Audio

Wieder was gelernt - Malireich Mansa Musa, legendärer Gold-König

Catalan_Atlas_BNF_Sheet_6_Mansa_Musa.jpg

Eine Darstellung von Mansa Musa im Katalanischen Weltatlas um 1375.

*Datenschutz

 

Mansa Musa herrschte Anfang des 14. Jahrhunderts über das Malireich in Westafrika. Der König wird in diversen Vermögens-Rankings als reichster Mensch der Weltgeschichte gehandelt. Was da dran ist, hören Sie in dieser Podcast-Folge von "Wieder was gelernt"

Hören Sie sich die Podcast-Folge im Player an oder lesen Sie hier kurze Auszüge.

Die US-Website "Celebrity Net Worth" hat Mansa Musas Reichtum inflationsbereinigt auf 400 Milliarden Dollar geschätzt. Damit wäre er reicher gewesen als Amazon-Chef Jeff Bezos, Microsoft-Gründer Bill Gates und Finanz-Investor Warren Buffet zusammen - die drei aktuell vermögendsten Menschen der Welt laut "Forbes"-Liste.

So spektakulär das auch klingt, es ist keine seriöse Rechnung. "Wie reich Mansa Musa war, lässt sich heute einfach nicht beziffern", sagt der Archäologe Nick Gestrich vom Frobenius-Institut für kulturanthropologische Forschung an der Goethe-Universität Frankfurt. Sicher ist aber, der König war tatsächlich sehr reich - dank großer Goldvorkommen im Malireich. Wie viel Gold er hatte, lässt seine berühmt gewordene Pilgerfahrt nach Mekka in den Jahren 1324 bis 1325 erahnen. Dabei hatte Mansa Musa auf dem Hin - und Rückweg einen längeren Halt in Kairo gemacht, erklärt Nick Gestrich.

"Der kam mit wohl ungefähr tausend Leuten im Gefolge, die alle reich ausgestattet und gut gekleidet waren. Der hat wirklich kiloweise in Kairo das Gold ausgegeben, bis es ihm ausgegangen ist. Dann hat er vor Ort noch mehr geliehen, das er dann zurückgezahlt hat. Der hatte die Angewohnheit, so luxuriös zu leben, das haben die Leute von Kairo vorher noch nicht gesehen gehabt."

Mansa Musa und sein Gefolge brachten so viel Gold in Umlauf, dass der Preis des Edelmetalls in Kairo fiel. Das gibt uns zumindest eine Vorstellung davon, was das für große Mengen gewesen sein müssen.

„Es gibt einen Schriftsteller aus der Zeit, Al-Umari. Der schrieb 12 Jahre später, dass der Goldpreis in Kairo von 25 auf unter 22 Dinar gefallen ist und sich in zwölf Jahren nicht erholt hat.“

Es gibt einige Berichte, dass der König das gesamte Gold für sich selbst beansprucht haben soll, das in seinen Ländereien gefördert wurde. Ob das tatsächlich so zutrifft, ist aber unklar.

"Ich denke, da wird wohl eher auf eine bestimmte Art und Weise gehandelt worden sein. Aber dass er Rechte dazu hatte, alleine mit Gold zu handeln, also nur der Herrscher des Reiches, das ist durchaus möglich."

Über wie viel Gold Mansa Musa insgesamt verfügte, ist nicht bekannt. Am Ende wissen wir also nicht, ob er der reichste Mensch aller Zeiten war.

"Wir wissen natürlich nicht, wieviel zu dieser Zeit dann gefördert oder geschürft wurde, aber die Goldvorkommen sind doch beträchtlich. Wenn man sich überlegt, dass ihm das ganze hypothetisch zu fördernde Gold - also alles, was man hätte fördern können - das ihm das alles gehört hätte, dann ist das doch sehr, sehr viel. Dann könnte man vielleicht auch davon sprechen, dass das der reichste Mensch der Weltgeschichte war. Allerdings, das ist so ein bisschen ein Gedankenspiel."

Die ganze Folge und weitere Folgen von "Wieder was gelernt" finden Sie hier, bei Soundcloud und überall dort, wo es Podcasts gibt:

Spotify: spoti.fi/2Bo3Qwk
iTunes: apple.co/2G7rW1A
Deezer: bit.ly/2MSVyB2

Für alle anderen Podcast-Apps finden Sie hier den RSS-Feed. Nehmen Sie die URL und fügen Sie "Wieder was gelernt" einfach zu Ihren Podcast-Abos hinzu.

Quelle: n-tv.de, hul

Mehr zum Thema