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Gehäutet, gekocht und gegessen 10.000 Hunde für Fleisch-Festival getötet

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Andere Länder andere Sitten. Hundefleisch gilt im asiatischen Raum als Delikatesse. In China werden jährlich jährlich zehn Millionen Hunde für den Verzehr getötet.

(Foto: AP)

Das alljährliche "Hundefleisch-Festival" lockt jedes Jahr viele Touristen in den Süden Chinas. Geschätzt 10.000 Vierbeiner werden auf dem Schlachtfest in Yulin verzehrt. Bevor sie im Kochtopf landen, werden sie schrecklich gequält.

Trotz wachsender Proteste von Tierschützern sind beim diesjährigen Hundefleisch-Festival in der südostchinesischen Stadt Yulin wieder tausende Tiere verzehrt worden. Rund zehn Aktivisten, die  mit Spruchbändern vor der Zentrale der Stadtverwaltung demonstrieren wollten, wurden von doppelt so vielen Männern verjagt. Kurz darauf begannen Verkäufer in der Nähe eines Markts von ihren Motorrädern aus wieder offen mit dem Verkauf von Hunden. Viele der Tiere waren in Käfigen zusammengepfercht.

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Tierschützer kritisieren immer wieder das Hundefleisch-Festival von Yulin, das zur Sommersonnenwende stattfindet, als grausam. In den vergangenen Jahren demonstrierten sie regelmäßig dort, manchmal kauften sie auch Tiere frei. Am Samstag rettete eine Tierfreundin hundert Hunde vor dem Kochtopf, indem sie sie für rund tausend Euro freikaufte.

Nach Angaben der in Washington sitzenden Humane Society werden jährlich zehn Millionen Hunde in China für den Verzehr getötet, davon bis zu 10.000 für das Festival von Yulin. Viele der dort angebotenen Tiere seien gestohlen, erklärte der für den Kampf gegen Tierquälerei zuständige Experte der Humane Society, Adam Parascandola.

Viele Einwohner Yulins und Internet-Nutzer haben kein Problem mit dem Verzehr von Hundefleisch: "Natürlich ist es in Ordnung, Hund zu essen, doch stehlt dafür nicht die Haustiere anderer Leute", schrieb ein Nutzer auf dem chinesischen Kurzbotschaftendienst Sina Weibo. Yulins Verwaltung erklärte, bei der "Gewohnheit einiger Einwohner", sich zur Sommersonnenwende zu treffen und gemeinsam Litschis und Hundefleisch zu verspeisen, handele es sich nicht um ein von der Stadt organisiertes offizielles Festival.

Der Verzehr von Hunden ist in der Volksrepublik nicht verboten. Allerdings hat sich der Status der Vierbeiner in den vergangenen Jahren gewaltig geändert: Inzwischen halten sich rund 30 Millionen Haushalte Schätzungen zufolge Hunde als Haustiere. Sie sorgen für wachsende Unterstützung der örtlichen Tierschutzbewegung. Eine Petition auf der Internetseite Change.org, die ein Ende des Hundefleisch-Festivals forderte, hatte mehr als 3,8 Millionen Unterzeichner.

Quelle: n-tv.de, dsi/AFP

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