Panorama

Botschaft an fremden Vater 15-Jähriger schreibt umwerfendes Gedicht

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Louis' Worte rufen starke Bilder wach.

(Foto: imago/Photocase)

Lyrik ist für viele altmodisch und schwer verdaulich. Doch manchmal entfalten Worte einen Zauber, der auch im Internet Begeisterung auslöst. Diese Erfahrung macht ein 15-Jähriger, dessen Lehrerin sein Gedicht twittert.

Ein Gedicht zu schreiben gehört nicht unbedingt zu den beliebtesten Schulaufgaben, auch nicht in den Englischklassen von Kate Clanchy. Die Lehrerin unterrichtet im britischen Oxford. Dabei ist sie wohl durchaus erfolgreich. Denn am Freitag teilte sie bei Twitter ein Gedicht, das einer ihrer Schüler geschrieben hat.  

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Clanchy schrieb dazu, ihre Schüler verfassten die besten Gedichte, wenn sie ihr überhaupt nicht mehr zuhörten. Das beste Beispiel sei das Werk des 15-jährigen Louis. Sie habe ihren Schülern gesagt, sie sollten klassische Reime vermeiden. Sie beherrschten das Gedicht und hätten zudem die Tendenz, unfreiwillig komisch zu wirken.

Doch Louis habe sich  über diesen Rat hinweggesetzt und gerade deshalb gereimt. Das Ergebnis sei "herzzerreißend". Dazu veröffentlichte die Lehrerin das Gedicht mit dem Titel "Als ich ein Kind war, wartete ich". In den drei kurzen Strophen erinnert sich der 15-Jährige daran, dass er seinen Vater nie kennengelernt hat, nie einen Brief von ihm bekam, auch keinen Anruf. Er habe immer darauf gewartet, dass sein Vater durch die Tür käme. Dass es dazu aber möglicherweise niemals kommen werde.

Er habe das Gedicht in einem Workshop geschrieben, sagte Clanchy Mashable.com, und alle anderen tief bewegt, als er es vorgetragen habe. Clanchys Twitter-Eintrag wurde unter anderem von J.K. Rowling retweeted und bekam inzwischen mehr als 15.000 Herzen. Die Aufmerksamkeit der Autorin mache den jungen Dichter sehr stolz, ließ die Lehrerin verlauten. Auch wenn sie seinen Namen nicht vollständig genannt habe, um ihn zu schützen, sei er sehr erfreut, nun berühmt zu sein.

Inzwischen veröffentlichte Clanchy noch weitere Gedichte ihrer Schülerinnen und Schüler, so wie sie es auch schon vorher getan hatte.

Quelle: ntv.de, sba