Panorama

Ungeheuerliche Taten129 weitere Anklagen gegen australischen Kinderbetreuer

17.04.2026, 11:46 Uhr
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Zu den Übergriffen war es in Kitas gekommen. (Foto: picture alliance / photothek.de)

Aus zunächst wenigen Vorwürfen gegen einen Kita-Mitarbeiter werden immer mehr Fälle. Inzwischen geht es um 137 Anklagepunkte. Ermittler sprechen von einem Albtraum für Eltern – und decken immer neue mutmaßliche Taten auf, die sich über Jahre erstreckt haben.

Ein in Australien aufgedeckter Missbrauchsfall nimmt immer größere Ausmaße an. Ein ehemaliger Mitarbeiter einer Kindertagesstätte war im Juli 2025 zunächst wegen der Online-Verbreitung kinderpornografischen Materials in acht Fällen angeklagt worden.

Die Auswertung der Computer des Mannes führte jedoch zur Aufdeckung von Dutzenden weiteren mutmaßlichen Straftaten. Inzwischen werden ihm nun insgesamt 137 Anklagepunkte zur Last gelegt, darunter 68 Fälle der Herstellung von kinderpornografischem Material, 29 Fälle des heimlichen Filmens einer Person bei einer intimen Handlung ohne deren Einwilligung und sieben Fälle der vorsätzlichen sexuellen Berührung eines Kindes unter 10 Jahren. Das jüngste Opfer war den Berichten zufolge ein fünf Monate altes Baby.

Die Ermittler hätten systematisch 2,4 Millionen elektronische Dateien auf den Geräten des Mannes durchgesehen, um das Ausmaß der Straftaten in mehreren Zentren festzustellen, teilte der zuständige Kriminaloberkommissar Luke Needham mit. "Wir wissen, dass solche Angelegenheiten der schlimmste Albtraum für Eltern sind", sagte er. "Unsere Priorität ist es, alle verfügbaren Beweise auszuwerten und die betroffenen Familien so schnell wie möglich einzubeziehen." Den Ermittlern zufolge fanden die mutmaßlichen Straftaten und die Erstellung von Material mit Kindesmissbrauchsdarstellungen zwischen 2009 und 2025 statt.

Grundsätzliche Fragen nach Sicherheit

Etwa 2000 Kinder in mehr als 20 Einrichtungen, in denen der Tatverdächtige gearbeitet hatte, wurden aufgefordert, sich auf Infektionskrankheiten testen zu lassen. Die Firma, für die der Mann tätig war, führte inzwischen in vielen Einrichtungen Videoüberwachung ein.

Der Fall sorgt in Australien schon seit Monaten für heftige Diskussionen. Eltern, Betreuer und Experten äußerten sich extrem besorgt über die Sicherheitsstandards in der Kinderbetreuungsbranche. Als Reaktion wurden Regierungsbefugnisse erweitert, um Einrichtungen, die gegen Qualitäts- und Sicherheitsstandards verstoßen, die Finanzierung zu entziehen. Die Behörden brachten außerdem im Eilverfahren eine Reihe von "strengen Kinderschutzregeln" durch das Parlament, darunter neue Vorschriften zu Überprüfungen von Personen, die mit Kindern arbeiten.

Quelle: ntv.de, sba

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