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Krank nach Corona-Impfung 1200 Menschen beantragen Schadenersatz

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Impfreaktionen sind völlig normal, Impfschäden dagegen sehr selten.

(Foto: dpa)

Impfreaktionen wie Kopfschmerzen oder Müdigkeit sind nach wenigen Tagen ausgestanden. Bei Impfschäden dagegen leiden die Betroffenen auch Monate nach der Spritze unter Symptomen. Bei der Corona-Impfung haftet in solchen Fällen der Staat. Nach 155,4 Millionen Impfungen gibt es gut 1200 Anträge.

Seit Beginn der Corona-Impfkampagne sind bundesweit mindestens 1200 Anträge auf staatliche Versorgungsleistungen nach möglichen Impfschäden gestellt worden. Die "Neue Osnabrücker Zeitung" (NOZ) berichtet nach einer Abfrage von Zahlen aus allen 16 Bundesländern, dass dort bislang 1219 Anträge eingegangen seien. Die meisten von ihnen sind noch in Bearbeitung. Bisher wurden 54 Anträge entschieden, 18 davon positiv. 30 wurden abgelehnt, drei zuständigkeitshalber abgegeben und einer aus sonstigen Gründen erledigt.

Zu Einzelfällen und somit der etwaigen Schwere der Schäden oder der Höhe von Entschädigungen machten die Behörden keine Angaben. Der Zeitung zufolge stehen die 1219 Anträge im Verhältnis zu 155,4 Millionen Impfungen - das entspricht einem Antrag pro 127.500 Impfungen.

Ansprüche auf Versorgungsleistungen wegen Impfschäden ergeben sich aus dem Infektionsschutzgesetz (IfSG). Ein Impfschaden ist demnach "die gesundheitliche und wirtschaftliche Folge einer über das übliche Ausmaß einer Impfreaktion hinausgehenden gesundheitlichen Schädigung durch die Schutzimpfung". Nicht darunter fallen Impfreaktionen wie Kopfschmerzen, Schüttelfrost oder Fieber, die häufig auftreten und vorübergehend sind.

Prüfung der Kausalität dauert

Mehrere Pressesprecher wiesen gegenüber der NOZ darauf hin, dass der Gesundheitszustand nach sechs Monaten maßgeblich für die Entscheidung über die Anträge sei. Zudem sei die Prüfung auf einen Zusammenhang des Gesundheitszustands mit der Impfung sehr umfangreich und zeitaufwendig.

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Die meisten Anträge wurden mit 238 in Bayern gestellt, wovon bislang 3 bewilligt wurden. Es folgt Nordrhein-Westfalen mit 188 Anträgen und bisher 8 Bewilligungen. 102 Anträge gingen in Niedersachsen ein, dort wurde noch keiner anerkannt, 101 in Berlin bei ebenfalls noch keiner Anerkennung.

Das Bundesgesundheitsministerium wollte sich auf NOZ-Nachfrage nicht zur Zahl der Anträge äußern. Das für Impfstoffsicherheit zuständige Paul-Ehrlich-Institut erklärte in seinem jüngsten Sicherheitsbericht von Ende Dezember: "Nach derzeitigem Kenntnisstand sind schwerwiegende Nebenwirkungen sehr selten und ändern nicht das positive Nutzen-Risiko-Verhältnis der Impfstoffe" gegenüber einer Corona-Erkrankung.

Quelle: ntv.de, ino/AFP

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