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Wieder was gelernt Was hilft gegen den Lehrermangel?

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(Foto: imago images / photothek)

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Deutschland fehlen die Lehrer, vor allem an Grundschulen ist der Mangel groß, viele Stellen müssen mit Quer- und Seiteneinsteigern besetzt werden. Die Bildungsforscher Klaus Klemm und Dirk Zorn haben für ihre Bertelsmann-Studie ermittelt, dass der Mangel in den kommenden Jahren größer wird und dass bis 2025 über 26.000 Grundschullehrer fehlen werden.

Wie es dazu kommen konnte und was man dagegen tun kann, erfahren Sie bei "Wieder was gelernt". Lesen Sie hier einen kurzen Auszug. 

Lesen, rechnen, schreiben, das haben wir in der Grundschule gelernt und das sollten auch unsere Kinder dort lernen. Aber immer öfter fehlen den Grundschulen heutzutage die Lehrer dafür. Jedes Jahr gehen mehr Kinder zur Schule, aber die Zahl der Lehrer steigt nicht proportional an.

Die Kultusminister der Bundesländer, die für die Lehrerausbildung zuständig sind, hätten schon vor Jahren Maßnahmen ergreifen können, um dem Mangel entgegenzuwirken. Denn dass die Schülerzahlen in Deutschland seit Jahren steigen, geht aus den Daten zur Bevölkerungsentwicklung des Statistischen Bundesamts hervor, die Klaus Klemm und Dirk Zorn für ihre Studie ausgewertet haben. Laut Klaus Klemm hätten die Verantwortlichen längst reagieren müssen - an der heutigen Lage hätte das aber auch nichts geändert:

"Die ersten Daten, die diesen Anstieg signalisierten, lagen irgendwann 2014 vor. Und wenn man 2014 sofort reagiert hätte, was die Politik nicht hat, und gesagt hätte, wir müssen jetzt die Lehrerausbildung hochfahren, wir brauchen mehr Lehramtsstudierende, um den Bedarf zu decken, dann hätten wir 2021, 22 erst mehr Lehrer gehabt, die Lehrer die wir jetzt zusätzlich brauchen. Die Politik konnte auch nicht sofort reagieren. Wenn ich also 2014 sehe: Es gibt mehr Geburten als 2013, dann wäre ich als Prognostiker auch vorsichtig, dann hätte ich gedacht, das kann ein Ausrutscher sein, was wird im nächsten Jahr sein. Also 2015 hätten sie reagieren können, haben sie aber nicht."

Auch Marlis Tepe von der Bildungsgewerkschaft GEW sieht die Bundesländer in der Verantwortung, die Rahmenbedingungen zu schaffen, damit genügend Lehrer ausgebildet werden, vor allem für die Grundschulen. Sie lobt die jüngsten Entwicklungen, etwa eine Lohnanpassung für Grundschullehrer, fordert aber noch mehr Engagement.

"Mehrere Bundesländer haben ja entschieden, die Grundschullehrer jetzt besser zu bezahlen. Eine Reihe von Bundesländern haben die Kapazitäten im Vorbereitungsdienst erhöht und haben auch die Universitäten aufgefordert, mehr Plätze herzustellen. Das ist alles richtig, es geht mehr Geld in die Bildung, das haben wir geschafft. Aber es reicht immer noch nicht."

Was passieren muss, damit wir den Lehrermangel in den Griff kriegen und unsere Kinder ungehindert lernen können, erfahren Sie im Podcast.

Wieder was gelernt

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Quelle: n-tv.de, jwa

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