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So techt Deutschland Wird KI bald den Anwalt ersetzen?

Eine goldfarbene Justitia-Figur steht vor Aktenbergen, die sich auf einem Tisch stapeln. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

(Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild)

Wie so oft im Leben fängt alles mit einer eigenen Erfahrung an: Es sollte ein harmloser Flug nach St. Gallen zu Freunden werden. Benedikt Quarch konnte den Flug nicht antreten und Air Berlin wollte ihm das Geld nicht erstatten. "Dann habe ich im Gesetz nachgeschaut und meinen lang gehegten Traum wahrgemacht, endlich jemanden zu verklagen", grinst der ehemalige Jurastudent.

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Benedikt Quarch, Gründer von Rightnow.

(Foto: ralphsondermann.com)

Tatsächlich gewinnt er damals gegen die Airline. Aus einer Klage ist dann ein Business geworden. Das Unternehmen kauft Airline-Kunden ihre Ansprüche gegen Fluggesellschaften ab und klagt dann die Ansprüche ein. Das Risiko übernimmt Rightnow: "Das haben wir in den ersten Monaten lernen müssen", resümiert Quarch. Damals verloren sie einige hunderttausend Euro bei Klagen gegen Air Berlin.

Inzwischen laufe der Prozess hochgradig automatisiert ab. Ein Algorithmus prüft die Fälle auf Validität und Risiko. "Wir müssen immer genau prüfen, wie hoch das Risiko mit der Klage verbunden ist", erklärt Quarch. Dazu habe man über Jahre hinweg eine Datenbank zu Gerichtsurteilen aufgebaut und dadurch "wissen wir genau, wenn wir klagen müssen, wie lange wird es dauern und zu wie viel Prozent Wahrscheinlichkeit werden wir gewinnen", sagt der Rightnow-Gründer.

Je mehr Daten das Unternehmen sammele, desto treffsicherer werde die Analyse. "Wir verändern die Arbeitsweise des Anwalts massiv", sagt Quarch. Er vertrete aber nicht die These, dass es bald keine Anwälte mehr geben wird. Trotzdem werde die Technik immer mehr Einzug halten. Ob irgendwann Künstliche Intelligenz den Anwalt ersetzen wird und welche Rolle Carsten Maschmeyer bei Rightnow spielt, erzählt Benedikt Quarch in "So techt Deutschland".

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Quelle: ntv.de, jwa