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Wieder was gelernt Nachtzug statt Billigflug - im Schlaf ans Ziel

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(Foto: dpa)

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Wir Deutschen verreisen gerne, aber mit dem Nachtzug fahren wohl die wenigsten von uns in den Urlaub. Was hält uns davon ab und was muss passieren, dass wir öfter nachts Bahn fahren?

Darüber haben wir für diese Folge von "Wieder was gelernt" mit einem Verkehrsexperten gesprochen. Lesen Sie hier einen kurzen Auszug.

Im Nachtzug nach Lissabon oder mit der Transsibirischen Eisenbahn quer durch Russland - das klingt nach Romantik, nach Abenteuer - und auch ganz schön altmodisch. Schließlich können wir ja auch für Spottpreise den Flieger nehmen - wer will da noch Zug fahren?

Das größte Argument für die Bahn ist derzeit der Klimaschutz. Viele Menschen entscheiden sich bewusst für eine lange, aber klimafreundliche Bahnfahrt, anstatt in wenigen Stunden mit dem Flieger in den Urlaub zu verreisen. Stichwort Flugscham. Dem guten Gewissen steht neben der Zeit aber noch ein mächtiges Argument gegenüber, und zwar Geld. Statt für eine lange Reise belohnt zu werden, müssen wir für Zugreisen oft mehr bezahlen als für einen Flug, vor allem auf der Mittelstrecke zwischen den europäischen Metropolen.

Eine mögliche Lösung für dieses Dilemma sind Nachtzüge. Die fahren zwar nicht schneller, im Gegenteil. Sie bringen uns aber immerhin im Schlaf ans Ziel - und sind bei genauem Hinsehen auch gar nicht so teuer. Denn wir können uns im Nachtzug die Kosten für eine Übernachtung sparen und kommen trotzdem ausgeschlafen an, argumentiert zumindest Michael Cramer, der im Berliner Abgeordnetenhaus und im Europaparlament für die Grünen 30 Jahre Verkehrspolitik gemacht hat:

"Wenn ich morgens um 10 Uhr in Wien einen Termin habe, dann müsste ich um sechs aufstehen, um den Flieger zu kriegen. Wenn ich aber abends mit dem Nachtzug fahre, kann ich lesen, kann gut zu Abend essen, schlafen, frühstücken, bin dann rechtzeitig da und habe die Übernachtung fürs Hotel gespart. Deshalb darf ich nicht nur den Preis des Nachtzugs vergleichen, sondern insgesamt: Was würde es kosten, wenn ich fliege, wenn ich dann mit der Bahn vom Flughafen in Wien in die Stadt fahre, und was kostet die Übernachtung? Dann ist es nämlich günstig."

Warum Nachtzüge aber im Wettkampf gegen Auto und Flugzeug immer das Nachsehen haben, warum die Deutsche Bahn ihre Nachtzugsparte eingestellt hat und was die Österreicher besser machen, erfahren Sie im Podcast.

Wieder was gelernt

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Quelle: n-tv.de, jwa

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