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Der 24-Jährige hatte sich vor Gericht nicht geäußert.
Der 24-Jährige hatte sich vor Gericht nicht geäußert.(Foto: dpa)
Mittwoch, 05. Dezember 2018

Teenager lag tot vor Schule: 14 Jahre Haft für Totschlag an Anna-Lena

Knapp sechs Monate nach der Tötung einer 16-Jährigen in Barsinghausen hat das Gericht "überhaupt keinen Zweifel", dass der angeklagte 24-Jährige der Täter ist. Er muss für viele Jahre ins Gefängnis - wegen Mordes wird er allerdings nicht verurteilt.

Nach dem gewaltsamen Tod der 16-jährigen Anna-Lena aus dem niedersächsischen Barsinghausen hat das Landgericht Hannover einen jungen Mann zu einer 14-jährigen Freiheitsstrafe wegen Totschlags verurteilt. "Das Gericht hat überhaupt keinen Zweifel daran, dass Sie der Täter dieses Tötungsdeliktes sind", sagte der Vorsitzende Richter zu dem angeklagten 24-Jährigen. Mordmerkmale konnte das Gericht allerdings nicht feststellen, das Motiv der Tat liegt weiter im Dunkeln. Der Mann hatte die Tötung bestritten und während der Verhandlung geschwiegen. 

Das Mädchen war Mitte Juni blutüberströmt vor einer Grundschule in der Kleinstadt Barsinghausen gefunden worden. Anna-Lena starb laut Obduktion durch Tritte auf den Hals und massive Schläge mit einem 1,30 Meter langen Ast. DNA-Spuren belegten, dass der Verurteilte die Jugendliche mit dem 9,5-Kilogramm-Ast erschlagen hatte. Zudem fand sich sein Schuhabdruck auf ihrem Hals.

Die 16-Jährige und der in der Dominikanischen Republik geborene Deutsche sollen sich erst kurz vor der Attacke kennengelernt haben. Anna-Lena war offenbar ein Zufallsopfer des erst erst wenige Monate zuvor aus der Haft entlassenen 24-Jährigen.

Die Staatsanwaltschaft hatte für ihn eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen gefordert. Die Verteidigung plädierte auf Freispruch - weil sie die Tat nicht für nachgewiesen hielt.

Quelle: n-tv.de