder haben Sie Schiss?

Es wird serviert

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Jugendliches Frischfleisch - was Göttinnen halt so mögen.

(Foto: Tiberius)

"Blood Feast" beginnt harmlos, in einem American Diner - in einem Vorort von Paris. Fuad Ramses (Robert Rusler), Amerikaner mit ägyptischen Vorfahren, lebt dort mit seiner französischen Frau Louise (Caroline Williams; "Hatchet 2") und seiner Tochter Penny. Das Geschäft läuft eher mau, sodass Fuad gezwungen ist, mit einem Nebenjob in einem Museum die Familie über Wasser zu halten.

Im Museum kommt dann plötzlich der Geist der uralten Göttin Ischtar über ihn, Göttin der Liebe, der Lust und des Krieges. Bekannt bei den Sumerern und auch bei den Ägyptern. Fuad verfällt ihr und um ewig an ihrer Seite wandeln zu können, entschließt er sich zu einem bluttriefenden Opfer, bestehend aus einem Mehrgänge-Menu, dessen Hauptbestandteil Menschenfleisch ist.

Passenderweise kommt das neuartige Fleisch in Burger-Form auch in seinem Diner an. Frau und Tochter freuts, sie ahnen aber auch nicht, was da serviert wird. Fuad indes sucht sich seine Menschenopfer gezielt aus und macht auch vor dem Freundeskreis seiner Tochter nicht halt. Doch Ischtar ist noch nicht zufrieden, sie hat Größeres im Sinn.

Guten Appetit!

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"Blood Feast" (Tiberius) erscheint am 2. August auf BD.

(Foto: Tiberius)

Salat mit Menschenaugen als Garnierung? Burger aus Menschenmett? Das kann den einen oder anderen schon verstören. Allerdings schreibt man das Jahr 2018 und dank Presse, Funk und vor allem Internet sind die Menschen abgestumpfter als vor 55 Jahren. Damals schockte Regisseur Hershell Gordon Lewis Filmwelt und Öffentlichkeit gleichermaßen mit dem ersten Splatter-Streifen der Spielfilmgeschichte: "Blood Feast".

Genau diesen nahm sich Marcel Walz als Vorlage für sein gleichnamiges Remake. Marcel Walz? Genau, Marcel Walz! Shootingstar des deutschen Horrorgenres. Der 1986 in Nürnberg geborene Walz brachte 2005 mit "Camp Corpses" seinen ersten Film an den Start. Bekannt wurde er durch die "Raw"-Reihe und "Seed 2". Mit "Blood Feast" macht er nun deutlich, dass auch Deutschland durchaus nicht nur Romantic Comedies und Weltkriegs-Epen hervorbringen kann, sondern auch verstörend-blutige Horrorfilme.

Und genau das ist die Neuauflage Walz' geworden. Fiel die "Raw"-Reihe noch in die Kategorie B- oder sogar C-Movie, wirkt "Blood Feast" ausgereift und erwachsen. Die Effekte sind gekonnt gesetzt und das eine oder andere Rumoren in der Magengegend die Folge. Die Schauspielerriege um Robert Rusler, der 1985 bereits als Kind in "Nightmare on Elm Street 2" Horrorluft geschnuppert hat, sowie Caroline Williams, die im 1986er "The Texas Chainsaw Massacre 2" mitwirkte, kann sich durchaus sehen lassen. Sie ist auch eine Hommage an die guten alten Horror-Splatter- und -Slasher-Filme der Mittachtziger Jahre.

Dafür gebührt Walz Dank, ebenso wie für seine "Blood Feast"-Interpretation. Ich weiß jetzt nicht, wie es Ihnen geht, aber ich habe Hunger - Warnhinweise hin oder her.

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Quelle: ntv.de