Einsparungen "reichen nicht"VW-Gewinn im ersten Quartal um 28 Prozent eingebrochen

Volkswagen hat auch in diesem Jahr zu kämpfen. Der Gewinn der Wolfsburger geht weiter spürbar zurück. Der Absatzeinbruch in China und der Rückgang in Nordamerika sorgen zudem für einen Umsatzrückgang. Es soll weiter gespart werden.
Die Zölle von US-Präsident Donald Trump, Abschreibungen auf Elektroprojekte und Millionenkosten für Schadenersatz bei der Nutzfahrzeugtochter Traton haben Europas größtem Autobauer Volkswagen einen Gewinnrückgang eingebrockt. Das Betriebsergebnis sank von Januar bis März nach Angaben um 14,3 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro. Der Nettogewinn sank um 28,4 Prozent auf knapp 1,6 Milliarden Euro.
Finanzchef Arno Antlitz sagte, sein Unternehmen sei zwar vorangekommen. So sei der Auftragseingang gestiegen und die neue China-Strategie entwickle sich. "Trotz dieser Fortschritte liegt die operative Marge - auch vor Sondereinflüssen - mit 4,3 Prozent weiterhin auf viel zu niedrigem Niveau", sagte er.
Neben den Zöllen macht Volkswagen der deutlich verschärfte Wettbewerb mit chinesischen Autobauern zu schaffen. "In diesem Umfeld reichen die geplanten Kostensenkungen nicht aus", sagte Antlitz. "Wir müssen unser Geschäftsmodell grundlegend verändern und strukturelle, nachhaltige Verbesserungen erzielen." Den Rotstift will er dabei auch beim Fahrzeugangebot ansetzen. Ziel müsse sein, die Kostenstruktur zu verbessern, die Gemeinkosten zu senken, die Effizienz der Werke zu erhöhen und Entwicklung und Entscheidungen zu beschleunigen. "Das können wir nur erreichen, wenn wir die Komplexität erheblich verringern - in unserem Produktportfolio und den Technologieplattformen, bei der Anzahl der Einheiten und Entscheidungsebenen."
Der Umsatz schrumpfte um zwei Prozent auf 75,7 Milliarden Euro. Dabei spielten vor allem der Absatzeinbruch in China und der Rückgang in Nordamerika eine Rolle, die durch bessere Geschäfte in Europa nur zum Teil ausgeglichen wurden. Von Visible Alpha befragte Analysten hatten im Schnitt bessere Zahlen erwartet und mit einem Umsatz von 77,6 Milliarden Euro und einem Nettogewinn von 1,732 Milliarden Euro gerechnet. Die Volkswagen-Aktien lagen im frühen Frankfurter Handel dennoch 1,3 Prozent im Plus.