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Webasto-Chef zu Corona "Am Anfang ist man desorientiert"

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Die Bedeutung Chinas für Webasto wachse, sagt Holger Engelmann.

(Foto: picture alliance/dpa)

Webasto war der "Patient Null" der deutschen Wirtschaft. Bei dem Autozulieferer wurden die ersten Corona-Fälle in Deutschland registriert. Unternehmenschef Holger Engelmann ein positives Fazit des damaligen Krisenmanagements.

Von einem Tag auf den anderen stand das Unternehmen im Blickpunkt der Öffentlichkeit: Beim Autozulieferer Webasto wurde im Januar der erste Covid-19-Fall in Deutschland gemeldet. Schnell mussten hier all jene Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden, die mittlerweile fast zum Standard gehören. Für den Vorstandsvorsitzenden war es eine beispiellose Bewährungsprobe: "Das Erste, was einem natürlich in den Kopf kommt, ist, dass man sehr starke Sorgen um die Mitarbeiter hat", sagt Holger Engelmann, Chef von Webasto, in der neuen Folge des Podcasts "Die Stunde Null". Das Unternehmen reagierte schnell, isolierte seine ersten Corona-Fälle, setzte einen Krisenstab auf und entwickelte einen Leitfaden, an dem sich andere orientieren konnten.

Für das Familienunternehmen Webasto, eine globale Gruppe mit 14.000 Mitarbeitern und knapp vier Milliarden Euro Jahresumsatz, war die Pandemie in jeder Hinsicht eine Ausnahmesituation. Neben den erkrankten Mitarbeitern musste Webasto auch damit klarkommen, dass viele Werke stillstanden: Mehr als zehn Produktionsstandorte unterhält der Hersteller von Schiebedächern in China, darunter auch im Ursprungsort der Pandemie - in Wuhan. Mittlerweile allerdings ist gerade in China aus Sicht Engelmanns wieder Normalität eingekehrt: "Wir sind da wieder in der vollen Produktion", sagt er. "Der chinesische Markt ist weitgehend auf dem Vorjahresniveau." Auch das Leben in China wirke wieder wie früher: Es gebe in den dortigen Werken keine Corona-Fälle mehr und auch Mund-Nasen-Schutz werde kaum noch getragen.

Doch litt auch Webasto wie die ganze Branche unter erheblichen Umsatzeinbußen. "Wir haben natürlich zwei, drei wirklich katastrophale Umsatz-Monate gehabt", sagte Engelmann. In manchen Monaten habe es Rückgänge zwischen 60 und 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gegeben.

Insgesamt wächst die Bedeutung Chinas für das Unternehmen, auch weil die anderen Märkte noch zurückhängen. Mit einem Einbruch der Umsätze um 15 bis 20 Prozent rechnet der Konzernchef für das Gesamtjahr und es ist vor allem China, das die Rückgänge abmildert. "Wir werden natürlich nicht mehr ganz das einholen, was wir verloren haben, aber wir werden zumindest den Umsatzrückgang einigermaßen zum Jahresende abdämpfen können", sagte Engelmann.

Hören Sie in der neuen Folge von "Die Stunde Null", was die Corona-Krise für die ärmsten Länder der Welt bedeutet und was man aus der Krise für die Zukunft lernen kann.

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Quelle: ntv.de, jga

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