"Haben das pure Böse gesehen"16 verwahrloste Kinder in den USA aus Elternhaus befreit

Die Ermittler geben sich keine Mühe, ihre Erschütterung zu verbergen. Im US-Bundesstaat Ohio stoßen die Behörden auf 16 verwahrloste Kinder, die bei ihren beiden Eltern und Großeltern lebten. "Ein Großteil unseres Viehs wird unter besseren Bedingungen gehalten" konstatiert ein Polizist.
Behörden in den USA haben 16 Kinder im Alter zwischen einem Jahr und 18 Jahren aus deren Elternhaus geholt - vier Erwachsene wurden unter dem Verdacht der Kindeswohlgefährdung festgenommen. Die Kinder hätten in dem Haus in Hamden im Bezirk Vinton im US-Bundesstaat Ohio unter "bedauerlichen" Bedingungen gelebt und könnten teils nicht sprechen. "Ein Großteil unseres Viehs wird unter besseren Bedingungen gehalten als die Kinder", sagte etwa Sheriff Ryan Cain vom Vinton County. Es hätten überall Fäkalien und Müll herumgelegen.
"Hätten wir noch weitere 24 Stunden gewartet, hätte es möglicherweise einen Todesfall gegeben, da bin ich mir ziemlich sicher", sagte Ohios Generalstaatsanwalt Andy Wilson. "Was man dort gesehen hat, sei das reine Böse", zitiert die ihn die "New York Times". Das Haus wurde demnach am Dienstag durchsucht. Warum die Behörden Verdacht geschöpft hatten, wurde nicht erklärt. Mehrere Medien berichten, dass die Familie mehrfach innerhalb des Bundesstaates umgezogen sei und es vermieden habe, bei Behörden Spuren zu hinterlassen.
Polizei und Staatsanwaltschaft vermuten, dass die Kinder in dem Haus in den vergangenen vier Jahren in einem nur rund 13 Quadratmeter großen Raum lebten. "Ich konnte nicht in diesen Raum gehen, ich habe nur zur Tür hineingeschaut", so Wilson. "Das war gestern, und ich kann den Geruch immer noch nicht aus der Nase bekommen."
Die vier festgenommenen Erwachsenen sind Medienberichten zufolge die Eltern und Großeltern der Kinder. Laut NYT waren die Eltern 36 und 33 Jahre und die Großeltern 73 und 67 Jahre alt. Es bestehe keine Gefahr für andere Kinder außerhalb dieser Familie, betonte William Archer, der Staatsanwalt von Vinton County. "Es handelt sich nicht um Menschenhandel, das ist ein innerfamiliärer Vorfall", sagte er, ohne weitere Details bekannt zu geben.
Die Kinder wurden den Angaben zufolge medizinisch versorgt und befinden sich jetzt in sicherer Umgebung. Die Ermittlungen laufen. Für die vier Festgenommenen wurde eine Kaution von je 300.000 Dollar (gut 263.000 Euro) festgesetzt.