Panorama

Dutzende Schwerverletzte14 Menschen sterben bei Zugunfall in Jakarta

28.04.2026, 10:06 Uhr
00:00 / 03:41
Joint-officers-evacuate-victims-from-the-KRL-carriage-following-an-accident-involving-the-KRL-Commuter-Line-and-the-Argo-Bromo-train-at-East-Bekasi-Station-West-Java-Indonesia-on-April-28-2026
Die Lok des Fernzugs ist im letzten Wagen des Nahverkehrszugs verkeilt. (Foto: picture alliance / NurPhoto)

Züge in Indonesien sind oft nur mangelhaft gewartet, es kommt häufig zu Unfällen. In der zurückliegenden Nacht werden bei einem Unglück fast 100 Menschen in einem Pendlerzug schwer verletzt oder getötet, der Großteil dürften Frauen sein.

Bei dem Aufprall eines Fernzugs auf einen Pendlerzug sind in Indonesien dem staatlichen Eisenbahnunternehmen KAI zufolge 14 Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt worden. 84 Menschen seien nach dem Unglück im Bahnhof Bekasi Timur nahe der indonesischen Metropole Jakarta ins Krankenhaus gebracht worden, teilte KAI mit.

Der Unfall hatte sich in der vergangenen Nacht ereignet. Ein Sprecher von KAI, Franoto Wibowo, teilte mit, ein Taxi scheine den Pendlerzug an einem Bahnübergang gestreift zu haben, wodurch dieser zum Stillstand auf den Gleisen gekommen sei. Dort sei er dann von dem heranrasenden Fernzug erfasst worden.

Mehrere Menschen seien "aufgrund der Wucht des Aufpralls" in den Waggons eingeklemmt worden, erklärte die Such- und Rettungsbehörde von Jakarta. Die Bergungen seien abgeschlossen, teilte der Leiter der Behörde, Mohammad Syafii, bei einer Pressekonferenz mit. "Ich bin sicher, dass keine weiteren Opfer mehr gefunden werden."

Jakartas Polizeichef Asep Edi Suheri sagte, der Fernzug sei in den letzten, ausschließlich Frauen vorbehaltenen Waggon des Pendlerzugs gerast. Alle Opfer befanden sich demnach in dem Pendlerzug. Sämtliche rund 240 Fahrgäste des anderen Zugs seien sicher evakuiert worden, erklärte die KAI-Sprecherin Anne Purba.

Am Bahnhof spielten sich nach dem Unfall chaotische Szenen ab: Rettungskräfte riefen nach Sauerstoffflaschen, während Krankenwagen mit eingeschaltetem Blaulicht in einer Schlange bereitstanden. Wie Reporter vor Ort berichteten, wurden Menschen auf Tragen aus dem Wrack getragen und in bereitstehende Krankenwagen verladen, während hunderte Menschen zusahen, einige offenbar unter Schock. Die Armee, die Feuerwehr, die nationale Such- und Rettungsbehörde und das Rote Kreuz beteiligten sich an der umfangreichen Evakuierungsaktion.

Eine Überlebende im Pendlerzug schilderte die Momente nach dem Aufprall. "Ich dachte, ich würde sterben", sagte die 29-jährige Sausan Sarifah von ihrem Bett in einem Krankenhaus in Bekasi aus, wo sie mit einem gebrochenen Arm und einer tiefen Schnittwunde am Oberschenkel aufgenommen worden war. Sie sei auf dem Heimweg von der Arbeit gewesen, als ihr Zug am Bahnhof Bekasi Timur gehalten habe. "Alle waren bereit auszusteigen, und dann war plötzlich dieses extrem laute Geräusch der Lokomotive", sagte Sausan. "Es blieb keine Zeit, hinauszukommen, und am Ende lagen alle im Zug übereinander, zerquetscht." Sie wisse nicht, wie es der Person gehe, die unter ihr gelegen habe.

Verkehrsunfälle sind in Indonesien keine Seltenheit. Busse, Züge und Flugzeuge sind in dem südostasiatischen Land häufig alt und schlecht gewartet. Im Januar 2024 waren bei einem Zugunfall in einer anderen Region der Provinz Westjava vier Besatzungsmitglieder getötet und rund zwei Dutzend Menschen verletzt worden. Im Jahr 2015 waren 16 Menschen ums Leben gekommen, als ein Pendlerzug an einem Bahnübergang in Jakarta mit einem Kleinbus kollidiert war.

Quelle: ntv.de, mpa/AFP

IndonesienUnglückeVerkehrsunfälleTodesfälleZugunglückJakarta