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Podcast zum Outlet-Schwindel Schnäppchen, die keine sind?

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Das Designer-Outlet Neumünster wird von der britischen Firma McArthurGlen betrieben.

(Foto: picture alliance / dpa)

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Markenware zu Schnäppchenpreisen - das ist ein boomendes Geschäft. Outlet-Center gibt es mittlerweile fast in jedem Bundesland. Doch mehrere Berichte legen nahe, dass die Hersteller dort nicht nur Restbestände verkaufen, sondern auch billige B-Ware.

Ob das stimmt, klären wir in dieser Folge von Wieder was gelernt. Lesen Sie hier einen kurzen Auszug.

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Outlet-Center wie dieses in Wustermark gaukeln Kunden oft Altstadt-Charme vor.

(Foto: imago/Joko)

In den vergangenen Jahren sind in Deutschland viele Outlet-Center entstanden. Dort verkaufen Bekleidungshersteller Kollektionen aus dem Vorjahr, Zweite-Wahl-Artikel, Musterware oder andere Restposten - stark reduziert natürlich, damit werben die Center. Das ist ideal für Schnäppchenjäger, die günstig einkaufen wollen. Dementsprechend schnell sind die Angebote der Outlet-Center vergriffen und ihr Bestand müsste irgendwann eigentlich aufgebraucht sein, ist er aber nie. Kritiker vermuten deshalb, dass einige Unternehmen extra Kleidung für die Center herstellen - darauf deuten mehrere Medienberichte hin. Axel Augustin vom Handelsverband Textil kann sich vorstellen, dass das stimmt.

"Ganz klar können wir das nicht sagen, aber wir gehen davon aus, dass das tatsächlich der Fall ist. Es kann nicht sein, dass in knapp 20 Outlet-Centern in Deutschland überall nur Ware verkauft wird, die übrig geblieben ist. So viel bleibt nicht übrig, wenn Ware zurückfließt."

Kunden können Original- und B-Ware nur schwer unterscheiden. Meistens benutzen die Hersteller für B-Ware weniger Stoff oder behandeln die Kleidung nicht vor und sparen damit Produktionskosten. Auch an anderen Stellen könne sich die Kleidung unterscheiden, sagt Michael Reink vom Handelsverband Deutschland, bei dem sich die Beschwerden mehren.

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Michael Reink leitet beim Handelsverband Deutschland den Bereich Standort und Verkehrspolitik.

(Foto: Die Hoffotografen/HDE)

"Sie müssen zum Beispiel einfach nur gucken, ob Sie eine Doppelnaht haben oder eine einfache Naht. Durch eine einfache Naht wird die Hose günstiger. Dann ist die Frage, ob Sie einen Reißverschluss haben oder nur Knöpfe und wie dick das Material ist. Für den Kunden sieht eine Hose aus wie die andere."

Das gilt aber nicht für Gutachter, die eigentlich kontrollieren sollen, welche Kleidung die Hersteller in Outlet-Läden verkaufen. Warum die Kontrollen so schwierig sind und was die Outlet-Betreiber zu den Vorwürfen sagen, hören Sie in unserem Podcast. Alle Folgen von Wieder was gelernt finden Sie in der n-tv App, bei Audio Now, Deezer, iTunes, Soundcloud und Spotify. Für alle anderen Podcast-Apps finden Sie hier den RSS-Feed. Nehmen Sie die URL und fügen Sie Wieder was gelernt einfach zu Ihren Podcast-Abos hinzu.

Quelle: n-tv.de, cam

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